Mehr Beflaggung für alle!

Ich mag keine Nationalflaggen schrieb Wolfgang letztens. Ich sehe das ganz anders.

EM-Vorbereitungen sind abgeschlossenJe mehr Leute die schwarz-rot-goldene Flagge hissen, am Auto haben, auf T-Shirts oder im Gesicht, desto mehr ist unsere Nationalflagge ein Symbol für uns alle. Die Fahne kommt damit aus ihrer Schmuddelecke heraus und damit nehmen wir den Rechtsnationalen ein Identifikationssymbol. Ich plädiere für einen gesundenen Patriotismus, der sich unverkrampft mit dem Thema Nation auseinandersetzt. Ausserdem verstehe ich das Thema Nation als Work in Progress, um nicht zu sagen als perpetual Beta, und wir sind alle herzlich eingeladen, daran mitzuwirken.

Das hat auch nichts mit Fanatismus zu tun, wenn man zu einem Ereignis die Nationalflagge zeigt, in anderen Ländern ist es auch üblich, wie unsere Nachbarn in Dänemarkt und Schweden immer wieder zeigen. Ich gehe sehr mit Heinemann konform, der auf die Frage, ob er Deutschland liebe, sagte: “Ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau.” – aber ich finde es auch toll, wenn man seine Verbundenheit mit dem Staat und der Nation zum Ausdruck bringen kann, ohne dass Nationalismus gleich mitschwingt. Noch dazu sorgen Ereignisse wie WM und EM vor allem dafür, dass in Deutschland viele verschiedene Flaggen gezeigt werden und das Stadtbild schön bunt wirkt, quasi als Abbild des Einwanderungslandes Deutschland.

Ich wünsche mir einen unverkrampfteren Umgang mit Deutschland und seiner Flagge, es ist eben noch alles Beta.

Neu, jetzt auch mit Community


Eigentlich wollte ich das schon länger mal machen, aber dieses wurde in der letzten Zeit etwas vernachlässigt. Jetzt aber habe ich eine eigene Livecommunity von 6groups eingebunden, die man auch oben in diesem Balken bestaunen kann. Dort laufen Feeds von mir rein und wer mit den Hashtags #lumma oder #rednix twittert, landet dort auch automagisch.

Die sixgroups Livecommunity erinnert ein wenig an MyBlogLog, aber weiter gedacht und wirkt offener. Die Jungs dahinter sind sowieso feine Bengels, daher freut es mich umso mehr, dass jetzt alles gut funktioniert. So, jetzt alle mitmachen!

Das überregulierte öffentlich-rechtliche Internet

Heute kamen die Ministerpräsidenten der Länder zusammen und haben verkündet, wie sie sich künftig das Internet-Engagement von ARD und ZDF vorstellen. Denn es ist klar, dass Angebote von Fernsehsendern ebenso wie von Verlagen immer mehr über das Internet distribuiert werden sollen. Hans-Jürgen Jakobs fasst auf Sueddeutsche.de zusammen:

Diese große Wiese des digitalen Marktes wollen sie alle mähen: die Intendanten der Anstalten, die alerten Manager der Privatsender, die Verleger von Zeitungen und Zeitschriften sowie die Macher neuer Angebote. Sie kombinieren online Text, Bild und Ton in ganz unterschiedlichem Mischungsverhältnis. Weil ARD und ZDF dabei frei Haus Gebührenmilliarden zur Verfügung stehen, den anderen aber nur jenes Geld, das Werbekunden in Hoffnung auf Kundenkontakte investieren, verlangt das kreative Chaos nach Regeln.

Solche Regeln glauben die Ministerpräsidenten jetzt insofern gefunden zu haben, als dass die Öffentlich-Rechtlichen künftig nur “sendungsbezogene” Angebote ins Netz stellen und keine “elektronische Presse” veranstalten dürfen. Presseähnliches soll es nicht geben. Beiträge über große Sportereignisse wie Olympia dürften nur 24 Stunden bereitgestellt werden, alles andere höchstens sieben Tage. Über die Online-Aufbereitung von Unterhaltung gibt es noch viele Unklarheiten – so viele, wie es bei ARD und ZDF Unterhaltung gibt.

Und da merkt man es wieder: die Medienpolitiker in Deutschland haben nicht ansatzweise einen blassen Schimmer vom Internet, allen voran Kurt Beck. Da hat die Verleger-Lobby schön einige ihrer Punkte durchsetzen können, um ARD und ZDF das Leben im Netz schwerer zu machen. Es wird mit ungleichen Waffen gekämpft, während Verlage und Privatsender munter Kooperationen schliessen können, um Traffic für ihre Online-Angebote zu generieren, sollen ARD und ZDF sich auf ihre Sendungen konzentrieren, kommerzielle Links vermeiden und vor allem nach sieben Tagen ihre Inhalte wieder löschen. Was für ein Käse. Wenn ich schon gezwungen werde, mit der GEZ-Steuer ARD und ZDF zu finanzieren, dann will ich auch, dass online ein entsprechend umfangreiches Angebot zu finden ist, gerne auch mit einem anderen Anspruch als bei vielen Privatsendern und Verlagen.

Ich stelle mir das Angebot von ARD und ZDF so vor:
1. alle Sendungen werden gestreamt, auch mit Werbung, eben genauso wie im Runfunk auch.
2. alle Sendungen kommen ins Archiv, abgesehen von Live-Mitschnitten wird es keine Werbung geben, sondern nur “die pure” Sendung.
3. Redaktionelle Inhalte sind ausdrücklich erwünscht, auch Formate ohne Sendeplatz, ohne Werbung.
4. Entwicklung eigenständiger Web-Konzepte, quasi Innovation. Ja ich weiss, ich Träumer.

Für die Finanzierung eines solchen Angebots zahle ich gerne GEZ. Verlage und Privatsender können weiterhin ihre Angebote mit Werbung finanzieren. Alles andere ist totaler Anachronismus. Wenn man das nicht will, dann muss man generell die Gebührenfinanzierung von ARD und ZDF in Frage stellen.

Die starre Trennung von Presse und Rundfunk kann man mit dem Internet als Distributionsebene nicht mehr aufrecht erhalten. Im Internet ist der Kampf um die Aufmerksamkeit der Leser eine ganz andere. Und im Zweifel gibt es viele Auswahlmöglichkeiten, denn Inhalte kann heutzutage einfach jeder publizieren. Das werden die deutschen Politiker auch auf lange Zeit hin nicht verstehen können, weil sie das Internet nicht nutzen.

Dönerstag

Heute mal bei Mr. Kebab.