Über das Web die Burg stürmen?

Cem merkt an, dass er meinen Sarkasmus bezüglich des bevorstehenden Hamburger Wahlkampfes nicht teile, denn:

In einer Stadt, wo die Springerpresse die Meinung auf dem Papier und am Frühstückstisch beherrscht, muss man eben über das Web die Burg stürmen und die jüngeren Köpfe erobern.

Das ist doch genau das, was ich fordere. Das ist aber nicht das, was eintreten wird. Schritte nach Vorne sehe ich nicht, nur einige Pseudo-Aktionen, die so wunderbar zu nichts führen werden, weil sie unterhalb der Wahrnehmungs-Grenze rangieren, und das völlig zu Recht. Und nein, ein bloggender Fraktionsvorsitzender und eine bloggende familienpolitische Sprecherin bringen auch rein gar nix, wenn ausser denen, die sich dort hinverirren, niemand, aber auch wirklich niemand irgendetwas aufgreift, was dort gebloggt wird. Sicher, Blogs sind nicht das Maß aller Dinge, aber wenn man Zitate und Links für eine Messung von Relevanz nimmt, dann schneiden diese beiden Paradebeispiele einfach richtig mies ab. Das ist kein Sarkasmus, sondern das ist eine Tatsache. Es reicht nicht, irgendetwas Blog oder Podcast zu nennen, man muss auch die entsprechenden Inhalte liefern und dann auch noch dafür sorgen, dass eine Konversation entsteht. Sonst ist das doch nur wieder wie Rundfunk, und das kennen wir alle zur Genüge. Einfach nur Parolen rausposaunen ist zu wenig, wenn man über das Web die Burg stürmen will, dafür haben die Mitlesenden einen zu hohen Anspruch.

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5 Antworten auf „Über das Web die Burg stürmen?“

  1. Hi Nico!

    Falls nicht schon längst bekannt schau mal auf http://www.trupoli.de vorbei. Scheint mir als teilen die Jungs (und Mädels?) Deine Einschätzungen bezüglich Politik und Internet.

    Da ist auf jeden Fall noch ne Menge Potential! Man schaue nur mal über den großen Teich auf Obama und Co.

    Frage mich nur warum wir auch hier mal wieder so weit hinterherhinken…

  2. Nico, an sich hast du sicherlich Recht doch auch du weisst wie schwer es ist einige \”festsitzende\” Funktionäre in dieser Hinsicht zu beeinflussen bzw. deren Horizont mal ein wenig zu erweitern ;)

    Ich finde mit Veit und Neumann haben wir da sicherlich einen Anfang und ich bin gespannt was die beiden im Bürgerschaftswahlkampf 2008 daraus machen werden.

  3. Nichts.

    Ich meine, es gab Neumanns Blog schon bei der letzten Wahl und da kommt einfach (wie auch in anderen SPD-Blogs) kein Dialog zustande. Zwar muß man der SPD zugute halten, daß sie es in Teilen wenigstens versucht, aber entweder kriegt man gar kein Feedback oder ein paar Jubelperser verteidigen jedes Wort, das \”die Partei\” gesprochen hat.

    Vor ein paar Monaten habe ichs nochmal versucht:
    http://www.neumann-hamburg.de/wordpress/2007/05/10/klare-aussagen-zu-gewaltverzicht

    Macht keinen Spaß, ermüdet nur. Und das ist so schade.

  4. Sannie: Nichts glaube ich nicht.;)

    Mir persönlich wäre es ja auch am liebsten, wenn beispielsweise Neumann einmal wöchentlich einen Video-Podcast und einmal pro Tag was von unterwegs mit seinem Handy bloggen würde.

    Das er Kommentare beantworten sollte steht ausser Frage. Ist halt immer alles eine Frage der Zeit und die hat ein Fraktionsvorsitzender in der Hamburger Opposition nun mal nicht wirklich. Schwieriges Thema.

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