Zwei Tage im Mai: FDGHH und Next08

Nico —  16.05.2008

Am Mittwoch fand die Facebook Developer Garage in Hamburg statt und am Tag darauf die Next08 von SinnerSchrader. 300 Leute an einem Tag, 1200 am anderen Tag, da fühlte sich Hamburg ziemlich silikontalisch an.

Über die Next08 haben schon einige geschrieben: Next Next wird alles gut, Glücklich ohne Email und next08: rund, über die Garage u.a. Doreen auf dem Travello-Blog.

Die Facebook Developer Garage war eher enttäuschend, jedenfalls was die präsentierten Inhalte anging. Als Developer hätte ich mich ziemlich geärgert und ich frage mich auch immer wieder, was diese langweiligen Firmenpräsentationen bewirken sollen, wenn es doch um ein anderes Thema geht als die Darstellung der eigenen vermeintlichen Erfolge. Aber, ich habe viele gute Gespräche geführt, wenn auch weniger über Facebook. Extrem schwach fand ich den Auftritt von Matt Cohler, das hätte man sich sparen können. Nach dem eher unbemerkten Start von Facebook in Deutschland war hier die Gelegenheit, ein Feuerwerk abzubrennen und das interessierte Publikum mitzureissen, aber stattdessen wurde gelangweilt eine Standardpräsi durchgeflippt und danach schleunigst der Event verlassen. Chance verschenkt. Vielleicht kommen auf der nächsten Facebook Developer Garage in Berlin ja auch mal Entwickler und reden über ihre Erfahrungen, das würde dem Thema gut stehen. Die Garage wurde in sehr kurzer Zeit organisiert und ein möglichst breiter Ansatz gewählt, was sicherlich für den ersten Event in Deutschland auch der richtige Ansatz war. Allerdings hätten sich die Vortragenden wirklich mehr um das Thema kümmern sollen.

Die Next08 führte bei mir zu einem schmerzenden rechten Arm, so viel Hände durfte ich schütteln, ich war schwer beeindruckt, wer alles dar war. Während Thomas Knüwer die Organisation gut fand und Inhalte vermisste, muss ich sagen, dass ich das Thema „realtime“ und das Aufgebot an Rednern und Vorträgen ziemlich imprägnierend fand. Ich habe mir allerdings wenig angehört, da warte ich auf den Videostream, schliesslich kann ich dann auch skippen, was den Protagonisten von Web 2.0 und ADD auch sehr entgegen kommt. Begeistert war ich von den vielen Gesprächen, die ich führen konnte, das hat sehr viel Spass und noch dazu den ein oder anderen Erkenntnisgewinn gebracht. Die an mich am häufigsten gestellte Frage war: „Was ist die Faszination an Twitter? Ich verstehe es nicht.“ Ob meine Antworten jetzt wirklich erhellend waren, weiss ich nicht, aber ich werde sicherlich noch mehr als bisher versuchen, diese Frage auf Twitterdings.de zu erläutern.

Mein einzig wirklicher Kritikpunkt: Wozu bitte muss die Musik abends überall krachlaut und das Angebot an Sitzgelegenheiten rar sein? Es gab eine Ecke zum Rumhüpfen, das muss doch reichen, wer sich unterhalten will, sollte sich nicht anbrüllen müssen. Das nervt mich bei den meisten Events, und auch bei der Next08 und der FDGHH-Afterparty war es sehr störend.

Heute habe ich ca. 1200 ungelesene Feeds, dutzende neue Xing-Requests, etliche Follower mehr auf Twitter und vor allem vom vielen Reden eine Stimme, mit der ich jeden Joe-Cocker-Karaoke-Abend locker gewinnen könnte. Aber es hat sich gelohnt.

8 responses to Zwei Tage im Mai: FDGHH und Next08

  1. Sag mal Nico, waren wir auf der gleichen Garage? Wenn ich die Namen der Teilnehmer durchgehe, die anwesend waren, finde ich über 140 developer. Kann es sein, dass die nicht mehr mit Dir reden wollen?

    Ausserdem haben 8 Referenten neue apps auf der Garage gelaunched. Matt Cohler hat auf der Garage erstmalig verkündet, dass Facebook ab sofort in 4 weiteren Sprachen verfügbar ist und einen extrem coolen Wettbewerb für app developer ausgeschrieben, bei dem man Preise im Gesamtwert von 40.000 Euro gewinnen kann.

    Die super spannenden keynotes von Steve Rubel und Salim Ismail bedürfen keiner weiteren Beschreibung. Dazu die gesamte Veranstaltung kostenlos inclusive Party.

    Da kann ich nur sagen, erstmal besser machen.

  2. ja, Sarik wir waren auf derselben Garage. :)

    vielleicht habe ich das nicht gut genug formuliert. Für die erste Veranstaltung in D, für die Kürze der Zeit war die Garage echt gut, vor allem was die Masse an Leute angeht. Salim Ismail ist sowieso eine Bereicherung, das ist ja keine Frage, und Steve Rubel auch.

    Aber: für Developer war das eher wenig spannend.

    Um es noch einmal zu betonen: das war keine Kritik an Eurer Orga, echt nicht. Sondern daran, dass etliche Vortragende das Thema Facebook Apps nicht in den Vordergrund gestellt haben.

  3. Ok, so klingt das schon ein wenig realistischer. Wir werden bei der nächsten Garage in Berlin am 20.10.08, die cellity wieder mit organisieren wird, darauf achten, dass wir alle Präsentationen schon 2 Wochen vorher bekommen. Ausserdem werden wir einen Vortragssaal haben, wo wir ausschliesslich technische Präsentationen zulassen . Ich denke, so können die developer noch mehr profitieren.

  4. \“ein wenig realistischer\“ ist ja eine nette formulierung. :)

    ja, das mit den präsis 2 wochen vorher ist ein guter plan, wenigstens sollten die themen feststehen, etc., was dieses mal aufgrund der kürze der planungszeit ja eher nicht ging.

  5. Präsentationen zwei Wochen vorher? Wo die doch meistens erst in der Nacht davor entstehen? Bin gespannt, ob das was wird. Wurde uns für die next08 auch mehrfach geraten, aber ich bin da skeptsich.

  6. Wenn es für Entwickler sein soll, würde dann nicht son Hackathon wie es Google mit OpenSocial ja öfter mal macht, mehr Sinn machen?

    Ich war zumindest in London letztens dabei und das schien mir doch recht produktiv zu sein, vor allem wenn man ein paar Experten dabei hat.

    Ansonsten würde mich ja auch eher interessieren, wann denn Facebook DataPortability mal was ernster nimmt ;-)

  7. Na eins ist klar, es ist auf jeden Fall die beste Stadt gewesen, in der die erste deutsche Garage stattgefunden hat! ;) LG, Doreen