Hamburger SPD: Kahrs macht den Herberger

In der Hamburger SPD wird gerade fröhlich jede Chance auf eine erfolgreiche Teilnahme an der nächsten Bürgerschaftswahl vergeigt. Für Welt und Abendblatt ein gefundenes Fressen, denn nun wird nicht nur über aktuelles berichtet, sondern auch seit Tagen umfangreiche Abgesänge auf die Hamburger SPD veröffentlicht, Tenor jeweils “damals war die SPD noch gut”.

In der SPD gibt es seit Ewigkeiten neben den sieben Kreisen mit ihren Interessen auch noch die Aufteilung in links und rechts, die in Regierungszeiten zu einer mühseligen Austarierung der Interessen und des Einflusses führten. Immer schön nach dem Motto “ich ein, du ein” wurden Posten und Ämter verteilt, damit Ruhe im Karton war und nach Außen gezeigt wurde, wie einheitlich man ist in dem kleinen Stadtstaat mit überschaubar wenig Mitgliedern.

In Zeiten der Opposition ist dies natürlich schwieriger, da gehen jede Menge Leute leer aus und die Unzufriedenheit sinkt. Das kann man sich zu Nutze machen, um seine eigenen Ansprüche zu sichern.

Hinter dem derzeitigen Heckmeck bei der Hamburger SPD steht eindeutig Johannes Kahrs, der derzeit die Situation ausnutzt, dass Parteichef Petersen nicht unumstritten ist und es in der zweiten Reihe immer wieder Leute gibt, die sich zu mehr berufen fühlen, aber bislang für höhere Ämter ignoriert wurden, was natürlich an der Eitelkeit kratzt. Daher die Unterstützung für Dorothee Stapelfeldt, die eigentlich nach dem klassischen Rechts/Links-Muster aus Mitte niemals Unterstützung erfahren würde. Aber, es gilt eben auch als sicher, dass sie bei der nächsten Bürgerschaftswahl gegen den nachwievor populären Ole von Beust keinen Stich bekommen würde.

Bei der übernächsten Wahl wäre Kahrs dann bereit, zum einen mit dem Argument, dass nachdem “ich ein, du ein”-Muster nun ein Rechter dran sein müsse, zum anderen, weil die Linken versagt hätten und vor allem, weil er sich gegen dann einen neuen Kandidaten bei der CDU bessere Chancen ausrechnen würde als zum jetzigen Zeitpunkt.

Insofern wird jetzt eine Genossin ins Rennen geschickt, die dann bei der Mitgliederbefragung aufgrund der traditionell besseren Mobilisierung der Rechten innerhalb der Hamburger SPD auch aufs Schild gehoben wird, um sie dann dort alleine zu lassen, die dann die Wahl verliert, damit danach Johannes Kahrs genug Zeit hat, sich als Kandidat aufzubauen, wenn der Gegner vermeintlich schwächer ist.

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3 Antworten auf „Hamburger SPD: Kahrs macht den Herberger“

  1. Bei all dem Heckmeck, wie Nico es nennt, muss man aber doch auch sehen: Fast alle, die mit Mathias Petersen seit langem eng zusammenarbeiten (oder dies sollten), haben sich gegen ihn gestellt. Die ganzen Unterstützer, die sich jetzt melden, kennen ihn aus der Zeitung oder aus gelegentlichen Veranstaltungen. Ob das trägt? Und was Johannes Kahrs angeht, dessen Fan ich nicht bin: Was meinst Du, was der in seinem Kreis zu ackern hat, um die Entscheidung für die \”linke\” Dorothee Stapelfeldt zu begründen?

  2. ich glaube nicht, dass er viel ackern muss, die aussicht auf posten hat seine prätorianer-garde immer schon umgestimmt und auf kurs getrimmt.

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