DaimlerChryslerBank fordert Unterlassungserklärungen

Seit einiger Zeit macht ein Fax die Runde, in der sich ein vermeintlicher Kunde namens Klaus über eine Bank auslässt, weil die Änderung der Kontodaten für die Abbuchung der Kreditkartenumsätze zu umständlich sei. Das Fax hängt bei uns in der Firma seit ein paar Tagen an der Küchentür und hat sicherlich für den einen oder anderen Schmunzler gesorgt.

Die im Fax erwähnte DaimlerChryslerBank findet dies nicht witzig und fordert jetzt Unterlassungserklärungen. Dabei werden sogar Leute behelligt, die den Wortlaut des Faxes komplett anonymisiert gepostet haben.

Dazu ein paar Anmerkungen:

1. Der Versuch, mit Unterlassungserklärungen die digitale Verbreitung des Faxes zu stoppen, erinnert an das Herausschöpfen von eindringendem Wasser mit einem alten Pappbecher.

2. Über das Fax könnte man schmunzeln, über derartiges Vorgehen nicht.

3. Der Umgang mit den sog. neuen Medien sollte nun langsam mal gelernt werden, oder?

4. Welches Ergebnis wird erwartet? Ein sauberes Internet, in dem nichts mehr von der DaimlerChryslerBank und ihrem vermeintlichen Kunden steht?

5. Ist der Versuch des Mundtotmachens Einzelner die Grundlage für das Aufbauen von Vertrauen möglicher Kunden gegenüber der DaimlerChryslerbank?

Die Herangehensweise der DaimlerChryslerBank wird dazu führen, dass dieses weit verbreitete Fax jetzt sicherlich noch mehr Verbreitung finden wird. Eher kontraproduktiv, oder?

Um es mit Klaus zu sagen:

In diesem Sinne verabschiede ich mich von euch und drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr beim Mittagessen nicht ins Gulasch fallt.

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12 Antworten auf „DaimlerChryslerBank fordert Unterlassungserklärungen“

  1. Und die recht häufige Erwähnung des Kreditinstitutes in diesem Artikel sollte auch für eine gut Platzierung reichen… ;-)

  2. Die DaimlerChrysler-Bank reagiert ganz normal, wie jede andere Firma auch die Angst davor hat, dass plötzlich die kleinen und großen Schwächen im Service bekannt werden.

  3. Dann würde aber in 90% der Fälle eine freundliche Mail an die entsprechenden Forums-/Newsgroup-/Blogbetreiber reichen, damit die den Link entfernen und die Rufschädigung damit aufhört. Durch sone Aktion schädigen sie ihren Ruf glaube ich deutlich stärker, als wenn einfach nur ein paar huntert Leute dieses Fax lesen und sich ne halbe Stunde (maximal) drüber amüsieren, und es dann vergessen. Zum Beispiel werd ich mir das entsprechende Institut jetzt garantiert merken, vorallem, da dadurch „mein“ Forum bedroht wird, und evtl sogar dicht gemacht wird. Also, klassisches Eigentor.

  4. Als einer, der die UE ebenfalls erhalten hat, stimme ich xyz zu – eine Gegendarstellung per Mail, die hätte ich veröffentlicht – und gut wär’s gewesen. Aber vielleicht muss jedes deutsche Unternehmen erstmal durch Auf-die-Fresse-Fallen lernen, dass sich Netz und Blogosphäre ihrer Kontrolle entziehen – und dass ein Dialog(!) in jedem falle angebrachter wäre.

  5. Ich muss an dieser Stelle als Banker dann auch mal meinen Senf dazugeben:

    Wie oben gesagt, eigentlich war das Ganze was zum Schmunzeln, ich hatte sogar den Namen der Bank schonwieder vergessen.

    Doch durch dieses Verhalten prägt sich gerade solch ein peinlicher Patzer besonders gut ein.

    Und die Methoden zur Schadensbegrenzung machen es nur schlimmer… aber das erkläre einer sogenannten Bank…

    Schade schade…

  6. Ich werd dem Kollegen, von dem ich das Fax habe, sagen, daß er sich abgemahnt fühlen soll… ;)

  7. Schön, dass es mal jemanden gibt, der sich „traut“ den Namen der Bank zu nennen.

    DaimlerChryslerBank, ich werde niemald Kunde von dir.

  8. Ich weiss nicht, was ich besser finden soll: Den Namen der Bank möglichst oft zu nennen und ihnen einerseits damit zu zeigen, daß man keine Angst vor ihnen hat und andererseits das Leben in Suchmaschinen mittel- bis langfristig so sauer wie möglich zu machen („digital is forever, baby“), oder den Namen eben nicht zu nennen und den Laden solchermaßen mit der Nichtbeachtung und strafen, die ihm gebührt („don’t feed the Trolls“).

  9. Also ich bekam auf meine E-Mail-Anfrage bei Mercedes, 5 Tage später einen Brief (Ja ja per Post) wo die auch genau auf die Frage eingegangen sind aber halt per Post. Deshalb glaube ich nicht, dass der Umgang mit den neuen Medien schon gelernt ist.

  10. Mut dazu den Namen der Bank zu nennen. Einerseits meinen Respekt und anderseits bin ich auf die Fortsetzung gespannt

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