telewebber enttäuscht auf ganzer Linie

Nico —  13.06.2008


Naja, eigentlich doch nicht, aber ich hatte auch keine großen Erwartungen. Das Thema allerdings, das ist total spannend, analog zum Thema Co-Browsing, was immer mehr in den Fokus rückt, ist auch klar, dass es einen Bedarf für Echtzeit-Kommentare bei Events gibt, ich zähle jetzt Fernsehen einfach mal dazu.

Telewebber begann stark, mit einer tollen Betacamper-Idee mitsamt Twitter-Verknüpfung, das liess man Herz ein wenig vor Euphorie hüpfen. Das Produkt allerdings finde ich enttäuschend. Less is more. Echt. Mit einer Fülle von Features und viel Geblinke an jeder Ecke soll eine Sache erreicht werden: ein gemeinsamer Chat zum aktuellen Fernsehprogramm. Das ist ja auch alles ganz nett, aber warum muss das wieder alles gekapselt werden in einer eigenen Anwendung? Lasst das über Twitter laufen, dann muss man nicht noch ein Fenster mit Interaktion zusätzlich offen haben. Ich glaube ganz ehrlich, dass das Produkt eh schon so geeky ist, dass man locker Twitter hätte nutzen sollen.

So aber ist das einfach nur ein Chat mit viel zu vielen Features, es muß wieder dieses leidige Freundesammelthema abgespult werden und ohne Usermassen wird es leer bleiben, mit Usermassen aber unübersichtlich werden. Abgesehen davon ist die Monetarisierung bei Telewebber auch noch eine Herausforderung, denn mit Werbung wird man dort nichts reissen können und als Premiumdienst sehe ich das nunmal gar nicht.

Ich denke schon seit einigen Jahren über das Thema Chat und TV nach, daher hat es mich gefreut, dass endlich jemand mal ein Produkt zu diesem Thema lanciert, aber das, was Andreas Dittes und Co bislang abgliefert werden, enttäuscht mich auf ganzer Linie. Zu viel Involvement, zu viele Features, zu geeky, zu verspielt, zwar mit einigen netten Ansätzen, aber mehr auch nicht. Ich hoffe mal, dass das alles noch total Beta ist und das finale Produkt mich aus den Puschen haut, aber ich glaube nicht dran.

7 responses to telewebber enttäuscht auf ganzer Linie

  1. Also das sehe ich jetzt mal KOMPLETT anders. muss ich wohl doch mal wieder bloggen.

  2. hey, wenn ich das mit diesem Artikel provoziert habe, dann hat es sich schon gelohnt. :)

  3. tja, scheinbar ist man totaler telewebber-fan oder genau das gegenteil. kritische stimmen müssen aber auch sein, von daher: danke, nico! :)

    ich sehe telewebbing nicht als ein geek-thema, im gegenteil. und wie viele webseiten wie myspace, fubar, knuddels, wkw und viele andere gezeigt haben: die nutzer lassen sich keineswegs von viele features und unübersichtlichen guis abschrecken.

    vielleicht bist du ja einfach nicht zielgruppe… ;)

  4. tja, das hoffe ich dann mal für euch. :)

    ich würde den dienst verschlanken, weniger spielereien und ablenkungen.

  5. Ich finde die Idee ebenfalls gut, habe erst gestern mein Zelt abgebaut und das erste Mal reingeschaut.

    Was die GUI angeht so hast du Recht, das hätte man intuitiver, einfacher machen können. Man hat scheinbar in der Tat versucht sehr viel Möglichkeit zu bieten, zu interagieren. Vielleicht sind die Telewebber damit etwas über das Ziel hinausgeschossen.

    Aber \“auf ganzer Linie enttäuschend\“ sind schon harte Worte.

    Die Telewebber probieren was aus und ich find die Idee super. Arbeiten müssen alle Startups, um ihr Produkt zu verbessern.

  6. ich finds toll, sicher lassen sich ne menge analysedaten an die sender monetaridingsen. klar, die features erschlagen erstmal (bin ja auch schon etwas älter …). die sind allerdings zum jeweiligen sendungsthema, hier eben #em08 kick, abgestimmt. das finde ich erstaunlich schlau.

  7. Ich trackback hier nochmal wieder manuel rein: http://pixelsebi.com/2008-06-15/telewebber-what-are-you-watching/

    Zusammenfassend kann man aber nochmal schnell sagen, dass ich denke, dass das Hauptproblem das Medium sein dürfte.

    Ich denke, damit das wirlich wuppt, müsste es eine Application für Mobiltelefone geben. Gibt einfach viel mehr Handys in Wohnzimmern als Laptops.

    Ausserdem bin ich ja ein wenig besorgt, wie das ganze noch funktionieren wird, wenn immer mehr leute Video-on-Demand Angebote nutzen oder auch einfach nur zeitversetzt Fernsehen schauen.