Freiwillige Wehrpflicht optional zwingend?

Die SPD hat einen Antrag für den im Oktober stattfindenen Parteitag beschlossen, die Wehrpflicht beizubehalten, aber nur Freiwillige einzuziehen. Das mutet auf den ersten Blick irgendwie seltsam an, auf den zweiten Blick auch, aber auf den dritten Blick kann ich durchaus etwas Charme bei dieser Idee entdecken.

Bei meiner Musterung sass ich neben einem jungen Mann mit soldatisch kurzen Haaren, der unbedingt Fallschirmspringer werden wollte, während ich unbedingt gar nix werden wollte. Da ich kurz vorm Abitur war, meinte mein Tischnachbar, ich sei ein guter Partner für die anstehenden Tests. Während ich bunte Muster auf das Papier kritzelte bei Sachen wir Morsen oder ähnlichem, hat er alles brav übernommen in der Hoffnung auf eine bessere Bewertung. Was ich damit sagen will: es gibt Leute, für die stellt die Bundeswehr einen attraktiven Arbeitgeber dar, wenn auch eher zeitlich befristet. Für andere wiederum stellt die Bundeswehr und die Wehrpflicht eine riesige Zeitverschwendung dar. Gut, ich kann schlafen wann und wo ich will, aber dafür hätte ich nicht 12 Monate Wehrpflicht gebraucht.

Zurück zur Idee der SPD. Solange es genügend Freiwillige gibt, wird niemand gegen seinen Willen eingezogen. Das ist erst mal gar nicht so doof, denn die Bundeswehr kann durchaus für viele Leute eine gute Basis für eine Karriere darstellen, sei es indem ein Studium finanziert wird oder nach der Ausbildung eine weiteres Arbeiten im gewählten Feld gewährleistet wird. Wenn die Bundeswehr finanziell attraktiv ist und die abzuleistende Zeit zu späteren Erleichterungen im Arbeitsmarkt führt, dann halte ich das Modell für nicht allzu verkehrt. Eine direkte Abschaffung der Wehrpflicht finde ich konsequenter, aber wenn ein Kompromiss gesucht werden soll, dann ist der Vorschlag der SPD sicherlich ein guter Schritt in die richtige Richtung. Nur die Kurzfassung “freiwillige Wehprflicht” ist der letzte Quatsch.

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3 Antworten auf „Freiwillige Wehrpflicht optional zwingend?“

  1. stimme dir zu ich bin auch freiwillig zum bund – ich hätte nicht gemusst – lange geschichte

    aber trotzdem wenn ich das so mit bekommen habe wie viele stellen mit wehrpflichtigen besetzt werden glaube ich nicht, dass wirklich so viele auch freiwillig gehen…

    meine Vorschlag – attraktive Berufsarmee!

  2. klar, wenn man \”Freiwillige\” für den Süden Afghanistans braucht schafft man die Wehrpflicht ab.

    Nach den letzten Äußerungen Strucks und Fischers (beide nicht gedient…) sollten diese mit gutem Beispiel vorangehen und sich freiwillig nach Afghanistan melden.

    \”Dann sind dann die Kanadier nicht mehr so alleine\” und sie können ein wenig Demokratieverteidigen mit dem G36 üben. Mal so richtig praktisch.

  3. da braucht\’s keinen 3. Blick für, das gut zu finden. immerhin gibt es genug menschen, die ihrer meinung nach richtig viel Zeit bei dem Verein verschwendet habe und, man hörte durch die Presse von solchen Fällen, es gab auch schon jungunternehmer, für die das mehr als nur Zeitverschwendung war..
    Jetzt soll also endlich der Wille an Stelle der Willkür treten. Das wurde auch zeit!

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