Xingierte Wachstumsgrenzenzitaterei

Ich liebe es, wie Schlagzeilen entstehen. Da schreibt Alexander Hüsing auf deutsche-startups.de:

Das Business-Netzwerk Xing (www.xing.com) gelangt nach einem Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” an die Grenzen des Wachstums.

und in dem zitierten Artikel bei der FAZ wird dann ein einziger User zitiert:

“Xing braucht keine weitere technische Verbesserung“, sagt etwa Xing-Nutzer Friedhelm Weidelich. Er sieht die Plattform am Ende ihrer Entwicklung angelangt. Einiges könne vielleicht optimiert werden, doch ob das viel Geld kosten muss? “Da ist keine Story für die Börse mehr dahinter“, sagt Weidelich.

Ich bin weder XING-Aktionär noch deren Pressesprecher, aber so ein Unsinn regt mich masslos auf. Da wird ein User gefragt, eine Antwort aufgeführt und schon kommt die Super-Schlagzeile mit den Wachstumsgrenzen heraus: “Xing gelangt an die Grenzen des Wachstums”. Was für ein Käse, echt.

Erstens hat der zitierte Herr Weidelich keinen blassen Schimmer, wenn er sagt, die Plattform brauche keine technische Verbesserung und das Optimierungen nicht viel Geld kosten müsse. Bei einer Plattform von der Größe XINGs ist jeder Pups ein Riesending und kostet Zeit, Geld, und personelle Ressourcen. Zweitens, was qualifiziert Herrn Weidelich so sehr, dass sein Zitat eine Schlagzeile bei der FAZ wert ist und dann verkürzt auf anderen Websites verbreitet wird. Wenn jetzt erkennbarer Stallgeruch im Bereich Social Networks vorhänden wären, ok, aber so sehe ich das als eine Einzelmeinung an, mehr aber auch nicht. Dennoch wird das Thema Wachstumsgrenzen jetzt erst einmal durch die Blogs und XING-Gruppen wabern, weil es so toll plakativ ausgewählt wurde. Drittens sind Social Networks egal welcher Coleur gerade erst am Anfang, da ist noch so viel Musik drin, daher glaube ich auch, dass bei XING noch viel passieren wird.

Ich halte dagegen: bei XING sind die Wachstumsgrenzen noch lange nicht erreicht.

Meine Qualifikation: ich habe eine Modellbahn der Spur N, allerdings irgendwo im Karton im Keller.

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7 Antworten auf „Xingierte Wachstumsgrenzenzitaterei“

  1. Nico …ich glaube es ist besser für auns alle, wenn wir nicht wissen was Herrn Weidelich angeblich qualifiziert. Es würde alles nur noch schlimmer machen

  2. Kein Wunder das sie den Weidelich zitieren – Laut seinen Referenzen macht er nämlich \”Große Beiträge und Fotos für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung\”.
    Wahrscheinlich war er auch noch Ghostwriter des Artikels.

  3. Und Weidlichs Abschluss an der heutigen Elite-Uni Konstanz zählt bei Euch gar nichts ??

  4. He, ich bin auch nach Ostdeutschland gegangen, habe auch noch \’ne Spur N Modelleisenbahn auf dem Dachboden und einen funtioinsfähigen Atari Mega ST auf dem Schreibtisch, warum fragt mich eigentlich keiner? ;-)
    Im Ernst, da sieht man doch, dass social networking funktioniert. Sei der Freund von jemand und schon gilt Dein Wort (was auch immer)…

  5. Fein. Ich sehe das ähnlich wie Du, Nico – und meine Qualifikation beschränkt sich leider auf zwei Kartons vollgestopft mit alten PC-Spielen. Die Modelleisenbahn ist auf dem Dachboden der Mutter verschollen…

  6. Wahrscheinlich hat das Finanzen- und Aktienressort oder auch der Journalismus der FAZ die Grenzen seines Wachstums erreicht, wenn jetzt schon Einzelmeinungen den Anlass für solche Schlagzeilen bieten ;)

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