04. September 2007

Kurt Beck will sich keinen Scheiss mehr bieten lassen

Als Parteivorsitzender sollte man irgendwie nciht so dünn-nervig sein:

Mit einem Machtwort hat der SPD-Vorsitzende Kurt Beck führende Parteifreunde zur Ordnung gerufen und mehr innerparteiliche Disziplin gefordert. “So einen Scheiß lasse ich mir nicht mehr bieten”, sagte Beck am Montag im SPD-Parteirat nach Angaben von Teilnehmern. Die Bemerkung galt der Tatsache, dass wichtige SPD-Politiker hinter den Kulissen immer wieder Zweifel an Becks Führungsfähigkeiten sowie an seiner Eignung zum Kanzlerkandidaten aufkommen lassen.

Ich werte es als ein Zeichen, dass die Partei intern noch intakt ist, dass ein Parteivorsitzenden der Kritik ausgesetzt ist. Ich wäre ziemlich froh, wenn Kurt Beck jetzt mal klarstellen würde, ob er bei der nächsten Wahl als Kanzlerkandidat in den Ring steigen will, oder ob das jemand anderes machen soll. Ich halte es für besser, Kurt Beck führt die Partei und konzentriert sich darauf, einen ordentlichen Übergang zu jüngeren Genossen hinzubekommen, während jemand anderes den Wahlkampf bestreitet. Als Kanzlerkandidaten kann ich mir Kurt Beck nicht vorstellen, als Kanzler schon gar nicht. Nur weil jemand Parteichef geworden ist, ist er noch lange nicht für jeden Posten geeignet, auch wenn das gerne alle Machtbesessenen denken. Kurt Beck hat sicherlich seine Stärken, aber die sehe ich eher beim Wirken in die Partei hinein. Diese Diskussion sollte die Partei verstärkt führen, das hat nichts mit Scheiss zu tun, sondern mit einem innerparteilichen Diskurs.

[ via: "So'n Sch... lasse ich mir nicht bieten" - Politik - Berliner Zeitung ]

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ich bin voll deiner Meinung Nico, Beck als Kanzler das wu00c3u00a4re mal wieder ein Trauerspiel fu00c3u00bcr die SPD leider - ich glaube aber auch das die Chance bis zur Wahl 2009 noch einen guten Kanzlerkanditaten/in (man weiu00c3u009f ja nie) zu basteln fast schon rum ist. klar kann man irgendeinen aus der oberen SPD reihen nehmen - aber hat der dann wirklich chancen gegen Angie?

Naja, denke mal Beck versucht sich in Schru00c3u00b6derschem "Basta-Stil". Das ist auch sein Problem, dass er u00c3u00bcber zu wenig Alleinstellungs-Fu00c3u00a4higkeiten verfu00c3u00bcgt, die ihn als langfristigen Parteichef oder gar Kanzlerkandidat auszeichnen.

Ich finde es immer wieder verblu00c3u00bcffend, zu welcher falschen Selbsteinschu00c3u00a4tzung fu00c3u00bchrende Politiker gelangen. Gerade Politiker sollten doch um ihr Auu00c3u009fenbild wissen.

Da gibts Parallelen zu Felix Mu00c3u00a4rz, der lange einfach nicht einsehen wollte, dass er auf der Mattscheibe fu00c3u00bcr einen Grou00c3u009fteil der Bevu00c3u00b6lkerung als absoluter Asympath ru00c3u00bcberkommt - vu00c3u00b6llig unabhu00c3u00a4ngig von seinen Fu00c3u00a4higkeiten. Da half der verzweifelte Verweis auf langhaarige Moped-Vergangenheit ebenso wenig, wie die anbiedernde Bierdeckel-Rhetorik.