CDU Hamburg: ein Mandat kostet 2326 Euro

Die Hamburger CDU ist ja bekannt für ihren kreativen Umgang mit Wahllisten und Abstimmungen, nachdem das in den 90ern als verfassungswidrig eingestuft wurde, berichtet jetzt das Abendblatt von einer interessanten Spendenpraxis:

Wer auf den ersten 35 als aussichtsreich eingestuften Listenplätzen der CDU oder an vorderer Stelle in den 17 Wahlkreisen für die Bürgerschaftswahl am 24. Februar kandidiert, wird um eine Wahlkampfspende in Höhe einer monatlichen Diät (2326 Euro) “gebeten”. Das gilt auch für Bürgermeister Ole von Beust, der auf Listenplatz 1 kandidiert. Der Betrag musste bereits bis Ende August bezahlt werden. So hat der CDU-Landesvorstand am 8. Februar beschlossen. Für Kandidaten auf Bezirksebene gilt die monatliche Grunddiät von 295 Euro.

Man muss sich also ein Mandat erkaufen, das klingt nachgerade urdemokratisch. Wenn die CDU konsequent wäre, würde sie eine Autkion daraus machen, dann können die möglichen Kandidaten beweisen, dass sie das Mandat auch wirklich wollen.

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7 Antworten auf „CDU Hamburg: ein Mandat kostet 2326 Euro“

  1. Wie machen das die anderen Parteien? Gibt es da evtl. ähnliche Regeln, oder ist es belegt, dass sich nur die Union so merkwürdig verhält?

    Der Gedanke 3..2…1..mein Listenplatz gefällt mir aber auch irgendwie ;-)

  2. @Mainbube:
    Also zumindestens aus meiner Partei kenne ich ein solches Verfahren nicht. Wäre aber (SCHERZ!!!) überlegenswert, wenn man zu viele Kandidaturen für zu wenig Listenplätze hat.

    Achtung – das war ein Scherz…

  3. Äh… in dem Text steht, daß diejenigen, die auf den vorderen Listenplätzen stehen, Geld geben sollen. Da steht nicht, daß diejenigen, die Geld geben, auf vordere Listenplätze kommen. Was hat das also mit \”Mandat erkaufen\” zu tun?

    Mir ist eine ähnliche Praxis von den Grünen bekannt; allerdings nicht als Einmalzahlung, sondern als monatliches \”spenden\” eines Teils der Diät.

  4. @andreas: alle, die ein Mandat erlangen wollen, müssen vorher spenden, sonst werden sie nicht aufgestellt. Das sieht sehr nach erkaufen aus, findest Du nicht?

  5. @hanno: danke für den hinweis, bzw. die erinnerung an die praxis bei der kuschpartei. ich habe ein ewig langes backlog von sachen, die ich bloggen wollte, dies gehört dazu, zumal es sich bei dem ausgeschlossenen um markus wegner handelte, den ehemaligen chef der statt-partei.

  6. Ich habe das gestern mal mit ein paar Bekannten besprochen und wir sind alle der Meinung dies sei eine sehr merkwürdige Sache.

    Einer ist Mitglied der Union und will das Thema bei der nächsten Gelegenheit in seinem OV thematisieren.

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