Woyton Klo

Heute war ich bei einem der zahlreichen Woyton-Kaffeläden in Düseldorf. Beim Händewaschen auf der Toilette bemerkte ich ein Schild, auf dem stand:

Liebe Gäste,

die Sauberkeit unseres WC ist uns sehr wichtig. So oft wie eben möglich prüfen und reinigen wir unsere Örtlichkeiten und legen dabei höchsten Wert auf Hygiene. Wir möchten Sie aber weiterhin bitten, uns mitzuteilen, wenn Ihnen der Zustand des WC nicht zusagt oder etwas fehlt – wir kümmern uns dann sofort darum.

Vielen Dank,

Ihr WOYTON Team

Also mir sagt der Zustand des WC nicht zu, aber ich denke, dass es einfach an meinen Ansprüchen liegt und ich irgendwie erwarte, dass ein WC eines Cafes anders auszusehen hat als das Klo einer Tanzlokalität nach einem Freibierabend mit der örtlichen Motorradgang.

Memoirierendes

Im aktuellen, übrigens recht angenehm auf dem Klo zu lesenden, neuen Vorwärts bin ich über folgendes gestolpert:

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder im Gespräch mit dem Journalisten Manfred Bissinger über seine Memoiren

Nett wäre gewesen, wenn irgendwo auch der Satz “Bissinger ist Geschäftsführer des Verlags Hoffman und Campe, der sich die Rechte an den Memoiren von Schröder gesichert hat.” gestanden hätte, oder wenigstens “Anzeige” rechts oben.

Datenschützer tagen und beklagen

In den letzten Tagen haben die Datenschützer von Bund und Ländern in Sachsen-Anhalt getagt und sich auf folgende Entschliessungen geeinigt:
Das Gewicht der Freiheit beim Kampf gegen den Terrorismus
Verfassungsrechtliche Grundsätze bei Antiterrordatei-Gesetz beachten
Keine Schülerstatistik ohne Datenschutz
Verbindliche Regelungen für den Einsatz von RFID-Technologien

Da sieht man schon auf einen Blick, wo es gerade im Argen liegt in Deutschland. Die Freiheit des Einzelnen ist auf dem Rückzug, aber massiv.

In der Entschließung zum Thema Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz – Das Gewicht der Freiheit beim Kampf gegen den Terrorismus heisst es u.a.:

Seit dem 11. September 2001 wandelt sich der Staat immer mehr zu einem Präventionsstaat, der sich nicht darauf beschränkt, Straftaten zu verfolgen und konkrete Gefahren abzuwehren. Der Staat verlagert seine Aktivitäten zuneh­mend in das Vorfeld der Gefahrenabwehr. Sicherheitsbehörden gehen der abstrakten Möglichkeit von noch nicht einmal geplanten Taten nach. Immer mehr Daten werden auf Vorrat gesammelt und damit eine Vielzahl unverdächtiger Menschen erfasst. Auch unbescholtene Bürgerinnen und Bürger werden als Risikofaktoren behandelt, ohne dass diese dafür Anlass gegeben haben. Dieses neue Verständnis von innerer Sicherheit führt zu gravierenden Einschränkungen der Freiheitsrechte. Beispiele sind die von der Europäischen Union beschlossene Speicherung der Telekommunikationsverkehrsdaten oder die im Jahr 2002 verfassungswidrig durchgeführten Rasterfahndungen.

In diesem Zusammenhang ist auch der “Entwurf eines Gesetzes zur Ergänzung des Terrorismusbekämpfungsgesetzes” kritisch zu bewerten. Die ursprünglich zur Terrorismusbekämpfung geschaffenen Befugnisse werden immer weiter ausgedehnt und nicht mehr nur auf Terrorverdächtige beschränkt.

Bei allen Gesetzen und Maßnahmen zur Terrorbekämpfung stellt sich die Frage nach deren Eignung und Verhältnismäßigkeit. Mehr Überwachung führt nicht automatisch zu mehr Sicherheit, aber stets zu weniger Freiheit. Es gibt keine absolute Sicherheit.

Die Politik sollte diese Bedenken ernst nehmen und nicht einfach ignorieren, wie sie es seit geraumer Zeit tut. Es kann nicht sein, dass hier in einer Tour die persönlichen Freiheiten beschnitten werden und alles mit dem Totschlagargument der Terrorismusbekämpfung begründet wird. Von Schäuble erwarte ich nichts anderes, aber von der SPD schon. Nur die dreht zur Zeit genau so am Rad wie Schäuble, schliesslich soll alles sicherer als nur sicher werden und da darf die SPD in bekloppten Forderungen natürlich nicht hinter der CDU zurückstehen.

Nochmals zum Abschreiben, Ausdrucken und Wegfaxen:

Bei allen Gesetzen und Maßnahmen zur Terrorbekämpfung stellt sich die Frage nach deren Eignung und Verhältnismäßigkeit. Mehr Überwachung führt nicht automatisch zu mehr Sicherheit, aber stets zu weniger Freiheit. Es gibt keine absolute Sicherheit.

Eignung und Verhältnismäßigkeit spielen bei der derzeitigen Sicherheispolitik keine Rolle mehr, hier regieren die Hardliner und schränken immer mehr unsere persönlichen Freiheiten ein.

Sony klagt – Lik-Sang.com macht dicht

Das ist auch wieder so eine Sache, wo man sich fragt, ob der gesunde Menschenverstand mittlerweile nur noch eine Option darstellt. Lik-Sang.com Out of Business due to Multiple Sony Lawsuits:

Hong Kong, October 24th of 2006 – Lik-Sang.com, the popular gaming retailer from Hong Kong, has today announced that it is forced to close down due to multiple legal actions brought against it by Sony Computer Entertainment Europe Limited and Sony Computer Entertainment Inc. Sony claimed that Lik-Sang infringed its trade marks, copyright and registered design rights by selling Sony PSP consoles from Asia to European customers, and have recently obtained a judgment in the High Court of London (England) rendering Lik-Sang’s sales of PSP consoles unlawful.

Also, da gibt es einen Laden in Hong Kong, der hat erkannt, dass es in Europa und den USA viele Gamer gibt, die sich so sehr nach neuen Produkten sehnen und nicht warten wollen, ob oder bis das Produkt im eigenen Markt eingeführt wird, dass sie in Hong Kong bei Lik-Sang.com bestellt haben, um die Produkte zu erhalten. Wir reden hier von einer richtigen Firma, nicht irgendwelche Typen, die gefälschte Speicherkarten bei Ebay vertickern wollen, aber das nur am Rande.

Sony, wenn Du nicht realisierst, dass Lik-Sang deine treuesten Kunden versorgt und du diese damit total vor den Kopf stößt, dann wirst du dich auch bald mal wundern, dass das Image leiden wird. Sony, Deine Kunden kaufen die Produkte, meinst Du nicht, dass man das unterstützen und nicht verhindern sollte?

Fazit des Medienkongresses von SPD und vorwärts

Auf vorwaerts.de wird der Artikel zum Kongress so eingeleitet:

Beck verteidigt öffentlichen-rechtlichen Rundfunk gegen Brüssel
Der SPD-Chef bekennt sich als “leidenschaftlicher Anhänger des dualen Systems” / Appell an die Wirtschaft, Chancen neuer Technologien besser zu nutzen

Wer im Artikel das Wort Internet findet, darf es behalten. Zum Thema “Die digitale Welt in der Gegenwart und in der Zukunft” passt es ja auch nicht wirklich.