Barcamps, Webmontag, Kommerz, Chaos und Ideen

Nico —  13.06.2007

In der Nachbetrachtung des Barcamps Hamburg wurde Kritik an einer zunehmenden Kommerzialiserung der Barcamps geäussert und Patrick redet von einer weiterziehenden Avantgarde, was auch immer das sein mag. Jan begrüßt hingegen den Gründerspirit auf dem Barcamp Hamburg. Dazu habe ich ein paar Anmerkungen.

Ich stelle mir ein Barcamp idealerweise so vor:
– weitesgehend selbstorgannisiert.
– Sponsoren decken Raum/Netz/Verpflegung/Party ab.
– Leute reden über das, was sie interessiert.
– idealerweise bilden sich Themenkomplexe heraus und werden lebhaft diskutiert, auch nach dem Barcamp.
– das Kennenlernen von anderen Leuten steht neben den Workshops und Vorträgen im Vordergrund, ganz gleich ob kommerzielle Absichten verfolgend, einfach nur so oder für die Kunst an sich.

Letztendlich zeigen die vielfältigen Reaktionen auf das Hamburger Barcamp, dass dort wohl ein breites Spektrum an Themen und Personen eine gute Grundlage gebildet hat. Es liegt in der Natur der Sache, dass man dann nicht alles spannend findet und nicht jedes Angebot wahrnehmen will. Ich denke mal, dass sich die Barcamps ganz wunderbar ihren Raum zwischen Kommerz, Kultur und kewlen Typen behaupten werden. Die Webmontage sind für mich so eine Art Mini-Barcamp, die sich aufgrund der Kürze der Zeit ganz hervorragend für eine Handvoll knackiger Präsentationen oder Anregungen eignen. Bei beiden Veranstaltungsformen setze ich einen in gewisser Weise chaotischen Ablauf voraus, das ist ja gerade der große Pluspunkt an dieser Art der Veranstaltung. Da gibt es natürlich auch Reibungsverluste, aber eben auch viel Potential, das spontan freigesetzt wird und eben nicht von einer Konferenzleitung ignoriert wird.

Irgendwann will ich dann auch mal auf ein Barcamp gehen, aber da es mit der alten DGB-Forderung „Samstag gehört Papi mir!“ kollidiert, habe ich bislang immer schweren Herzens auf eine Teilnahme verzichtet, da ich versuche, die Wochenenden für die Familie frei zu halten.