Killerspieler

Jedes Mal, wenn Medien-gerecht ein junger Mensch Amok läuft und ein Blutbad anrichtet, kommt direkt nach dem Ausdrücken der Trauer um die Opfer die Forderung nach einem Verbot der sog. Killerspiele.

Bei dieser Forderung schwingen immer eine ganze Handvoll von Vorurteilen und Vermutungen mit, aber eben auch unterschiedliche Sozialisationen.

Killerspiele werden von denjenigen als Killerspiele angesehen, die sie selten oder nie gespielt haben und wenig Zugang zu Actionspielen haben. Wer sich einmal wirklich mit First-Person-Shootern auseinandergesetzt hat, der weiss wie packend diese Spiele sein können, wieviel präzise Hand-Augen-Koordination dazu gehört und wieviel Intuition man benötigt, um im richtigen Moment eine Aktion auszulösen, sei es Springen, Seitschritt oder Feuern. Es ist nun nicht so, dass nur blutrünstige Bestien abends mal eine Runde zocken, sondern sich die Freizeitaktivitäten in den letzten Jahrzehnten bei Teilen der Gesellschaft ordentlich verändert haben. Sicher, es gibt immer noch Leute, die einmal in der Woche den Rechner hochfahren, mit der Betonung auf der Anstrengung des Hochfahrens, um dann die beiden Emails der Woche abzurufen, zu lesen und evtl. sogar zu beantworten, auch wenn das eigentlich schon zu viel Zeit mit dem Rechner bedeutet. Es gibt aber immer mehr Leute, zu deren Medien- und Freizeit-Mix eben auch die Computernutzung ganz selbstverständlich dazugehört. Dieser Teil der Gesellschaft wird immer mehr zunehmen, weil eben auch die Durchdringung verschiedenster Lebensbereiche mit Computern, in welcher Form auch immer, stetig zunimmt.

Forderungen nach dem Verbot von Killerspielen kommen immer aus der Ecke der Gesellschaft, die Kontakt zu Computern nur jährlich beim Abschreiten der Cebit oder beim kurzen Beobachten der Enkel bekommt.

Ich fände es viel interessanter, mal einen Blick auf das Fernsehen an sich zu lenken. Ich bin immer wieder überrascht, dass Serien, die es zu meiner Jugendzeit aufgrund ihrer Actionlastigkeit nur abends zu sehen gab, i.d.R. nach 21 Uhr, mittlerweile am Nachmittag ausgestrahlt werden. Darüber, und über die absilut unerträglich Fokussierung auf Gewalt und Action in Film und Fernsehen sollte man auch mal reden, wenn man über Verbote von Killerspielen nachdenkt. Es heißt übrigens nie “der Mörder war passionierter Briefmarkensammler” oder “Pro7gucker”, sondern wenn, dann immer Killerspiel- und Internetnutzer. Passt ja auch besser ins Bild.

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18 Antworten auf „Killerspieler“

  1. Wir haben heute zu dritt auf dem Heimweg von der Schule heftig über das Thema diskutiert und waren alle einer Meinung. Es kann nicht nur an den Spielen liegen. Denn ich 99,999999…% der Counter-Strike-Spieler würden nie auf die Idee kommen, einen Amoklauf zu starten. In meiner Klasse und auch im Freundeskreis sind Leute, die tagtäglich stundenlang irgendwelche Computerspiele (“Killerspiele”) zocken und sind ganz normale Menschen. Der Urspung für einen Amoklauf liegt ganz woanders. Lasst die Spiele auf dem Markt!

    Heute morgen lauschte ich einer Hörerumfrage im Radio, wo sich eine alleinerziehende Mutter zu Wort meldete und stolz verkündete, dass ihre beiden schulpflichtigen Kinder ohne Fernseher und ohne Computer aufwachsen. Hallo? Diesen Kinder wird doch die Ausgrenzung schon mit in die Schultüte gepackt. Sie können nicht über die gestrige Folge mitreden, denn sie kennen die Sendung nicht. Sie können sich nicht über die neusten Computerspiele unterhalten. Schrecklich. Und wenn sie dann zu Freunden kommen, wo es PC und TV gibt, werden sie ohne Erziehung darauf losgelassen. Nunja, das müssen die Eltern selbst entscheiden.

    In der Wochenendausgabe unserer Tageszeitung war ein interessanter Artikel über Fernsehen bei kleinen Kinder. Sehr interessant!

