Keine Bubble 2007

Die Frequenz, mit der Twitter-Clones, Socialnetworks und Online-Stammbäume das Licht der Welt erblicken sollen, lässt einige Leute darauf schliessen, dass eine neue Bubble entsteht. Ich sehe das nicht so, da vor allem die bislang investierten Summen viel geringer sind als Ende der 90er, aber auch so richtig absurde Sachen komplett fehlen. Derzeit versuchen eben viele, mit bekannten Themen loszulaufen, und da bieten sich eben Social Networks an. Einige Perlen entstehen aber durchaus, was mich darin bestärkt, dass der Markt ordentlich wächst, aber nicht bubbelt.

Ein paar Zahlen von Startup Squad, die ich einfach mal ungeprüft übernehme, weil sie a) plausibel klingen und b) mein Argument unterstützen:

In year 2000 – $25.7 billion invested
In year 2001 – $8.7 billion invested
In first half of 2002 – $2.3 billion (the dark days)
In first half of 2003 – $1.7 billion (the real darky days)
In first half of 2006 – $2.2 billion (so called Web20 bubble days)

Viel besser wird aber der derzeitige Stand der Entwicklung durch dieses Foto von Frontrunner illustriert:

Wired und Red Herring im Vergleich zwischen 1999/2000 und 2007.

[ via: alarm:clock euro: Bubble 2007 Metrics ]

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2 Antworten auf „Keine Bubble 2007“

  1. Hm. Die Zahlen klingen vielleicht plausibel und ich habe selber auch genau diesen Eindruck, dass nämlich die ganz ganz großen Geldwegwerfer ausbleiben, dass die ganz großen Parties ausbleiben usw.

    Was ich allerdings trotzdem sehe, ist, dass momentan wieder viele Geldgeber durch die Gegend laufen und Metoo-Projekte finanzieren, von den nur ein Bruchteil auch nur ansatzweise die Chance hat, für irgendwen finanziell lukrativ zu sein. Als Entwickler profitiere ich natürlich in gewisser Weise von diesem Boom, hätte aber auch nichts gegen Projekte, die vielleicht etwas substantieller sind als das 5te Sozialnetzwerk zu Thema X oder noch ein Twitter-Klon. Es gibt diese Projekte, sie sind aber rar, bzw. gehen in dem Gros der anderen weitestgehend unter.

    In einem haben wir allerdings eine ähnliche Situation wie damals: Damals ist das Zeugs (neben dem eigentlichen Blaseneffekt) vor allem an der fehlenden Benutzerbasis gescheitert. Die ist jetzt zwar da, aber ein Großteil dieser Benutzerbasis versteht das, was wir so gern als Web2.0-Features anpreisen (UGC, Dinge wie Tagging, das ganze Syndikationszeugs, Web als Plattform) noch nicht. Mit dem Ergebnis, das vielen Plattformen auch wieder die Benutzerbasis fehlt.
    Da machen wir vermutlich auch an vielen Stellen noch keinen besonders guten Job und so wird es auch dieses Mal so sein wie damals: Ein paar richtig gute und clever finanzierte Ideen werden übrig bleiben und der Rest wird untergehen wenn den VC\’s das Geld ausgeht oder sich ein scheinbar lukrativeres Geschäftsfeld auftut.

    Insofern gut zu wissen, dass sich die Menge an verbranntem Geld in Grenzen hält, das verkleinert die Menge an Opfern, aber dass sich eine gewisse Blase an unsinnig investiertem Geld angesammelt hat, das ist schwerlich von der Hand zu weisen, finde ich.

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