Twittereskes zum Wochenanfang

Manchmal findet man bei Herrn Arrington doch noch was interessantes, so zum Beispiel heute Quotably: The Perfect Tool To Make Sense Of Twitter und nun gibt es auf einmal Threaded Diskussions für Twitter. Ja, eigentlich ging es bei Twitter immer nur um die Verkündung des eigenen Status, aber das Schöne an Twitter ist, dass Dank der API immer wieder neue Ideen rund um Twitter entstehen. Ach ja, meine Gesprächsverläufe kann man hier bei Quotably bestaunen. Eine Suche für Twitter gibt es mittlerweile auch, allerdings bei Friendfeed.com/search, so kann das gehen, wenn ein Dienst nicht rechtzeitig die Dinge implementiert, die dringend gewünscht werden.

Twitter wird gerade so etwas wie die Messaging-Infrastruktur wider Willen, denn mittlerweile ranken sich eine Fülle von Anwendungen um Twitter herum, die weit über die eigentliche Grundidee von Twitter hinausgehen. Da es eigentlich viel zu kompliziert ist, sinnvolle Presence-Information über seinen Instant-Messaging Client zu vermitteln, macht das Anzeigen eines Status viel mehr Sinn. Wo ist der Unterschied? Sobald ich mit einem IM-Client online gehe, sehen alle, dass ich online bin, ob ich das nun will, oder nicht. Bin ich nur unsichtbar, sieht man nicht, dass ich da bin, dementsprechend kommen auch keine Diskussionen zustande. Gruppen-basierte Presence oder gar Adhoc-Presence variiert für verschiedene Usergruppen sind konzeptionell viel zu kompliziert, also der eine darf mich sehen, der andere nicht, aber alle meine “echten” Freunde, und so weiter. Bei Twitter sende ich meinen Status, wenn ich was sagen will, ansonsten bin ich eben nur durch eine private Message zu erreichen. Das ist noch etwas krude implementiert, aber in spätestens drei Monaten wird es die erste Client-Implementation geben, web-basiert und/oder als AIR-Client, die das simple d username bla bla als quasi echtes privates Messaing implementiert. Ja, das sind alles nur Nuancen, aber sie machen Twitter unglaublich praktisch.

Ich finde nachwievor den Signal/Noise-Ratio absurd, das gebe ich gerne zu, und ich leiste auch durchaus meinen Beitrag dazu, aber Twitter erinnert in der Kombination mit Tumbleblogs stark an die gute alte Blogosphäre anno 2003, als noch viele Dialoge entstanden, weil man sich kannte und unter sich war. Das wird auch ein Stück Weit so bleiben, denn jeder hat die Anzahl seiner Follower selber im Griff.

Adam Ostrow bei Mashable warnt vor einem Spam-Problem, aber Spam wird es praktischerweise schwer haben bei Twitter, da jedes Followen eine aktive Bereitschaft des Einzelnen voraussetzt, zumal man sicherlich die Spammer auch gut mit algorithmischen Methoden ausgrenzen kann, da sie sicherlich extrem vielen Leuten folgen und nur wenige eigene Follower und noch viel weniger @-basierte Diskussionen haben werden.

Twitter als Dienst ist sehr banal und es ist schwer, den Reiz dahinter zu erklären. Aber Twitter als Messaging-Infrastruktur ist eine spannende Herausforderung, auch wenn es eigentlich andere, besser einsetzbare Protokolle gibt (XMPP), sorgt doch die API für viele interessante Anwendungen in naher Zukunft.

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3 Antworten auf „Twittereskes zum Wochenanfang“

  1. Wenn ich mir das letzte Update von twhirl so anschaue geht der Weg schon gut in Richtung \”Instant Messaging Microblogging Tumblr\”-Twitter. Der Vorteil zum IM ist klar, ich erreiche mit einer Nachricht viel mehr Leute und wenn die Follower untereinander vernetzt sind, entsteht eine gruppendynamische Diskussion. Per DMs hätte man dann den klassischen IM Effekt.
    Ich begrüße diese Entwicklung.

  2. Irgendwie zieht es einen in seinen Bann ohne das ich erklären könnte warum .. sobald ich ein IPhone habe bin ich auch unterwegs kostengünstig dabei und dann tun mir meine Follower jetzt schon leid. Kann aber noch bis Jahresende dauern :)

  3. Für Twitter-Suche gabs schon vorher diverse Angebote, auch mit RSS. Check mal twitterdirectory.net, rechte Spalte.

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