  2. Mich erinnert die ebenso reflexhafte Ablehnung des Verbots der Killerspiele mit den ebenso immer gleichen Argumenten irgendwie an die Pro-Rennauto-Fraktion, die ja auch immer behauptet, dass man trotz 330 PS und 250 km/h kein Raser sein müsse. Und trotzdem rasen Sie – meist andere – zu Tode.
    Mir hat immer noch keiner erklärt, warum man Spiele mit hohen Ansprüchen an “präzise Hand-Augen-Koordination” sowie “Intuition” mit dem massenhaften Massakrieren von was auch immer verbinden muss.
    Nico, es geht nicht um Erwachsene wie Dich. Es geht um Kinder und leider immer weniger gefestigte Heranwachsende. Und die gehören zwar vor den Computer (viel eher als vor den Fernseher), aber nicht an Ego-Shooter.
    Dass ein Verbot nicht die Lösung ist, weiß ich auch. Aber ein wenig mehr kritische Auseinandersetzung erwarte ich von Dir schon.

  3. Mir ist es lieber, mein Kind lernt die Hand-Augen-Kombination z.B. beim Zeichnen, um ehrlich zu sein. Bevor es lernt zu zerstören – und sei es virtuell, soll es erst mal die Erfahrung machen, wie mühsam aufbauen ist. Und daß sich diese Mühe trotzdem lohnt.

    @ Christoph H. : Dein Argument von wegen Ausgrenzung stützt die Forderung nach einem Verbot von Gewaltspielen und -filmen. Wenn nämlich keiner mehr sowas spielen bzw. “sich reinziehen” kann, wird wohl über was anderes geredet werden müssen.

  4. also, ich habe als Vater auch nicht Killerspiele ganz oben auf der Liste der Sachen, die meine Kinder als erstes erlernen sollten. Und es gibt sicherlich schönere Spiele für Heranwachsende. Aber ein Verbot, und das weiß ich von meinem eigenen Heranwachsen noch ziemlich gut, macht eine Sache noch vieeel spannender als sie wirklich ist. Das Internet macht Sachen einfach erreichbar, das sollte man nie vergessen. Was ich aber durchaus sinnvoll finde, ist eine konstruktive Herangehensweise an das Thema Killerspiele, aber die erfordert natürlich vor allem Engagement bei den Eltern, was nicht überall gegeben ist.

    Kurz: schwierige Materie, aber Verbote sind keine Lösung.

  5. In der heutigen Ausgabe unsere Regionalzeitung war ein Kommentar abgedruckt, der meine Meinung sehr gut wiedergibt. Ich fasse kurz zusammen: Alle die jetzt ein Killerspiel-Verbot fordern, haben noch nie eines gespielt oder nutzen den PC nur, wie es Nico so schön geschrieben hat, zum _allwöchentlichen_ E-Mail-Lesen. Ein Verbot wäre nicht anwendbar, da es genauso wie bei Filmen tausende von Schlupflöchern gibt. Und noch dazu kommt, wie schon von meinen Vorrednern erwähnt, dass Verbot die ganze Sache noch spannender macht. Die Ursache für solche Amokläufe sieht der Kommentator nicht in den Killerspielen, sondern bereits viel früher in der elterlichen Erziehung, die meist schon nicht greift. Eine Schuld schreibt der Autor auch den Lehrkräften zu, die sich solche Personen mit Auffälligkeiten ignorieren.

  6. Mit auf die Verbotsliste kommen bitteschön CSI: Miami und Plastinator von Hagens (kein Respekt vor dem menschlichen Körper), E. Stoiber und S. Christiansen (Replikanten) und der Telephonsupport von T-Com, arcor und Co (aggressionsfördernd).

  7. wer den abschiedsbrief gelesen hat und dann noch die schuld darin sucht das der Täter möglicherweise mal ein computerspiel gespielt hat, denkt da wirklich etwas engstiernig. Zumal war der täter auch noch volljährig, d.h. er darf alle in deutschland erlaubten fsk18 spiele spielen.
    Habe selber jahrelang aktiv gespielt, kenne die community und weiss das man auch durchs “killerspiel spielen” eine ganze menge sozilaer kontakte aufbauen kann. Und genau das ist das was dem täter wirklich fehlte ,soziale kontakte und perspektive.
    Beim besten willen kann ich mir nicht vorstellen das der auslöser so einer solchen tat ein Computerspiele ein soll.
    Jemand der auf pixel schiesst der schiesst doch nicht auf menschen!
    Ich fahr doch auch kein rennen auf der autobahn nur weil ich vorher 4 stunden need4speed gespielt hab.

