100 000 Jobs in Gefahr?

Heute morgen konnte ich im Hamburger Abendblatt folgende Schlagzeile entdecken: Ohne Moorburg 100 000 Jobs in Gefahr?. Das ist natürlich FUD, und zwar vom Vorne bis Hinten. Aber, kann mir mal jemand erklären, warum grundsätzlich immer 100.000 Jobs in Gefahr sind? Warum nicht mal 150.000? oder “nur” 95.000? Wäre das zu zurückhaltend als Forderung?

Hat man eigentlich als Lobby-Vertreter, also Industrieverbandssprecher, Gewerkschaftsvorsitzender, oder ähnliches eine Tabelle, auf der Empörung, das zu erreichende Ziel und die damit verbundene Dringlichkeit in der Einheit “Arbeitsplätze in Gefahr” errechnet werden? Gibt es Schulungen für so etwas?

Meine Prognose: wenn Moorburg nicht gebaut wird, dann wird das für Hamburg keine Auswirkungen haben. Es werden stattdessen andere Kraftwerke anderswo entstehen, hoffentlich etwas klima-verträglicher. Aber das Schöne an Moorburg ist, dass es endlich mal ein sog. Streit-Thema gibt, an Moorburg können jetzt CDU und GAL ihre Verhandlungen entlangranken lassen und am Ende ihre Kompromißbereitschaft festmachen.

Was die Job-Gefahr angeht, so sollte man als Sprecher des Hamburger Industrieverbandes allerdings so langsam mal einsehen, dass Hamburg als Stadtstaat und wachsende Stadt nicht gerade prädestiniert ist für Industrie-Ansiedlungen, sondern eher für die Dienstleistungs- und Medienbranchen interessant ist, aber das nur am Rande.

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3 Antworten auf „100 000 Jobs in Gefahr?“

  1. Mal so ne Frage am Rande: Wie macht Hamburg das eigentlich, wenn der Platz zu knapp wird? Wird dann Land von Niedersachsen abgekauft?

  2. Nö, das nennt sich Speckgürtel. Und die Kraftwerke werden dann elbabwärts gebaut. Allein in Stade gibt es derzeit drei Projekte (Electrabel, Eon, Dow/EnBW). Immer her damit, kann ich nur sagen.

  3. 100.000 Jobs klingt einfach geil. ist schon immer so gewesen: Was willst Du verdienen? 100.000 DM, sorry heute Euro, weil 51129,18 € klingt uncool.

    Die Zahl 100.000 ist einfach so eine schöne Einstiegszahl in die Welt der großen Zahlen.

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