Überladen?

Nico —  13.02.2008

Wann immer ich mit Leuten über Facebook spreche, oft natürlich insbesondere wenn der Vergleich mit StudiVZ angestellt wird, verweise ich auf die vielen Apps und als Antwort kommt: „das ist mir zu überladen.“

Das lässt mich jedes Mal stutzen. Es gibt nachwievor keinen Benutzungszwang bei Facebook Apps. Das hat auch noch niemand bei Windows gefordert, und dort gibt es weit mehr als die aktuell 15.000 Apps bei Facebook. Apps entstehen an jeder Ecke derzeit. Insofern wird 2008 spannend, inklusive dem Erscheinen von OpenSocial und der MySpace Developer Platform auf der Agenda. StudiVZ hat vor zwei Monaten alle Pläne hinsichtlich einer Apps Platform mir gegenüber dementiert, da es zu überladen sei und die User es nicht wollen. Na dann.

Ich sehe die Facebook Apps als Einleitung zu einem Paradigmenwechsel, zu einer Art WebOS durch die Hintertür. Nicht alle Apps sind als super-sinnvoll anzusehen, aber der Markt ist noch sehr jung und in einer ordentlichen Bewegung, da wird also noch viel kommen (und viel gehen). Aber die Idee ist schon sensationell, dass weltweit Developer dafür sorgen, dass die Plattform interessanter wird, weil es Anwendungen gibt, die für Inhalte sorgen, kleinere oder grössere Probleme lindern, mit anderen Usern eine Interaktion oder gar Zusammenarbeit ermöglichen, und und und. Das alles basierend auf dem Web, wohlgemerkt. Ich empfehle jedem, einmal Picnik zu nutzen, damit mal ein Eindruck gewonnen wird, wie Apps in der Zukunft arbeiten. Bilder von Flickr in Picnik auf Facebook ändern und dann bei Photobucket abzuspeichern, das zeigt deutlich, wohin die Reise geht, wenn die Apps, die Plattformen und die User unter einander vernetzt sind.

Überladen? Nein. Vielfältig. Ich (herz) Vielfalt.

6 responses to Überladen?

  1. Auch mir, als Technik- und 2.0-begeistertem Menschen ist Facebook ein wenig \“too much\“. \“Wall\“, \“Super Wall\“, \“Super Dingdong Dingeling Wall\“… Ich vermisse eine gewisse Grund-API bei StudiVZ, aber grundsätzlich tut es das was es soll. Vernetzen.

  2. Ich bin mir nicht sicher, ob man die Aussage \“das ist mir zu überladen\“ einfach so ignorieren sollte. Außer uns paar Technikfreaks wollen die Anwender doch vor allem eins: Das die Dinger einfach tun, was sie sollen.

    Auf einen ganz anderem Gebiet erlebe ich das gerade selber: Ich habe mir einen der schnuckeligen Asus eeePCs gekauft. Klein, leicht, kann nur das Nötigste, aber eben 80 Prozent dessen, was ich so brauche.

    Zwei Drittel meiner Computer/Internet-Geschichten erledige ich seither mit dem eeePC. Die \“große\“ Kiste mache nur noch an, wenn ich die Rechenleistung brauche (mit virtuellen Rechnern rumspielen z.B.)

    Und ich habe auch entgegen meiner sonstigen Neigung gar keine Lust, viel an dem Ding rumzubasteln. Es ist noch immer im Auslieferungszustand. Es funktioniert eben einfach, dank Linux ist ja auch schon alles dabei.

    \“Gut genug! Kann genug! Nerv mich nicht irgendwelchem nutzlosen Kram!\“ ist das Motto der nächsten Jahre. Das gilt auch für Webanwendungen.

  3. aber bei Facebook muss doch niemand die Apps nutzen, man kann sie ausblenden, ignorieren, etc. und sich auf das konzentrieren, was einem wichtig ist.

  4. Mal so eingestreut…zur schönen Network-Web2.0-mySpace-Facebook-Waswillichwirklichwelt :-)

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,535020,00.html

  5. Je mehr ich mit den Möglichkeiten von Facebook rumspiele, desto mehr gefällt es mir. Filmgeschmack vergleichen, Musikvideos \“verschicken\“, Events…

    Hut ab! Da liegt das StudiVZ aber Lichtjahre zurück…

  6. sehe ich genauso. man muss auch bedenken, dass sich die nutzer erst einmal an die neue vielfalt gewöhnen müssen