    Eins der spiele die immer wieder in verruf geraten ist z.b. Conterstrike..
    laut statistiken des steamnetworks spielen dieses spiel täglich mehrere milionen menschen. Genau so wie milionen menschen brot essen oder milionen menschen wasser trinken.

    es ist ganz klar ein generationsproblem, alte leute können nunmal nicht einsehen, dass computer und computerspiele immer mehr zur kultur gehören.
    es gibt lände in denen menschen ganze hallen füllen nur um ihre stars gegeneinander computer spielen zu sehen. komischerweise gibt es bis jetzt aus so ländern keine berichte über computerspielende amokläufern.

  8. hat sich eigentlich mal jemand seinen abschiedsbrief durchgelesen (bei TP zu finden)? er hatte einfach keinen bock mehr auf diese materialistische gesellschaft. er wollte überhaupt nicht über die letzte folge lost auf pro7 reden und dafür kam er bei den anderen kindern nicht gut weg. das zieht sich durch sein ganzes leben. er spielte (ego shooter) diese rolle doch nur nach, die ihm vom wahren leben aus gegeben wird. meistens ist man doch der underdog bei solchen spielen und am ende dann doch der sieger.

    und wo sind eigentlich die eltern 18 jahre lang vor dem amoklauf gewesen?

    wenn wir wirklich alles verbieten, wo bleibt die freiheit? wie können wir unseren kindern medienkompetenz beibringen wenn sie von uns volljährigen menschen alles nur gefiltert bekommen?

  9. Bin hier eigentlich nur gelandet, weil ich meinen Vornamen gegooglet habe.

    Ich habe aber natürlich auch eine Meinung zu der Killerspiel Verbotsdiskussion. Ich habe früher in meiner Jugend sehr gerne egoshooter gespielt und ich tue dies sogar heute noch manchmal mit über 30 Jahren!
    Ich bin trotzdem der Meinung dass man durchaus über ein Verbot von Killerspielen diskutieren kann. Einige sind wirklich ziemlich unapaettitlich. Allerdings Killerspiele im Zusammenhang mit Amokläufen zu verbieten spricht nicht gerade für die Intelligenz der Leute die das fordern. Es wird der komplexen Situation einfach nicht gerecht und offenbart eine große Hilflosigkeit. Ich denke hier hat in erster Linie unsere Gesellschaft, unser soziales Mitteinander versagt und nicht die usk. aber die Zusammenhänge sind mir auch zu kompliziert und so ist es wohl am einfachsten auf die USK loszugehen. Ist immer besser jemand anders als man selbst ist Schuld.

  10. ich liebe killerspiele wenn ich killerspiele spiele dann will ich immer mehr spielen und versuchen mir vorzustellen das das richtige menschen sind zb frau becker

  11. isch libe kilaspile weil dann wenn du hast du gekukt meine shwester dann ich mach dish kabutt

  12. Also ich finde Killerspiele ziemlich ganz O.K!!

    Es ist nämlich ein virtuelles Training, wie man die Menschen verprügeln/töten kann!!

    Man kann sich dadurch ein klares Ziel und Taktik verschaffen, wie man in der großen weiten gefährlichen Welt vorgehen muss!!

    Ich persönlich spiele 10 Std. am Tag Killerspiele!!

    Je mehr ich spiele, desto mehr Drang habe ich meinen ehemealige Lehrer(Wolfang Häger, Sabiene Becker-IL, Wolfang Cordes, Hans-Jürgen Dammer, Christine Germann) umzubringen!!
    (Ihretwegen sitze ich jeden Tag zu Hause und habe kein Job)
    Mir geht es derzeit total Dreckig!!
    Nirgens werde ich angenommen.
    Meine Lehrer haben mir das Leben regelrecht VERSAUT!!!!

    Ich trainiere noch weiter und bald werde ich mein Ziel erreichen!!!
    Ich habe mein Fachabi nicht bestanden wegen ihnen!!!

    Aber bald werde ich erlöst sein!!!

    Welche Spiele könnt Ihr mir eigentlich noch vorschlagen??
    Bitte um Hilfe!!
    Tel.: 0163/ 441 4462

  13. ich schwör ich habe das nicht gesagt das war mein freund
    ich liebe wolfgang häger sowie sabine usw ich bin nicht gefählich ich bin friedlich

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