Mobilfunkerische Einsicht

Endlich spricht es mal einer der Mobilfunker aus:

Der Chef des drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieters E-Plus, Thorsten Dirks, rechnet mit einem Ende für herkömmliche Handy-Gespräche und das bisherige Geschäftsmodell der Mobilfunkbetreiber. “Die Mobilfunkunternehmen werden in fünf, sechs Jahren zu reinen Datentransporteuren”, sagte Dirks der Berliner Zeitung. Langfristig werde sich das Geschäftsmodell von Mobilfunknetzbetreibern dem von Festnetz-Internetanbietern angleichen. “Der Kunde wird einen Pauschalpreis für unbegrenzten Datenverkehr zahlen und kann sich auf sein Handy eine Internet-Telefoniesoftware installieren, über die er dann alle Gespräche ohne weitere Zusatzkosten führt.”

Dann los, Voice ist eh nur eine mögliche Anwendung auf einem Mobiltelefon. Allerdings müsste für die ordentliche Datennutzung auch endlich das Akku-Problem gelöst werden, denn je mehr Daten ein Mobiltelefon senden darf, desto mehr wird die Batterie geleert, was auf Dauer unpraktisch wird, insbesondere wenn keine Steckdose in der Nähe ist. Oder das passende Kabel fehlt. Kann man da nicht auch mal einen Standard finden? Dieses USB-Zeugs eignet sich doch eigentlich ganz gut dafür, dann kann man am Rechner und an der Steckdose aufladen.

Im Mobilfunkbereich geht noch so einiges, wenn endlich mal der Paradigmenwechsel von Sprachfunk hin zu mobiler Datennutzung verstanden wird.

[ via: heise online – E-Plus-Chef sieht Mobilfunkbetreiber künftig als reine Datentransporteure ]

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9 Antworten auf „Mobilfunkerische Einsicht“

  1. Klingt toll. Stimmt. Aber wieso senkt dann EPlus nicht als erster Provider die Preise für die Datenflatrate auf akzeptable 15 oder 19 Euro? Wer zahlt für langsames UMTS nach wie vor 25 Euro?

  2. Naja, die Frage ist doch eher, ob sich die Mobilfunkgesellschaften dann noch ausreichend finanzieren können.

    Meiner Meinung nach, sollten die großen Mobilfunkprovider Beteiligungsgesellschaften gründen und sich an Mobile Internet Startups beteiligen. Ich denke, dass hier in 3+ Jahren ein sehr attraktiver Markt entstehen wird.

    Die reine Bereitstellung der Infrastruktur wird durch einen erhöhten Preiskampf mit Sicherheit kein überaus lukratives Geschäft.

  3. @Sachar: naja, das dauert eben alles seine Zeit, insbesondere bei größeren Firmen.

    @tobias: na, es reicht doch schon, wenn sie M&A machen, um sinnvolle Dienste zu erschliessen.

  4. Nico, klar dauert das. Doch wenn der CEO das als Baustelle erkannt hat und pr-wirksame Äußerungen tätigt, wäre es glaubhaft, wenn EPlus im gleichen Atemzug auch ein Zeichen setzen würde? Und wie lange soll das noch dauern? imode sollte sich auch dauerhaft durchsetzen, doch das hat dann anscheinend zu lange gedauert. Oder soll ich noch warten?

  5. ich würde das mal als Abtasten des Marktes einordnen, aber generell versucht Eplus ja schon, derartige Preisentwicklungen voranzutreiben. Nur leider ist die Qualität dann eher grottig, aber das ist ein anderes Thema…

  6. Nein, das ist kein anderes Thema. Solche Ansagen bringen nur dann etwas, wenn gute Qualität und ordentliche Preise Hand in Hand gehen. Sonst wird eine gewaltige Chance, die Dircks da richtig erkannt hat, einfach vertan.

  7. hmm. wenn eine derartige ansage verbunden wäre mit einem neuen günstigeren flatrate-datenpaket, wäre dann nicht der kritikpunkt, dass diese aussagen nur gekommen sind, um PR für das neue Produkt zu machen?

  8. O.K., Einwand lasse ich gelten. Aber wie soll ich diese Ansage dann einordnen? Als Beobachtung? Als Beobachtung, die EPlus macht und trotzdem nicht reagiert?

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