02. Januar 2008

Die disruptive Eleganz des iPhone

In meinen Gedanken zu 2008 schrieb ich:

- Die Konvergenz zwischen Desktop, Web und Mobil schreitet weiter voran, mit dem iPhone-SDK und dem 3G-iPhone wird ein weiterer Schritt zur Abnabelung von den Mobile Operators getan werden.

und Oliver Lauer fragte in den Kommentaren nach:

Wieso gerade das iPhone?
Dieses locked einen heute doch doppelt. Auf der einen Seite mit T-Mobile und auf der anderen Seite mit Apple, sozusagen einem “Double-Vendor-Lock”.
M.E. hat das nichts mit Abnabelung zu tun, dann schon eher Android, auch wenn es von Google ist… :-)
Zudem ist das iPhone ohne 3G alles andere als eine “Surfmaschine” finde ich…

Das will ich gerne erläutern.

Das iPhone ist sicherlich nicht perfekt, aber es hat den Mobil-Markt durcheinander gewirbelt:
- einzig der Launch des iPhone wird von der Masse der Bevölkerung wahrgenommen und sorgt für eine Meinungsbildung pro oder contra, andere Mobiltelefone werden weder derart stark wahrgenommen, noch emotionaliseren sie so sehr wie das iPhone.
- durch die Koppelung an T-Mobile muss sich der Käufer keine Sorgen machen – die Konfiguration ist simpel, im Internet surfen klappt und über die Kosten ist man auch im Bilde, und diese niedrigen Nutzungsbarrieren machen das iPhone und die damit verbundene Internet-Nutzung für viele Leute interessant.
- durch das iPhone wird klar, dass die Internet-Nutzung nicht nur mühseliges langsames Rumscrollen auf einem fipseligen Display sein muss, sondern auch durchaus einfach und schnell gehen kann.
- Apple hat mit dem iPhone eine Abnabelung vom Goodwill der Mobilfunkanbieter eingeläutet, denn bislang haben diese bestimmt, was auf ein Handy kommt und was der Nutzer zu nutzen hat. T-Mobile darf sein Netz zur Verfügung stellen und Apple an den Umsätzen beteiligen.
- das iPhone vereint ein elegantes Design mit einer intuitiven Benutzerführung, derartiges war im Mobilfunkbereich noch nie zu finden. Bislang wurden lediglich Specs gebolzt, damit man mit mehr Megapixeln, Speicher oder sonstwas angeben konnte.

Zusammenfassend sehe ich in Design, GUI, Internet-Access und der Beschränkung des Mobilfunk-Anbieters auf das Anbieten des Netzes die disruptive Eleganz des iPhone. Damit hat Apple den Markt durcheinander gewirbelt und mit der schrittweisen Öffnung der Plattform sowie dem nächsten Hardware-Release wird Apple weiter den alteingesessenen Marktbegleitern Kopfschmerzen bereiten und neue Käuferschichten von mobiler Internetnutzung begeistern.

[ Disclaimer: ich habe kein iPhone, warte auf das nächste Release... ]

Ähnliche Artikel:

  1. Germanisches iPhone mit T-Mobile? Angeblich soll am Montag verkündet werden, dass das iPhone Ende des Jahres mit T-Mobile auf...
  2. Disruptive Lifestyle Years Man könnte auch sagen “No more Mr. Nice Guy!”, denn das entscheidene an den Entwicklungen...
  3. Weltsensation – lumma.de auf iPhone Nachdem Mister Wong jetzt eine knallharte iPhone-Offensive eingeläutet hat, hat das Team hinter lumma.de sofort...

Post comment as twitter logo facebook logo
Sort: Newest | Oldest

bilde mir ein es in dem buch The Innovator's Dilemma vor ca. 10 Jahre gelesen zu haben.

grusz
klm

hmm, wo steht geschrieben, dass disruptive Technologien teuer sein mu00c3u00bcssen bei der Einfu00c3u00bchrung? entscheidend ist doch die Disruption.

verstehe nur die vokabel "disruptiv" in diesem zusammenhang nicht.
disruptive technologies sind ja bei der einfu00c3u00bchrung teuer und in bezug auf vorhanden technologien (noch) unterlegen, auch wenn sie spezielle kundenbedu00c3u00bcrfnisse besser bedienen.
das telefon war bei der einfu00c3u00bchrung dem telegrafen faktisch noch unterlegen. das mobiltelefon war bei der einfu00c3u00bchrung dem festnetz im punkto sprachqualitu00c3u00a4t deutlich unterlegen..
worin unterliegt das iPhone entsprechenden, existierenden lu00c3u00b6sungen? ist es nur das fehlende UMTS?

grusz aus osnabru00c3u00bcck
klm

ich habe das seltsame gefu00c3u00bchl, dass die hauptsache-einfach-Benutzer ein klein wenig in der mehrheit sind...

Tja, kommt halt drauf an, welche Brille man aufsetzt. Der technikverliebte Gizmoku00c3u00a4ufer wird eher entu00c3u00a4uscht sein, der hippe hauptsache-einfach-Benutzer wird sich um die technologischen Nachteile nicht ku00c3u00bcmmern. Und genau fu00c3u00bcr den baut Apple diese Dinger...

ja, es ist proprietu00c3u00a4re Scheisse, aber im Gegensatz zu irgendwelchen offenen Frickellu00c3u00b6sungen funktioniert es einfach, auch fu00c3u00bcr den gru00c3u00b6ssten DAU.

Die meisten Nutzer wollen gar nix installieren, die wollen das Ding nur nutzen und freuen sich ueber das, was sie haben.

Ich hab seit ein paar Tagen einen iPod Touch, also dieses Iphone ohne Phone. Ich stimme Dir zu: Apple hat das mobile Internet revolutioniert. Gleichzeitig ist das sowohl das Phone als auch der Ipod Touch proprietu00c3u00a4re Scheisse. Zwangsanbindung an Itunes, die tolle Videofunktion kann nur mp4, und der Safari Browser kommt ohne Flash daher, dass man auch nicht nachinstallieren kann. Andere Browser wie Opera Mini kann man auch nicht installieren. In Zeiten des wachsenden offenen Software Marktes der falsche Ansatz. Wenn sie wie Nokia auf ein halbwegs offenes System gesetzt hu00c3u00a4tten, wu00c3u00bcrden kein Mensch mehr Nokia kaufen.