Voscherau lehnt Spitzenkandidatur ab

Henning Voscherau hat eine kluge Frau, gut, dass er auf die hört:

Ohne Umschweife: Meine Familie ist entsetzt über die Abläufe der vergangenen Wochen. Sie befürchtet, dass ich als nächster verheizt werde. Sie würde mich notgedrungen unterstützen, ist aber in Wahrheit alarmiert und unglücklich über eine Rückkehr in die Politik. Mein Frau rät mir ab.

Ich sehe die die Lage der Partei, werde ihr gern helfen, aber für die Spitzenkandidatur fehlt es an politischen und familiären Voraussetzungen.

Mittlerweile hat Mathias Petersen ja schon auf die Spitzenkandidatur verzichtet, insofern gibt es wenigstens etwas Positives zu berichten. Voscherau tut gut daran, jetzt nicht als Kompromiß-Kandidat ins Rennen zu ziehen. Allein schon die Überlegungen, ihn nach zwei Jahren durch einen Jüngeren zu ersetzen, zeigen den Charakter dieser versuchten Nominierung. Als Lame Duck kann man keine Wahl gewinnen.

So, und wer nun? Schläft da noch jemand mit offenem Fenster, oder hat wirklich niemand ernsthaftes Interesse an der Spitzenkandidatur für die Bürgerschaftswahl 2008?

[ via: Voscherau-Erklärung: “Meine Familie ist entsetzt” – Politik – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten ]

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9 Antworten auf „Voscherau lehnt Spitzenkandidatur ab“

  1. Es war von vorneherein die falsche Idee, Henning Voscherau die Kandidatur anzutragen. Das Signal war fatal: Schaut her, wir haben keine neuen Kandidaten und können nur von der Vergangenheit zehren.

    Davon getrennt sehe ich aber die Problematik des Landesvorsitzenden. Hier hätte ich erwartet, dass jemand wie Henning seine Autorität und seinen Ruf in den Ring wirft, Vorsitzender wird und die Partei eint. Das wäre jetzt IMHO seine Aufgabe.

  2. Ich hätte schon Interesse an der Kandidatur, dann könnte ich öfter zum HSV – und als Vorsitzender des zweitgrößten Bamberger SPD-Ortsvereins sollte ich die notwendigen Voraussetzungen ja haben.. :)
    Im Ernst: Ich bin ziemlich erschrocken, welches Bild die Hamburger SPD gerade abgibt; Voscheraus Entscheidung kann ich sehr gut verstehen.

  3. Vielleicht wäre es ja nicht unklug einmal auszusetzen und nicht an der Wahl teilzunehmen. Sozusagen als kreative Pause der SPD … *vergisses*

  4. Nico, unser Kandidat 2.0 !

    Ich werde gleich mal Johannes anrufen und ihm sagen, dass ich bei der bundesweiten Suche fündig geworden bin.

  5. Da kann doch wohl nur einer noch helfen (und ich wundere mich, dass noch keiner von den Genossen ihn ausgekramt hat): Helmut Schmidt.

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