Die Auswirkungen des Bahnfahrens auf mein Geblogge

Es ist schon erstaunlich, in der Abgeschiedenheit eines ICE ohne Internet-Zugang komme ich wirklich mal zum Schreiben, nachdem die Feeds mal abgearbeitet sind. Ich geniesse derzeit die Ruhe, die ich im Zug habe und anders als im Flieger, in dem ich grundsätzlich noch vorm Starten einpenne, auch mal zum Nachdenken und Aufschreiben komme.

Bloggen ist auch nach 4 Jahren ein schwer zu packendes Phänomen für mich. So viele Themen, die ich bloggen will, muss, soll, darf, kann, aber nicht immer passt es zeitlich, thematisch, oder ich habe eine Schere im Kopf, die ich mir selber auferlege, die verlangt wird, und so weiter. Ich blogge nichts Negatives über Beteiligungen, spare mir in aller Regel besserwisserische Kommentare gegenüber Konkurrenten und halte mich auch aus dem allgemeinen Rumgeätze zurück. Interessanterweise finde ich meine Blogfreiheiten vor allem im Bereich Politik, da bin ich ganz privat und nicht als Geschäftsführer eines Startups unterwegs und sage, was ich will. Aus dem üblichen Web 2.0-Gelaber versuche ich mich herauszuhalten, da gibt es genügend Besserwisser, denn theoretisch geht es auch ohne Praxis. Ich weiss allerdings durchaus wie schwer die real existierende Praxis sein kann.

Überraschenderweise twittere ich recht regelmässig und füge interessante URLs bei Facebook hinzu, aber das kurze Posten von Snippits auf meinem Blog habe ich bis auf die Dönerstag-Fotos eher zurückgefahren. Ich benutze del.icio.us kaum noch, freunde mich allerdings gerade mit favorit.es an. Letztendlich denke ich wirklich, das Bloggen nur so eine Art Phase ist. Bloggen ist nicht der Weisheit letzter Schluss und es gibt auch keinen allgemeingültigen Anspruch aller Blogger, jeder kann das daraus machen, was er will. Die Phase allerdings dauert bei jedem unterschiedlich lange und ist auch unterschiedlich intensiv, was sicherlich mit der eigenen Motivation zu tun hat, aber auch mit den etwaigen gesetzten Zielen.

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12 Antworten auf „Die Auswirkungen des Bahnfahrens auf mein Geblogge“

  1. Ja, als jemand mit einem Startup bist du politisch natürlich völlig frei. Da musst du keine Rücksichten nehmen.

    Ich werd das am 6. Dezember der Weihnachtsfrau erzählen und sie dann zusammen mit dem Osterhasen auf eine Drink und einen flotten Dreier einladen.

  2. Das ist ein schöner Beitrag, der zeigt, was Web 2.0 vielleicht in Wirklichkeit auslöst. Zumindest etwas, das man als \”Hopping\” bezeichnen könnte, eine Tendenz zur Unverbindlichkeit. Aber bitte doch noch ein Weilchen weiterbloggen, ja?

  3. Und da kann man schon mal abschätzen, was von den facebooks, BabyVZs, Ying&Wongs übrig bleibt. Eine verstaubte \”Kilroy was here\” Wüste.

  4. Ich habe mich aus dem Usenet, den meisten IM-Systemen und aus den meisten Plattformen/ Communities/ Heidudideis zurückgezogen. Plötzlich habe ich Zeit für Sport.

  5. Die ICE-Texte sind in der Tat interessant und lesenswert. Bitte mehr. :)

    Bei so langen Texten wünsche ich mir aber manchmal ein paar grafische Anhaltspunkte. Also eine Überschrift hier und da. Oder was Wichtiges mal fetten. Das würde die Lesbarkeit evtl. erhöhen.

  6. wir sind hier nicht im wunschkonzert. :)

    ich schreibe die texte im text-editor einfach runter und paste sie online sobald ich wieder netz habe. da wird selten verlinkt oder bebildert…

  7. In Zeiten von Spock&Co mag ich mich immer weniger gern veröffentlichen. Nicht, weil ich nicht zu meinen Äußerungen stehen könnte, selbst da, wo sich meine Sicht der Dinge möglicherweise verändert, sondern weil mir die Datensammelei und Auf-Teufel-komm-raus-Vernetzerei ganz fürchterlich auf den Senkel geht.

    Auch die Zahl der Blogs, die ich lese, habe ich arg reduziert, weil es mir z.T. regelrecht unangenehm ist, wie sehr Menschen ihr Innerstes und Privatestes nach außen kehren.

    Mal gucken, was draus wird. Nichts ist für die Ewigkeit, auch meine Ansichten nicht. ;-) Aber ähnlich wie Falk genieße ich das reale Zusammentreffen mit Menschen (ja, auch wieder Sport!) weitaus mehr.

  8. mit twitter, jaiku facebook und co. muss man ja auch nicht mehr bloggen.

    Ich freue mich dann doch immer wieder über meine eigene Klowand, ohne web20 gedöns.

  9. ja, ist sicherlich praktisch, wenn auch nur fuer wintendo. mir reicht mein oldschool texteditor. :)

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