IT-Gipfelei

Gestern fand der IT-Gipfel der Bundesregierung statt, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel 250 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung geladen hatte. Derartige Treffen laufen nach dem immer gleichen Muster ab. Im Vorfeld wird über Lobbyarbeit herausgefunden, wer alles kommen sollte, es werden Begehrlichkeiten formuliert, dann die Wichtigkeit der Branche betont und anschliessend werden Fördergelder zugesagt. So auch dieses Mal, schlappe 6 Milliarden EUR für die nächsten 3 Jahre. Beklagt wurde der Fachkräftemangel. Beschlossen und verkündet wurde, dass die IT-Branche wichtig sei für Deutschland und dass mehr getan werden müsse.

Na Halleluhja! Da kommen also die Fettesten der Fetten der Branche zusammen, heulen rum und bekommen dann ordentlich Fördergelder.

Halten wir doch einfach mal fest: Die Firmen, die in den letzten 10 Jahren damit geglänzt haben, dass sie eher Bremsklotz denn Motor der IT-Branche sind, holen sich jetzt Geld ab bei Frau Merkel und lamentieren rum, dass der Bereich IT für Nachwuchskräfte nicht so interessant sei. So sieht Standortpolitik in Deutschland seit eh und je aus. Die Probleme werden nicht gelöst, sondern es wird eine Blendgranate gezündet, damit man die allgemeine Ablenkung nutzen kann für tolle Großprojekte wie die Gesundheitskarte, Toll-Kollekte, RFID im Supermarkt, VDSL-Regulierungsferien und wasweissichnichtnochalles. Es muß doch der Pioniergeist gefördert werden, das unternehmerische Risiko gefordert werden, damit neue Ideen entstehen und umgesetzt werden.

Die Wirkung des IT-Gipfels wird trotz aller Ankündigungen kaum meßbar sein, aber in einem Jahr als großer Erfolg verkauft werden. Die neuen Impulse finden sich Vielerorts, nur nicht beim gestrigen IT-Gipfel in Potsdam.

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Eine Antwort auf „IT-Gipfelei“

  1. Gähn, das habe ich bei den Tagestthemen gesehen. Da waren nur alte Knacker und ein sperater Studentenjahrgang anwesend.

    Ob die wichtigen Weichen gestellt wurden, bezweifle ich. Als da wären leichtere Firmengründung, gerinigeres Grundkapital bei Gesellschaften, günstigere soziale Absicherung für Kleinunternehmer und Schluß mit Rechtsurteilen, die junge Unternehmen im Keim ersticken.

    Aber gerade bei letzterem sitzt die Lobby ja als MdB selbst in der Legislative.

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