Ich mag keine Nationalflaggen schrieb Wolfgang letztens. Ich sehe das ganz anders.
Je mehr Leute die schwarz-rot-goldene Flagge hissen, am Auto haben, auf T-Shirts oder im Gesicht, desto mehr ist unsere Nationalflagge ein Symbol für uns alle. Die Fahne kommt damit aus ihrer Schmuddelecke heraus und damit nehmen wir den Rechtsnationalen ein Identifikationssymbol. Ich plädiere für einen gesundenen Patriotismus, der sich unverkrampft mit dem Thema Nation auseinandersetzt. Ausserdem verstehe ich das Thema Nation als Work in Progress, um nicht zu sagen als perpetual Beta, und wir sind alle herzlich eingeladen, daran mitzuwirken.
Das hat auch nichts mit Fanatismus zu tun, wenn man zu einem Ereignis die Nationalflagge zeigt, in anderen Ländern ist es auch üblich, wie unsere Nachbarn in Dänemarkt und Schweden immer wieder zeigen. Ich gehe sehr mit Heinemann konform, der auf die Frage, ob er Deutschland liebe, sagte: “Ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau.” – aber ich finde es auch toll, wenn man seine Verbundenheit mit dem Staat und der Nation zum Ausdruck bringen kann, ohne dass Nationalismus gleich mitschwingt. Noch dazu sorgen Ereignisse wie WM und EM vor allem dafür, dass in Deutschland viele verschiedene Flaggen gezeigt werden und das Stadtbild schön bunt wirkt, quasi als Abbild des Einwanderungslandes Deutschland.
Ich wünsche mir einen unverkrampfteren Umgang mit Deutschland und seiner Flagge, es ist eben noch alles Beta.
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