Twitter und Werbung – ist die Party bald zu Ende?

Twitter Testing Advertising In Twitter Streams titelt Techcrunch heute und die Twittergemeinde schreckt auf, ist jetzt die Party vorbei, kommen nun gelackte Werbefuzzis in die Streams und wollen ihre Produkte feil bieten?

Ganz so schlimm wird es sicherlich nicht werden, dürfte doch allen klar sein, dass die Twitter-User höchst sensibel reagieren werden, sollte die Werbung a) nicht gekennzeichnet werden und b) zu sehr auf den einzelnen und seine Tweets zugeschnitten sein. Da gibt es irgendwo eine goldene Mitte, die macht auch für Werbetreibende Sinn. Alles andere regelt dann der Markt. Neben den Erlöspotentialen von Online-Werbung bei Twitter ist noch ein Thema völlig klar: der Dienst muss refinanziert werden, das kann entweder über Nutzungsgebühren für die API erfolgen, was aber den massiven Einsatz von 3rd-Party Apps behindern wird, oder eben durch ein Abo-Modell für die User. Dieses Modell ist sicherlich am interessantesten für Twitter, sichert es doch regelmässige Erlöse und bindet zudem noch die User. Einen echten Mehrwert für die User, jedenfalls in Europa, gibt es auch: SMS-Notifications.

Wenn Twitter diesen Schritt schafft, dann geht die Party erst richtig los, würde ich meinen. Wie man dann noch mit dem Signal/Noise-Ratio zurechtkommen kann, wird sich zeigen, allerdings gehe ich von Nischen-Anwendungen a la foodfeed.us aus.

Ach ja, sehr lesenswert auch Cems Interviewreihe zum Thema Twitter.

Tegernsee

Das Konzept Schnee im April finde ich nachwievor etwas befremdlich, aber dennoch war es ein lohnenswerter Ausflug.

Das Zentrale ist das neue Dezentrale

Don Dahlmann hat natürlich recht, wenn er ein Blogportal für Deutschland fordert. Wir gehen gerade unter in unserer Dezentralität mit Feeds, Streams und Attention Layers.

Daher sollten wir uns besinnen auf das, was gelernt ist. Ein Portal für alle, dort wird sich angemeldet, da hat man seine Email, sein Blog, sein Netzwerk, seine Online-Identität, seinen elektronischen Pass und seine digitale Gesundheitskarte. Dann vergisst man auch vieles nicht mehr, weil man immer an alles erinnert wird, denn selbstverständlich sind Behörden direkt angeschlossen an das System. Diskussionen über die digital Devide würden dann endlich der Vergangenheit angehören.

Ich sehe auch keine Probleme, so etwas umzusetzen, wenn auch natürlich nationale Insellösungen bei einem globalen Netz etwas anachronistisch wirken, aber schon so oft war Deutschland Vorreiter, gerade bei Fragen der digitalen Gesellschaft, daher denke ich, dass andere Länder zügig nachziehen werden. Ein Konsortium aus Telekom, Arvato, Siemens und Daimler wäre in der Lage, ein derartiges Portal sehr zügig zu stemmen, ohne jedoch kostenseitig die Steuerzahler zu sehr zu belasten.

Dieses Portal würde dann je nach Bedarf auch Nischen anbieten, in denen man sich kontrolliert austoben kann, denn Netzsoziologen ist bewusst, dass auch Trolle dazu gehören. Aus der überwuchernden Dezentralität wird eine bunte Vielfalt der Zentralität.