Twitterige Finanzspritze

Twitter hat gerade eine Finanzierungsrunde abgeschlossen und nun zücken garantiert einige Leute die Augenbrauen und machen sich blasige Gedanken. Der Nutzen von Twitter ist derzeit ziemlich limitiert und ich halte den Signal/Noise-Ratio für völlig absurd. Andererseits nutze ich es dennoch. Fred Wilson erklärt das Investment so:

Twittering is an emerging new form of communication on the Internet that changes the expectations associated with other forms of communication and yet it’s fundamentally different than blogging. Twitter provides a platform for banter that blogging doesn’t and it’s available in so many places via IM, mobile text messaging, or the Web that it induces a different sort of behavior. Twitter encourages people to adapt and invent behavior to suit their needs.

This emergent behavior is particularly intriguing. Some of the most interesting platforms on the web have been extended and enhanced by users and now support all kinds of activities and behaviors that the creators of the service never intended. Twitter makes its innovative network for short, asynchronous public communications available via an API for anyone to extend.

Da kann ich nur zustimmen, Twitter hat eine Nische gefunden, die von den Usern ständig neu definiert wird. Fred Wilson gehört in meinen Augen zu den VC, die sicherlich am Besten verstehen, wie sich das Netz entwickelt. Da überraschen mich Statements wie dieses gar nicht:

The capital we are investing will go to making Twitter a better, more reliable and robust service. That’s what the focus needs to be right now. We’ll have plenty of time to figure out the business model and there are many options to choose from.

Auch wenn ich das mit “plenty of time” nicht glaube, oder es eher eine Frage der Definition von plenty ist, finde ich die Herangehensweise klasse. Monetarisierungsmöglichkeiten werden sicherlich gefunden werden, Werbung ist die eine, ein günstiger Paid Service eine andere, eine auf Revenue-Share-Basis gestaltete Kooperation mit Mobile Operators wäre eine weitere. Derzeit gilt es erst einmal, den Dienst zu verbessern und mehr User reinzuholen.

Wer weiss, vielleicht findet jemand ja auch noch einen sinnvollen Nutzungszweck für Twitter. Wir sind mit Mabber in einigen Punkten sicherlich von den Features her ähnlich, wenn auch mit einer anderen Grundausrichtung. Es ist schon ein interessanter Markt, der sich rund um das Thema Status und Presence entwickelt.

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