02. November 2006

Verteilungsbegehrlichkeiten

Seit Jahren hören wir immer wieder, dass die Kommunen pleite seien, der Staat aufgrund der Schuldenlast nicht mehr handlungsfähig sei, das es an allen Ecken und Enden an öffentlichen Geldern fehlt. Nun kommt eine Steuerschätzung, nach der dieses und nächstes Jahr mit 18 bzw. 20 Mrd. Euro Mehreinnahmen zu rechnen sei. Noch bevor dieses Geld halbwegs da ist, wird nun gezannkt, wie man es am besten wieder ausgeben kann.

Kann mir das mal jemand erklären? Die Neuverschuldung für das nächste Jahr soll 22 Mrd. Euro betragen, also wollen wir lieber vorher noch Kohle rausflanken? Abgesehen davon bekommt der Bund eh nur einen Teil des Kuchens ab, der Rest geht an Länder und Kommunen.

Ich finde die Forderungen nach einer Verteilung der angenommenen Mehreinnahmen wirklich unseriös. Macht mal einen ausgeglichenen Haushalt und fangt an, die Schulden abzubauen, wenn schon überall gespart und an den Leistungen gekürzt wird.

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viel besser: steinbru00c3u00bcck hat anfang des jahres einfach mal extrem niedrig geschu00c3u00a4tzt. die zu erwarteten mehreinnahmen werden jetzt einfach als erfolg verkauft.

18 Milliarden durch 80 Millionen =225?.
Wenn schon raus die Kohle, dann sinnvoll.

Das ist eingeu00c3u00bcbter politischer Reflex. Dass es nichts mehr zu verteilen gibt, ist ja eine Erfahrung, die relativ neu ist. u00c3u009cber Jahrzehnte bestand die Aufgabe der Politik darin, Geld zu verteilen und eigene Wu00c3u00a4hler glu00c3u00bccklich zu machen. Immer wenn ganz u00c3u00bcberraschend Geld auftaucht, das in den Haushalten nicht als "Pflichtausgaben" schon weg ist, dann erwacht der alte politische Urinstinkt: Geld ausgeben. Das ist bei Steuermehreinnahmen genauso wie bei EU-Fu00c3u00b6rdergeldern oder Fluthilfen.