SPD startet YouTube-Kanal

Nico —  30.11.2007

Die SPD hat gestern ihren eigenen Kanal auf YouTube vorgestellt: http://de.youtube.com/spdvision. Kern wird ein Video mit Kurt Beck sein, der alle 14 Tage quasi eine Art Fragestunde per Video abhält, die Fragen sollen per Video aufgezeichnet und dann an die SPD geschickt werden. Anders als Frau Merkel mit ihrer wöchentlichen Neujahrsansprache will Kurt Beck durch dieses Format den Dialog suchen.

Ich bin gespannt, was dabei herauskommt, die Idee finde ich schon mal ziemlich nett, vor allem wenn man die wenige verfügbare Zeit eines Kurt Beck im Hinterkopf behält. Allerdings hätte ich mich mehr gefreut, wenn dieser Kanal nicht bei Google, sondern einer deutschen Firma gehostet werden würde, beispielsweise bei Sevenload. Dass ein derartiges Format interessant sein kann, zeigen derzeit die CNN/YouTube-Debatten zu den Vorwahlen in den USA.

[ via: SPD.de – Aktuell: News – November 2007: Kurt Beck stellt sich Ihren Fragen ]

5 responses to SPD startet YouTube-Kanal

  1. Ein solcher Kanal wäre bei Sevenload nicht möglich, da er den Nutzungsbedingungen von Sevenload widersprechen würde:

    \“Ebenfalls ist das Einstellen von Inhalten mit Bezug zu politischen Tätigkeiten, wie Parteiversammlungen, Demonstrationen, Flugblatt- oder Unterschriftenaktionen sowie die Abbildung von politischen Symbolen nicht gestattet.\“

    (http://de.sevenload.com/nutzungsbedingungen, Punkt 4, zweiter Absatz)

    Und ja, es hätte ein Geschmäckle, wenn diese Passage für die SPD geändert würde, nachdem Sevenload die Proteste damals, als alle Welt kurzzeitig Alternativen zu Flickr suchte (http://don.antville.org/stories/1646664/), lächelnd ignoriert (bzw. trocken ausgesessen) hat.

  2. Da stellt sich mir spontan die Frage: Wird ein einzelner dieser Beiträge mehr oder weniger kosten als ein Merkel-Podcast? Schließlich ist ein Dialog doch bestimmt um einiges mehr an Aufwand als der Merkelsche Monolog und die SPD hat bestimmt irgendwo noch zu viel Geld rumliegen das sie noch schnell verbraten muss bevor das Banken-Domino die Kohle mitnimmt.

  3. Malte, welches Banken-Domino nimmt das Geld der SPD mit?

    Was die Kosten angeht, dazu habe ich keine Zahlen, aber zwei Anmerkungen:
    1. politische Kommunikation kostet Geld, insbesondere wenn man einen halbwegs professionellen Anspruch hat.
    2. der Aufwand liegt eher bei Kurt Beck, da er auf Fragen der Nutzer eingeht und nicht einfach einen Text vom Teleprompter runterliest.

  4. Der Kommentar mit den Banken war nicht ganz ernst gemeint, kam zustande da ich gerade bevor ich herkam einem Artikel über die aktuelle Situation am Finanz-/Hypothekenmarkt las. Wobei es mich nicht wundern würde wenn die SPD auch irgendwo Kohle in irgendwelchen kaputten Fonds angelegt hätte. Aber das tut eigentlich gar nichts zur Sache :)

    Prinzipiell find ichs auch eine gute Sache, durchaus durchdacht und das Ankündigungsvideo sympathisch. Dass die vernünftige Produktion solcher Beiträge Geld kostet ist auch klar. Ich hab nur halt die Befürchtung dass da potentiell unnötig (viel) Kohle verbrannt wird, wie bei den Merkel-Podcasts. Wäre auch nicht ganz uninteressant zu wissen, welche Agentur das Ganze produziert.

  5. Naaaja! Regelwerke können ja auch Anreiz zu Kreativität sein! Das macht den Wahlkampf dann auch ein bisschen unterhaltsamer – und der Schnarcherei in Hessen kann das echt nicht schaden … ;)

    Hier jedenfalls ein Video, kein Ahnung ob Viralwerbung oder Fanbeitrag, jedenfalls: mal was anners! Und: auf Sevenload!

    http://de.sevenload.com/videos/XdLvBlu/Roland-und-die-Fraun