28. Februar 2007

Rücktritt des Hamburger SPD-Landesvorstands

SPD-Landesvorstand tritt geschlossen zurück – alles andere wäre auch nicht mehr vermittelbar gewesen.

Allerdings: Die eigentlichen Verantwortlichen für das sinnlose Gekaspere in Hamburg sind die sieben Kreisfürsten. Die Kreisvorsitzenden sollten ebenfalls ihren Hut nehmen, denn sie haben diese Situation maßgeblich verbockt. Unter den Kreisvorsitzenden gab es Unzufriedenheit mit Petersen und Dorothee Stapelfeldt wurde als Notlösung aus dem Hut gezaubert. Man versucht aber nicht, den König aus dem Land zu laden, wenn man keine Ahnung hat, wer es danach machen soll. Nun stellen alle fest, dass die SPD Hamburg ein ziemliches Problem hat. Klar hat sie das, und es fängt bei der Verantwortungslosigkeit der Kreisvorsitzenden an, die den Landesvorsitzenden demontiert haben, ohne eine Alternative zu haben. Ich dachte, das lernt man frühzeitig bei den Jusos oder beim Geklüngel im Ortsverein.

Am Tag des Rücktritts des Landesvorstands sieht die Situation der Hamburger SPD so aus: kein Landesvorsitzender in Sicht, kein Spitzenkandidat. In den letzten Wochen haben alle möglichen Kandidaten sich nicht mit Ruhm bekleckert. Also müsste jetzt jemand von aussen geholt werden, aber bei der Dilettantentruppe hat natürlich niemand Lust auf die Aufgabe, vor allem niemand, der derzeit eine wichtige Funktion inne hat und von dem man erwarten könnte, dass er 2008 Ole von Beust ersetzen wird. Die Kreisfürsten sind alle nicht in der Lage, mehr Verantwortung zu übernehmen, sie haben augenscheinlich mehr als nur mangelndes Politikverständnis. Die Rolle von Mitte und Kahrs ist natürlich zentral beim derzeitigen Debakel, aber generell muß man schon sehen, dass die Kreisvorsitzenden insgesamt versagt haben.

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auf die verfilmung bin ich gespannt, auch wenn ich deine analyse nicht teile, abgesehen davon, dass petersen die welt nicht mehr versteht.

Es ist immer einfach, die Schuld bei seinen Lieblingsfeindbildern zu suchen. Da bleibt das Weltbild im Lot. Die Gru00c3u00a4ben liefen diesmal aber ganz anders als gewohnt, und es ist schon ein echtes Novum, dass Alheit, Damerau, Kahrs, Rabe und Pu00c3u00b6rksen gemeinsame Interessen vertreten. Die Frage ist nur fu00c3u00bcr was bzw. gegen wen?

Petersen ist hierbei nichts weiter als eine Marionette. Leider, denn eigentlich ist er ein netter Kerl. Seine Berater - alle ausgewiesene und altgediente Experten im sozialdemokratischen Ru00c3u00a4nke- und Intrigenspiel - haben ihn eindrucksvoll als Don Quijote gegen den bu00c3u00b6sen Funktionu00c3u00a4rsapparat instrumentalisiert, um selbst noch mal ein wenig am Machtspiel teilzuhaben. Die Rolle von Mitte ist hierbei in der Tat zentral. Aber nicht in Person von Johannes Kahrs oder anderen Genossinnen und Genossen der ju00c3u00bcngeren (bei der SPD ist jeder unter 60 jung) Generation aus dem aktivsten Kreis der Hamburger SPD.

Wagner, Kleist, Ehlers, Runde, Elste gegen Kahrs, Damerau, Alheit, Pu00c3u00b6rksen, Rabe. Die Inszenierung war fast perfekt. Fast. Erst wird Voscherau verhindert, und dann werden wieder Bu00c3u00bcrgermeister gemacht.

Das wirklich Skurile ist, dass die megapeinliche und unglaubliche Geschichte mit den 1000 geklauten Stimmzetteln dieser Farce ein vorlu00c3u00a4ufiges Ende bereitet hat. Und das mu00c3u00b6glicherweise ausgerechnet Voscherau hierdurch wieder wie Phu00c3u00b6nix aus der Asche steigt.

Nur Petersen versteht wahrscheinlich die Welt nicht mehr. Er glaubt wahrscheinlich immer noch, dass er die Wahl doch gewonnen hat. Wenn man 10 Jahre Seiteneinsteiger bleibt, hat man nicht wirklich was dazu gelernt.

Dieter Wedel hat bestimmt schon mit dem Drehbuch zu einer neuen Affu00c3u00a4re Semmeling begonnen.

Da bleiben nicht mehr viele u00c3u00bcbrig. Vielleicht werden die Rufe nach Voscherau doch nochmal so laut, dass er zuru00c3u00bcckkehrt?

Es ist doch so.
Der tolle Johannes und der auch toll sein mu00c3u00b6chte Jan Pu00c3u00b6rksen wollten ihre Leute platzieren und Mathias hat wohl "nein" gesagt.

Naja, und die Kreisvorsitzende in Altona hat Olaf und Britta im Nacken.

Aus meiner Sicht mu00c3u00bcssen die 5 Kreisfu00c3u00bcrsten benefalls zuru00c3u00bccktreten und Johannes sollte sich nach einer neuen Partei umsehen. Am besten wu00c3u00a4re fu00c3u00bcr in eine ICH-Partei.

Es sollten nicht die 7 Kreisvorsitzenden, sondern die 5 mu00c3u00b6chtegern Landesfu00c3u00bcrsten zuru00c3u00bccktreten, denn denen und deren Machtgeilheit haben wir den Schlamassel zu verdanken.