Archiv für Juni 2007

18. Juni 2007

Fast Gestrandet

Nachdem ich Fischmarkt: Gestrandet gelesen hatte, wurde mir klar, wieviel Glück ich hatte, dass ich doch noch aus München herausgekommen bin.

Mein Flieger sollte um 17:30 gehen und irgendwann vor dem Boarding-Zeitraum fragte mich Heiko, ob es sich am Flughafen schon zuziehen würde, in der Münchener Innenstadt sei ein riesiges Gewitter. Ich guckte heraus und es sah nicht mehr so sonnig aus wie noch 45 Minuten vorher, als ich das Flughafengebäude betrat. Der Abflug wurde weiter verschoben, denn das Flugzeug war immer noch nicht da, schliesslich auf 18:50 und irgendwann lud dann Germanwings zum Boarden ein.

Als ich im Flieger saß, prasselte der Regen los, so dass ich das neben uns parkende Flugzeug nur noch erahnen konnte. Einige Blitze erhellten das Vorfeld und im Flieger dampfte die Klima-Anlage, was einige Leute gleich nervös werden liess, schliesslich hat man nicht oft Dampf im Flugzeug. Nach einer Weile informierte uns der Pilot, dass das Flugzeug vor der Landung 1 1/2 Stunden über München gekreist und dass der Flughafen geschlossen sei und wir warten müssen, da wir nach der Öffnung sicherlich an Position 20-30 auf den Start warten müssten.

Murrend nahmen dies die Passagiere zur Kenntnis, nur um kurze Zeit später verblüfft zu bemerken, dass das FLugzeug die Parkposition verliess. Der Pilot meldete sich wieder und sagte: “Da die anderen Flugzeuge derzeit nicht starten wollen, haben wir uns entschlossen, schon einmal zur Startbahn zu rollen, dort gucken wir dann, wie es aussieht und wenn alles okay ist, starten wir.”

Zwischenzeitlich war ich auf Seite 3 der Zeit angelangt und schlief ein, als ich wieder aufwachte, war es 8 Minuten vor Köln/Bonn und die ziemlich bräsigen Frauen hinter mir debattierten lauthals, ob man den Rhein schon sehen könne und dass sich das FLugzeug beim Kurvenfliegen ziemlich neigen würde. Scheint also alles gut geklappt zu haben mit dem Start, nur die letzten 8 Minuten zogen sich ziemlich dahin, vor allem Dank der akkustischen Untermalung der hinter mir Sitzenden.

Ich war dann gute zwei Stunden später zuhause, was immer noch besser ist als eine nächtliche Fahrt mit dem Auto von München nach Hamburg. Soviel zum Thema “In München haben wir immer gutes Wetter!”.

18. Juni 2007

Google weiss zu viel über mich

Ich hätte nie gedacht, dass die Aussagen von Eric Schmidt im Artikel der Financial Times so schnell umgesetzt werden könnten:

Eric Schmidt, Google’s chief executive, said gathering more personal data was a key way for Google to expand and the company believes that is the logical extension of its stated mission to organise the world’s information.

Asked how Google might look in five years’ time, Mr Schmidt said: “We are very early in the total information we have within Google. The algorithms will get better and we will get better at personalisation.

“The goal is to enable Google users to be able to ask the question such as ‘What shall I do tomorrow?’ and ‘What job shall I take?’ ”

Zwar steht da nichts von einem Job, aber die eingeblendete Adsense-Werbung liess mich dann doch aufhorchen.

Woher wissen die, dass mir mein Arm vom vielen Getippe weh tut?

17. Juni 2007

Mini-Telefonanlage für Zuhause mit VOIP?

Aus der Abteilung Recherche für Faule frage ich jetzt einfach mal in die illustre Runde…

Ich suche eine klitzekleine Telefonanlage für Zuhause, mit VOIP, WLAN, und so weiter. Idealerweise muß ich so ziemlich nix verkonfigurieren, das Ding nimmt kaum Platz weg, kann alles, und mein Handy bucht sich dort automagisch ein, sobald ich zuhause bin, damit ich fröhlich durch die Welt voipen kann. Voicemail und ähnliches Tüddelüt wäre auch sehr fancy, eigentlich will ich alles haben, was derzeit das Marketing verspricht, aber in funktionierend und für wenig Geld.

