Facebook als Taktgeber

Nico —  25.06.2007 — 6 Comments

Derzeit hagelt es in meiner Inbox täglich Facebook-Friendrequests. Dicht gefolgt von Dopplr und Twitter. Auf gut Deutsch geht da gerade die Luzi ab.

Noch vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass Facebook eine strahlende Zukunft haben könnte, zu unsexy sah das Portal aus, zu eng die Möglichkeiten der Nutzung. MySpace war bunt, chaotisch und trotz vieler Augenkrebs verursachender Seiten irgendwie sehr witzig und hatte massiven Zulauf. Widgets wurden embedded, etliche Firmen verdanken ihre User lediglich der Reichweite von MySpace. Die Reaktion von MySpace war nicht, dass man dies unterstützt und förderd, sondern dass man immer wieder auf die Nutzungsbedingungen hinwies, seine Muskeln spielen liess, Widgets sperrte und sich aufführte wie King Louie. Ausgehende Links in Wdgets werden unterbunden, Links zu anderen Seiten durch eine spezielle MySpace-URL ersetzt und so weiter und so fort.

Facebook hingegen machte lange nichts, ausser sich Übernahme-Avancen zu widersetzen. Dann wurde Facebook F8 gelauncht und das Blatt hat sich total gewendet. MySpace hat dne Zenith erreicht, Facebook hingegen treibt gerade alle vor sich her. Die Art und Weise, wie sich Facebook als Plattform darstellt und andere Applikationen dort quasi embedden lässt, ist einfach phantastisch. Die Anzahl der Applikationen steigt täglich und die gegenseitige Befruchtung ist für beide Seiten von Vorteil, aber eben insbesondere für den User sehr chic und einfach. Wir haben letzte Woche einen Mabber-basierten Groupchat eingeführt, so dass man jetzt in jeder seiner Gruppe mit allen Beteiligten einen Groupchat machen kann. Das ist nur ein Beispiel, wie man Facebook nutzen kann als Plattform.

Linkedin und Plaxo haben gestern announced, dass sie ähnliches vorhaben und sich dem User mehr öffnen werden. Mein Freund Mehrdad sagt schon seit geraumer Zeit, dass man sich öffnen muß, ansonsten hat man als Plattform verloren. Xing sollte hier dringend etwas tun, als User wird man in ein sehr starres Korsett gepresst, da geht das bislang eher unspannende Linkedin jetzt wohl in die richtige Richtung, jedenfalls nach eigenen Aussagen.

Nach der Widget-Welle auf MySpace, die zu einer wesentlichen Öffnung vieler Portale beigetragen hat, kommt jetzt die Embeddable-Application Welle, die dazu führen wird, dass mal eben hingestrickte Portale ohne API und ohne langfristiges Konzept durchaus baden gehen werden. Sicher, es wird immer einige oldschool SocialNetworks geben, aber die jungen Leute von Heute wird man dort nicht mehr finden. Extra Credit gibt es für ebenfalls nutzbare mobile Versionen mit, gekennzeichnet durch http://m.plattformname.com.

Facebook gibt derzeit den Takt vor, und dass bei einem nur 23 Jahre alten CEO. Respekt.

6 responses to Facebook als Taktgeber

  1. Du bist mir zuvorgekommen. Genau so ist es.

  2. great minds think alike.

    but I am faster. :)

  3. \”xing sollte unbedingt was tun\”… ja warum denn? die HABEN bereits ein prächtig laufendes geschäftsmodell, die MÜSSEN nicht mehr ;-)

    und dass bei myspace nichts mehr los ist, kann man auch nicht sagen. beide wachsen laut alexa gleich schnell, nur ist myspace rd. doppelt so trafficstark.

  4. mark, mir ist es herzlich egal, ob sie etwas tun, aber es wäre sicherlich förderlich, würden sie sich öffnen.

    bzgl. myspace: noch :)

  5. \”..und dass bei einem nur 23 Jahre alten CEO. Respekt\”

    Respekt fuer seinen Weitblick .
    Ich denke behaupten zu koennen, die Mehrheit waere dem anfaenglichen finanziellen Angeboten unterlegen …

    *interessanter Artikel

  6. gutes summary. ich benutze facebook ein-zweimal täglich nur noch wegen applikation blogfriends, weil es einen erfrischenden einblick in die blogosphäre ermöglicht: was lesen meine facebook friends. es braucht ein gewisses zeitinvestment zu beginn, bis facebook für einen mehrwert bietet. es wird schnell zu einem riesigen waste of time…

Los, kommentier das mal!