Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger hat mit Hilfe von Roland Berger herausgefunden, dass für das Wachstum einer Metropole nicht nur Unternehmens-Ansiedlungen wichtig seien, sondern auch eine große Anzahl kreativer Menschen, die in der Stadt leben und arbeiten. Ach.
Dräger interessiert sich vor allem für junge Leute: “Deren Anwerbung ist leichter und günstiger als die von ausgebildeten Fachkräften”. Stimmen müssten dafür aber auch Standortfaktoren wie das Lebensgefühl, das mit Hamburg verbunden werde. Die “Stadt am Wasser” reiche dafür als Konzept nicht aus. Deshalb sei etwa eine gezielte Vermarktung auch alternativer Stadtteile und Wohnviertel, in denen Kreative gerne leben, ein denkbarer Weg.
Kreative sind nicht doof, die finden schon die lebenswerten Stadtteile von ganz alleine. Es würde allerdings ordentlich helfen, wenn in Hamburg finanzierbarer Wohnraum verfügbar wäre, gerne auch in Wohnvierteln, in den man gerne leben wollen würde. Da gab es mit der Hafencity eine Riesenchance, die bislang vergeigt wurde und jetzt zum Penthouse-Ghetto wird. Dräger sollte mal in den ICE steigen und nach Berlin fahren, da gibt es massig viel finanzierbaren Wohnraum, der eine enorme Sogwirkung auf die Kreativen auslöst. Und ich rede hier nicht von Wohnsilos am Rande der Stadt oder in altbekannten Problemstadtteilen wie Veddel oder Wilhelmsburg, sondern von Altbau mitten drin.
Wenigstens wurde jetzt mal etwas Geld für Powerpoints aus dem Hause Roland Berger angelegt, die das offensichtliche, was man u.a. aus jeder anderen wachsenden westlichen Großstadt auch sehr einfach hätte selber ableiten können, darstellt und eine schöne Pressekonferenz abgehalten, das ist ja auch etwas.
[ via: Hamburg soll Stadt der Talente werden ]


