Jauch, die ARD und das drohende Ende der Welt

Kaum eine Schlagzeile wurde in den letzten Tagen so heiss diskutiert wie die Absage Jauchs an die ARD als Nachfolger von Sabine Christiansen. Exemplarisch für den Umgang mit dieser Nachricht sei dieser Artikel aus der Welt anzufhren, der der ARD bescheinigt, in einer Parallelwelt zu leben, die keiner verstünde.

Ein paar Aspekte an dieser Diskussion finde ich interessant:

1. Die Nachfolge von Sabine Christiansen wird zu einem Thema nationaler Wichtigkeit aufgebauscht. Es geht um die Nachfolge einer Talkshow, um mehr nicht. Um die Nachfolge einer Talkshow, die in den letzten Jahren vor allem gezeigt hat, dass dort jeder sagen kann, was er will, egal ob es zum Thema passt oder nicht, wobei die Moderatorin sich auf das Stichwortgeben beschränkt. Das macht Sabine Christiansen populär, denn Kritisches zur besten Sendezeit wollen die Teilnehmer der Quasselrunde natürlich nicht hören müssen.

2. Günter Jauch mag die Sympathien von Millionen von RTL-Zuschauern haben, aber wieso meint auf einmal jeder, dass ihn das zum Abhalten einer politischen Talkshow qualifiziert? Wieso ist Jauch plötzlich der Heilsbringer? Was qualifiziert ihn?

3. Die Sendung von Sabine Christiansen läuft unter Unterhaltung, nicht Politik, das erklärt einiges, wirft aber vor allem ein interessantes Licht auf die öffentlich-rechtliche Programmgestaltung.

4. Die Melange von Interessen verschiedener Produktionsfirmen, die den Moderatoren selber gehören, finde ich mehr als nur problematisch, vor allem im öffentlich-rechtlichen Umfeld. Hier wird gutes Geld verdient, das überwiegend aus GEZ-Einnahmen stammt. Das ist schon lange nicht mehr kosher.

5. Die Strukturen der ARD sind interessant. Eine dezentral aufgestellte Sendergruppe, die die Beschäftigung einiger Moderatoren zur Grundsatzfrage erhebt und beträchtliche Anstrengungen unternimmt, um diese Leute an sich zu binden. Gerne wird als Argument angeführt, dass der Moderator Stallgeruch habe, da er in der ARD-Senderfamilie groß geworden sei. Gehört es wirklich zum Auftrag eines Senders, bekannten Persönlichkeiten hoch-dotierte Moderatorenverträge zu geben, auch auf Kosten der Programmvielfalt?

6. Was macht eigentlich Programmdirektor Struve so? Was machen die Verantwortlichen, die für die Personalien Boßdorf, Ullrich, Jauch und Wasmeier verantwortlich sind? Ich werde das Gefühl nicht los, dass die ARD eine öffentlich-rechtliche Selbstbedienungsanstalt ist, die einen gut nährt, sobald man einmal in ihren Dunstkreis geraten ist und von einem der Verantwortlichen zur Person großen nationalen Interesses auserkoren wurde, was gleichbedeutend mit netten Verträgen ist, für die wenig Gegenleistungen zu erbringen sind.

7. Was kommt als nächstes? Dirk Bach wird Tageschau-Sprecher?

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9 Antworten auf „Jauch, die ARD und das drohende Ende der Welt“

  1. Die Frage in Punkt zwei finde ich berechtigt, aber egal, wie die Antwort lautet: Allein die Vorstellung, dass Günter Jauch als großer Name es schaffen könnte, wieder etwas mehr Zuschauer in ein politisches Format bringen, fand ich in den vergangenen Monaten sehr verlockend. Deshalb finde ich es schade, dass es nicht geklappt hat – und tatsächlich ein Armutszeugnis für die ARD, die sonst an allen Ecken und Enden die Sendezeit für politische Magazine kürzt.

  2. Ob Jauch hin oder her… soll mir egal sein. Die Talkshow hatte vorher auch keine Qualität und würde es wohl auch kaum mit Jauch sein. Aber Punkt 4 ist etwas, was schon länger sauer aufstößt. Schön, dass es mal jemand ausspricht.

  3. Jauch ist nicht nur Host von WWM, sondern auch ein gelernter Journalist, der durchaus nachhaken kann. Das merkt man z.B. bei SternTV leider nur selten, aber man ahnt zumindest, dass er es könnte.

    Und ja, Sabsis Salon ist Unterhaltung. Leichte Kost für den Sonntagabend. Das mag man ärgerlich finden, ist angesichts der politischen Probleme dieses Landes vielleicht auch zynisch, aber es funktioniert.

    Ein Skandal? Nicht ernsthaft genug? Ach komm. Das ist wie \”Mensch ärger dich nicht\” zu spielen und sich wirklich aufzuregen.

    Produktionsfirmen: Nico, so funktioniert Fernsehen. Keine, bzw. kaum noch große Studios, die mit einem gewaltigen Mitarbeiterstab alles unter einem Dach produzieren, sondern Netzwerke aus Spezialisten und Produktionsfirmen, die flexibel reorganisiert werden können (Wobei es bei der ARD noch lange nicht so extrem ist wie bei den Privaten).

    Und ja, Fernsehen, auch öffentlich-rechtliches, braucht Stars. Ich glaube aber nicht, dass hoch-dotierte Verträge zwingend der Programmvielfalt im Wege stehen.

    Da gibt es ja auch ganz wunderbare Formate bei den ÖRs. Die sollte man nur nicht dort suchen, wo der Mainstream abgefüttert wird (Vorabend, Sonntagabend, …). \”Das Erste\” ist nunmal per Definition der Sender für den kompilierten Mainstream der Landesanstalten, Kultur und Kontroverse gibt es nebenan.

    \”von einem der Verantwortlichen zur Person großen nationalen Interesses auserkoren wurde\” – Nunja, Jan Ullrich zum Beispiel war bereits ein ganz passabler Radfahrer (u.a. 1993 Amateurweltmeister), bevor er zum Medienstar wurde. Der wurde nicht auserkoren, sondern hat sich durch seine Leistungen quasi aufgedrängt.

  4. Die einzig interessante Frage zur Sonntags-Christiansen ist doch, was sie sich dieses mal hat liften lassen?

    Was hast du gegen Dirk Bach als Tagesschausprecher? Als Extra-Sendung ?Nachrichten für Kinder? o.ä. könnte ich mir das tatsächlich sehr gut vorstellen, auch für die ?großen Kinder.? :-)

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