Ich habe Kinder, ich kann mittlerweile viele Dinge nachvollziehen, die mir sonst nicht einleuchten wollten. Ich kann nachvollziehen, dass ein Kind gerne von einer Brücke guckt und die anwesenden Erziehungsberechtigten nötig, ebenfalls von der Brücke zu gucken.
Aber: wieso bitte stehen ständig Leute auf den bundesdeutschen Autobahnbrücken und gucken herunter?
Ist es die Sehnsucht nach Geschwindigkeit? die Hoffnung auf einen Unfall? Langeweile? Angst vor dem Sprung? wildes Waswärewennnachgedenke?
Ich sehe Spaziergänger, Leute auf Fahrrädern, auf Pferden, Leute, die aus Autos aussteigen, alle haben sie nur ein Ziel: von der Autobahnbrücke auf die vorbeirasenden Autos zu gucken. Hat man das Konzept, kurz “brruuuum” genannt, nicht nach einem Mal verstanden? Wird das nicht langweilig? Bekommen wir so das Problem marodierender Großstadtbanden in den Griff, indem wir attraktivere Autobahnbrücken zum Runtergucken bauen? Oder warten die alle nur auf den geeigneten Moment, um herzhaft auf einen vorbeifahrenden Wagen zu rotzen?
Das sind so viele Fragen, bestimmt kommt bald eine Dokusoap, die mir das beantwortet: “Die Autogucker – Menschen auf Deutschlands Autobahnbrücken. Ihre Motivation, ihre Ängste, aber auch ihre Sehnsüchte.”
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