Bislang ist mir das FRITZ!Fon 7150 aufgefallen, das wohl einiges kann. Ach ja, eine schnurloses Telefon bräuchten wir auch, das soll einigermassen schwer sein und handlich, wenn es geht auch jederzeit wiederfindbar, und nicht von Siemens, deren Navigation macht mich immer wahnsinnig. Ich telefoniere nur einmal die Woche zuhause, da weiss ich dann nie, wie das geht. Also kein Siemens bitte. Die Antwort auf die Frage, wer denn telefoniert, könnt ihr Euch denken…

Hat jemand einige sinnvolle Anmerkungen? Asterisk fänd ich knorke, aber eben nicht auf einem röhrenden Server, sondern insg. will ich nicht mehr als 200 EUR ausgeben für die Telefonanlage, Telefon und das restliche benötigte Technikgerümpel.

16. Juni 2007

Die linkspopulistischen Konservativen

Nach dem für viele als Freudentag erfundenen Tag der Abschaffung der PDS hat sich nun die Partei als Die Linke zusammen mit der WASG neu konstituiert. Wie immer kann man so etwas unterschiedlich interpretieren. Ich finde, dass da zwei Parteien aus Ost und West zusammenegehen, die viele Gemeinsamkeiten haben. Lauter alte Funktionärsfuzzis, die ihre Zukunft lange hinter sich hatten, inhaltlich ausgebrannt sind und die heile Welt der 70er Jahre als die zu erstrebene gesellschaftliche Zukunft verklären. Das ist die sog. Linke, mit Oskar Lafontaine vorneweg, der zwar populistisch gerne auf die Kacke hauen mag, aber nicht wirklich nach Vorne gerichtete Alternativen aufeigen kann.

Einige beschwören jetzt Mehrheiten links der Mitte, andere sehen ihre Wähler besser mobilisiert aus Angst vor den Linken, ich sehe vor allem die Chance für meine Partei, die SPD, dass ein großer Haufen der Bremser aus der zweiten Reihe jetzt in der sog. Linken rumsitzt und auf eine weitreichende Postenverteiling hofft. Eigentlich kann die SPD nur gewinnen, wenn sie weiter an der eigenen Erneuerung arbeitet und wenigstens ein Programm verabschiedet, das in die richtige Richtung zu zeigen vermag. Nämlich vorwärts.

Das mahnende Zitat von Willy Brandt sollte man eigentlich jedem Genossen ins Parteibuch schreiben: “Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum besinnt euch auf eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.”

Die sog. Linke ist das Gegenstück dazu, in die Vergangenheit gerichtet und den Besitzstandswahrern zugeneigt. Aber so wird es nicht vorangehen mit der Gesellschaft und keine der drängenden Probleme werden auch nur annähernd gelöst werden.

16. Juni 2007

StageSpace – 3D-Welt, Avatare, Community, Beta

StageSpace wird gerade ein klein wenig in den Blogs diskutiert. Was ist so interessant an StageSpace? Ich habe vor Wochen die Closed Beta getestet, die noch etwas holprig war, aber schon einiges an Potential gezeigt hat. Was StageSpace machen will ist übrigens kein zweites SecondLife, sondern customized 3D-Welten für Communities. Diese Idee macht jede Menge Sinn, wenn man will, dass die eigene Community sich auch in einer 3D-Welt treffen kann, aber eben nicht bei einem Knopfdruck auf eine andere Insel hüpfen soll. die Komplexität von beispielsweise SecondLife wird extrem reduziert, so dass auch für eher casual User die 3D-Welt interessant werden kann. Ich denke mal, dass dies ein Knackpunkt ist für die breite Akzeptanz von 3D-Welten. Wenn die Eintrittsbarriere zu hoch ist und noch dazu eine immense Komplexität hinzu kommt, dann wird es nicht nur schwierig, eine breite Masse zu erreichen, sondern auch, die gewünschte Stickyness zu schaffen, damit die User immer wieder kommen.

Seit ein paar Tagen ist StageSpace, wsa für ein wunderbar unaussprechlicher Name, in einer Open Beta, der Fortschritt kann im dazugehörigen Blog bewundert werden.

Ach ja, Roberts Zusammenfassung Stage Space: Second Life im Browser ist Quatsch, denn StageSpace ist eine Java-Applikation, die initial per Java-Webstart getriggert wird. Aber Browser-basiert ist etwas anderes, auch wenn zweinull.cc dies meint. Manchmal hilft es doch, wenn man sich etwas anguckt, bevor man darüber schreibt.