Kostenfreie Kitaplätze für alle wollen alle irgendwie

Peter Struck fordert gerade mal kostenfreie Kitaplätze und natürlich wollen das alle, irgendwie, aber der Weg da hin ist noch unklar und man kann sich gerne in Details verlieren, oder wie soll ich die Meldung auf n-tv deuten, in der es erst heisst:

Struck kündigte an, die SPD-Fraktion wolle im Frühjahr einen Vorschlag unterbreiten. Sein Ziel sei es, dann unter den Koalitionsfraktionen und in Abstimmung mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ein Konzept zu erstellen. Gesprochen werden müsse darüber, in welchen Schritten der gebührenfreie Kindergarten zu erreichen sei und welche Unterstützung der Bund geben könne. “Mir wäre es wichtig, dass wir als Bund möglichst noch in dieser Legislaturperiode den Einstieg schaffen.”

Von der Leyen hatte sich ebenfalls für kostenlose Kindergartenplätze ausgesprochen. Forderungen aus der SPD, dies durch einen Verzicht auf Kindergelderhöhungen oder Freibeträge zu bezahlen, hatte sie jedoch abgelehnt.

Lasst Euch Zeit, da sollte man nichts überstürzen. Bis dahin kann man weiterhin fröhlich das Spiel spielen, dass man Freibeträge oder Kindergeld bekommt und dann auf der anderen Seite das Geld in den Kindergartenplatz steckt. So hat wenigstens die Bürokratie ihren Spaß.

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7 Antworten auf „Kostenfreie Kitaplätze für alle wollen alle irgendwie“

  1. Erstmal einen Kindergartenplatz bekommen. Ist oft gar nicht so einfach, wenn der Halbtagsplatz um 12:00 endet oder man nur einen Nachmattigsplatz bekommt. Hilft der berufstätigen Mutter nicht weiter. In dieser Hinsicht könnt ihr froh sein in Köln/Bonn zu wohnen. Hamburg ist kindergartenplatzmässig die Hölle.

  2. Mal unter uns: Kostenfreie Kitaplätze kommen denen zu Gute, die es eigentlich gar nicht treffen sollte. Die Kitagebühren berechnen sich (zumindest hier in Berlin)nach dem Einkommen der Eltern. Leute mit geringem oder gar keinem Einkommen zahlen einen eher symbolischen Betrag. Diejenigen, die man also integrieren will, erreicht man damit gar nicht. Das wäre eher ein Geschenk für \”Besserverdienende\”, die aber die Kitagebühren absetzen können.

  3. Wenn ich mir vorstellen würde, ich hätte eine prima Idee und würde zu meinen Kollegen gehen und sagen: \”Ich mach Euch im Frühjahr mal einen Vorschlag und dann setzen wir uns an ein Konzept und DANN muss das auch noch der Chef abnicken und DANN machen wir eine Spezifikation und DANN können wir die Entwickler dran setzen und DANN kommt die QS und DANN gehen wir damit live!\” Ich würde wohl schlicht ausgelacht.

    Davon aber mal abgesehen, hier in Berlin ist die Kita-Situation noch nicht so verfahren, zumindest nicht aus Sicht der Eltern. Die kleinen, nicht-städtischen Träger jedoch haben hier jeden Cent dreimal umzudrehen und erhöhen in schöner Regelmäßigkeit die zusätzlichen Beiträge. Kita-Reform-Gesetz sei dank.
    XDen städtischen Einrichtungen geht es ähnlich dreckig, aber die bekommen in solchen Situationen zusätzliche Gelder vom Bezirk in den Poppes geblasen.

  4. Das \”Berliner Modell\” ist doch schon nicht schlecht, das wäre doch nen guter Anfang. Hauptsache ist erstmal, genug Kitaplätze zu haben – optimal wäre eine Einkommensabhängige Gebühr.

    Wieso sollte alles kostenlos sein?

    PS: Alles Gute zum Namenstag!

  5. Das grundsätzliche Problem ist eigentlich, dass die Kindergartenplätze und deren Finanzierung einzig und allein Sache der Kommunen sind. Der Bund hat hier überhaupt keine Regelungskompetenz und kann nichts einfach anordnen oder beschließen. Prinzipiell müssen alle Kommunen die Gebührenfreiheit ihrer Kindertagesstätten beschließen. Da dies finanziell natürlich eine sehr teure Angelegenheit ist, muss das der Bund oder das Land kompensieren. Und damit sind wir beim Kernproblem: Hierfür sind Verhandlungen notwendig, die eben langwierig sind weil es so viele Akteure gibt.
    Ein gelungenes anderes Beispiel ist übrigens die massive Förderung der Ganztagsschulen unter Rot-Grün. Hier hat man einen kleinen Trick benutzt und die Schulen nicht pauschal mit Geld versorgt, sondern nur die zum Ganztagsbetrieb notwendigen Ausbauten (Mensa, Sportplätze, Werkräume etc.) bezahlt. So konnte der Bund direkt finanzieren.
    Mein Vorschlag wäre, die Kindergartengebühren im ersten Schritt für Eltern unter einer bestimmten Einkommensgrenze komplett zu streichen und dies durch einen Wegfall des Kindergeldes für Eikommensstarke zu kompensieren.

  6. hallo…kann mir bitte einer ein link schicken,wo man die kitagebühren berechnen kann!?

    thx im voraus

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