Firefox-Börsengang wäre unsinnig

Nico —  3.01.2008 — 3 Comments

Henry Blodget denkt laut über einen möglichen Börsengang unseres Lieblingsbrowsers nach:

Still, according to the NYT in May, 2007, the for-profit company the foundation set up to handle Firefox has generated more than $100 million in revenue over the past few years: $6 million in 2004, $52 million in 2005, and so on. A reasonable continuation of that ramp would suggest that Mozilla Corp. might now have a run-rate of at least $100 million to $200 million per year. And, again, that’s before it has really started trying to build a business.
What about costs? The same NYT article put Mozilla’s employee count at about 90, with more hiring planned. So let’s say there are now 125 full-time employees at a fully loaded cost of $150,000 per employee ($19 million a year), plus another, say, $30 million a year in facilities, services, equipment, and other costs.
Bottom line:
That adds up to costs of about $50 million a year, leaving Mozilla with annual profit of $50 million-$150 million on a $100-$200 million run-rate. Yes, if/when the company decided to go public, costs would rise and profits would drop (Sarbanes Oxley alone would burn $5 million), but revenue would rise, too. So suffice it say that this is already a pretty nice business.

Was für ein Blödsinn. Firefox ist deshalb so gut, weil es unabhängig ist und weil dort viele Entwickler mitwerkeln, die dies ehrenamtlich tun, weil sie an eine gute Sache, einen funktionierenden Browser und evtl. sogar ein bisschen an eine bessere Welt glauben. Für einen IPO müsste aus Firefox eine richtige Firma werden, damit wäre das Produkt tot. Firefox ist das Produkt einer Stiftung, die sicherlich ganz gutes Geld macht, aber dieses Geld eben überwiegend für sinnvolle Sachen verwendet und es sollte im Sinne der Nutzer des Internets sein, dass es einen großen Teil Projekte gibt, die auf Open Source basieren, sich an offene Standards halten und damit die Grundlagen des Internets immer wieder offen und neu definieren. Die Mozilla Foundation ist damit ein wichtiger Pol in diesem Konstrukt, und das sollte auch so bleiben.

3 responses to Firefox-Börsengang wäre unsinnig

  1. Vollkommen richtig. Das wäre mit Sicherheit das Ende vom Anfang. Hoffentlich kommt es nicht so.

  2. Nun, mit der Unabhängigkeit der Mozilla Foundation ist es gar nicht so weit her. Macht man sich bspw. mal die Mühe und sieht sich den Geschäftsbericht von 2006 an, so sieht man, dass die größten Einnahmen aus der Google-Kooperation stammen, danach folgt Ebay. Dass die Foundation solche Deals ausgehandelt hat ist super, können sie dadurch nen Haufen Leute einstellen und Firefox, Bugzill und Co. ordentlich weiterentwickeln. Zugleich heißt es aber auch, dass es sich die Foundation nicht leisten kann, dass Google wegbricht (es gibt das Gerücht, dass die Mozilla Foundation die erwirtschafteten Überschüsse anhäuft um bei einem etwaigen Ende solcher Deals weiterhin überleben zu können). Das heißt aber auch, dass ein Börsengang bedeuten könnte, dass mehr Kapital reingespült würde; auch nicht so schlecht.

  3. ja, aber der entscheidene Unterschied ist: derzeit entscheided die Mozilla Foundation, mit wem sie Werbe-Kooperationen eingeht und wie sie das Geld ausgibt. Wenn Mozilla an der Börse wären, reden u.U. Großaktionäre mit, etc.

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