Die linkspopulistischen Konservativen

Nico —  16.06.2007

Nach dem für viele als Freudentag erfundenen Tag der Abschaffung der PDS hat sich nun die Partei als Die Linke zusammen mit der WASG neu konstituiert. Wie immer kann man so etwas unterschiedlich interpretieren. Ich finde, dass da zwei Parteien aus Ost und West zusammenegehen, die viele Gemeinsamkeiten haben. Lauter alte Funktionärsfuzzis, die ihre Zukunft lange hinter sich hatten, inhaltlich ausgebrannt sind und die heile Welt der 70er Jahre als die zu erstrebene gesellschaftliche Zukunft verklären. Das ist die sog. Linke, mit Oskar Lafontaine vorneweg, der zwar populistisch gerne auf die Kacke hauen mag, aber nicht wirklich nach Vorne gerichtete Alternativen aufeigen kann.

Einige beschwören jetzt Mehrheiten links der Mitte, andere sehen ihre Wähler besser mobilisiert aus Angst vor den Linken, ich sehe vor allem die Chance für meine Partei, die SPD, dass ein großer Haufen der Bremser aus der zweiten Reihe jetzt in der sog. Linken rumsitzt und auf eine weitreichende Postenverteiling hofft. Eigentlich kann die SPD nur gewinnen, wenn sie weiter an der eigenen Erneuerung arbeitet und wenigstens ein Programm verabschiedet, das in die richtige Richtung zu zeigen vermag. Nämlich vorwärts.

Das mahnende Zitat von Willy Brandt sollte man eigentlich jedem Genossen ins Parteibuch schreiben: „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum besinnt euch auf eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“

Die sog. Linke ist das Gegenstück dazu, in die Vergangenheit gerichtet und den Besitzstandswahrern zugeneigt. Aber so wird es nicht vorangehen mit der Gesellschaft und keine der drängenden Probleme werden auch nur annähernd gelöst werden.

7 responses to Die linkspopulistischen Konservativen

  1. Ich dachte immer, du wärst bei der CDU?!

  2. werd nich frech.

  3. Hmm. Ja. Hast du eigentlich Willy Brand gekannt? Ich meine mal so ein privates Wort mit ihm oder dem Onkel gesprochen?

    Aber keine Sorge ich Hubertus Heil auch toll und Benneter. Müntefering ist die Zukunft unbestreitbar. Du hast recht.

  4. Jochen, nein, ich habe Willy Brandt nicht persönlich gekannt. Und ich sehe keinesfalls, dass die SPD einfach nur \“weiter so\“ machen muß, da gibt es einiges zu tun. aber die ansätze sind da, im gegensatz zur sog. linken.

  5. hehe, hab ich wirklich gedacht. weil du mal ne ganze weile über die CDU recht viel geschrieben hast…

  6. Nico und die CDU, auch ein lustiger Gedanke ;-)

    Aber nun einmal zu dem ernsten Thema dieses Beitrags, die neue SED. Als solche kann die Partei ruhig bezeichnet werden, denn die Forderungen die der Genosse Lafontaine aufstellt um die alten Kader auf Linie zu bringen, haben durchaus SED-Charakter, bezogen auf die Freiheiten für die Wirtschaft nicht auf andere Themen dieser stastatragenden Partei wie das ermorden von Menschen die die DDR verlassen wollten, aber dabei in eine Gewehrkugel gelaufen sind.

    Der einzige Politiker der es, wenn auch überspitzt, korrekt formuliert hat, ist Westerwelle gewesen. Wenn die Linke stärker wird werden wir eine Beschränkung der freiheitlichen Grundrechte erleben, daher ist die Losung Freiheit oder Sozialismus nicht verkehrt.

  7. Habe geträumt, hier einen Kommentar abgegeben zu haben. Der ging um die relativ schummrigen Zukunftsaussichten der SPD, und darum, dass Die Linke für die SPD-Bremser sicher keine schicken Posten reserviert hat und dass man sich als guter alter SPD-Wähler jetzt dann lieber auch mal langsam nach Parteialternativen umsehen könnte und dass Die Linke mit vereinten Kräften vorgeführt werden muss. Oder so ähnlich. Sowas hätte ich natürlich nie wirklich geschrieben …