
Als ich die Einladung zur Rede von Barack Obama an der Siegessäule gesehen hatte, kamen mir sofort folgende Assoziationen: “Leni Riefenstahl”, “Olympia”, “Jesse Owens”, aber auch “Triumph des Willens” und “Siegessäule”. Mir ist klar, dass der Film von Leni Riefenstahl vor Olympia gedreht wurde, aber spontan kam mir diese Assoziationskette. Ist dies intendiert? Wird Obama den Rückgriff auf Jesse Owens ziehen, den vierfachen Goldmediallen-Gewinner der Olympischen Spiele in Berlin 1936, und daran festmachen, wie weit Amerika und die Welt seit dem gekommen sind, dass er nun an diesem geschichtsträchtigen Ort in dieser Stadt, die wie keine andere für Rassenwahn, aber auch für das Überkommen von Mauern und das Zusammenführen einer Nation steht?
Es wäre eine imposante Choreographie, im Berliner Abendlicht, mit großen Gesten und großem sozialdemokratischen Führungsriege-Gedrängel in seiner Nähe, in der Hoffnung auf Abstrahleffekte wie bei Kennedy und Brandt.
Das Politik-Großereignis des Sommers wird so ziemlich auf allen Kanälen übertragen und auf Twitter kommentiert werden.


