04. August 2008

die Bedeutungslosigkeit der Twitter-Konkurrenten

Dieser Post soll heute mal Twitter und seinen Konkurrenten kwippy und plurk, stellvertretend für alle anderen Mikroblogging-Dienste gewidmet sein und ist in allererster Linie thesenartig und voll des gefühlten Wissens zu verstehen:
Seit Freitag geht ja eine kwippy Einladungswelle durchs Land und so kam auch ich in den Besitz einer dieser "raren" Einladungen, ich folgte ihr aus Neugier. Auf der Seite angekommen stellte ich fest, dass es sich bei diesem Projekt um Twitter ohne Zeichenbegrenzung und mit GTalk-Einbindung handelt. Ähnliches hatte ich circa einen Monat davor bereits mit Plurk erlebt (USPs hier: flashy Optik und eine Einbindung von Stimmungen in die Statusupdates). Nach 10 Minuten der Beschäftigung mit der kwippy-Seite (absolut analog zu Plurk übrigens) verließ ich sie und bin mir sicher, dass ich sie zukünftig auch nicht mehr besuchen werde. Falls sich jemand fragen sollte warum das so ist kann ich sagen, ich habe schon einen Twitteraccount und damit keinen Bedarf für einen zweiten Dienst, der meine Statuszeilen verwaltet!
Die Frage, die ich mir bei diesen Diensten regelmäßig stelle (geht mir bei friendfeed übrigens nicht anders) ist, ob sich die Entwickler schon mal Gedanken darüber gemacht haben, wieviel Zeit dem User so zur Verfügung steht, all diese Dienste auch zu nutzen – und Twitter ist nun wirklich ein zeitlich durchaus intensives Tool – und wie wichtig gerade das Element "soziale Bindungen" für Dienste wie Twitter sind und wie schwer diese auflösbar sind. Nicht umsonst könnte StudiVZ sonstwas tun und trotzdem würden nur relativ wenige User zu facebook wechseln. Ich meine jetzt mal ehrlich, wie sehr nervt es, jedes Mal die gleichen Leuten auf einem neuen Dienst zu suchen, ihnen zu folgen, Freundschaften zu schließen, sich mit dem Dienst vertraut zu machen, etc.
Am Ende ist es doch so: Twitter ist eher TROTZ seiner Funktionalitäten zum Standard geworden, aber inzwischen kann wohl keiner mehr leugnen, DASS es der Standard für Microblogging ist. Ich bin der Ansicht, dass es schon ein wenig mehr braucht als eine seitwärts ausgerichtete Timeline und schicke Bildchen (plurk) oder die Anbindung von GTalk und eine wahnsinnig virale Einladungsfunktion (kwippy), um jemanden, der sich seit dem Anlegen seines Accounts langsam und beharrlich seine Follower aufgebaut hat, davon zu überzeugen, dass es jetzt Zeit wäre zu wechseln und das alles erneut durchzuführen. Die Frage die bleibt ist: was planen die Betreiber dieser Dienste, denen wird ja auch auffallen, dass es schwer ist, User dauerhaft von Twitter abzulösen, wenn nicht gleich deren ganzes Netzwerk mitgeht? Was sind da die Argumente für die Investoren, wo der eigene Antrieb UND das wichtigste: Was müsste passieren, damit du, lieber Leser, dauerhaft Twitter den Rücken kehrst und zukünftig nur noch kwippy o.ä. nutzt? Auch eine letzt Frage sei noch erlaubt: Ist das meine persönliche Einzelmeinung oder geht das noch jemandem so?

PS: Grundlage dieser gesamten Annahme ist, dass der Mainstream Standardtools nutzt und da ist eben nicht in letzter Konsequenz die reine Funktion entscheidend, sondern die Verbreitung, denn wenn keiner meine Tweets liest, muss ich auch keine schreiben. Ich glaube schlicht, dass am Ende die Marke über den Mainstreamerfolg entscheidet und da kommen Dienste wie kwippy und plurk einfach nicht mit Twitter mit…

[Christoph]

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Ich lebe es selbst, finde jedoch die Deutsche Version garnicht so schlecht. Gru00c3u00bcu00c3u009fe Alfred

Yup, da stimme ich Dir zu. Habe auch bisher nichts gefunden, dass mich mehr u00c3u00bcberzeugt hat und habe dementsprechend nun aufgehu00c3u00b6rt zu suchen. Was die ewige Vernetzung und Wiedervernetzung angeht, stimme ich Dir ebenfalls zu. Vor einiger Zeit habe ich gnadenlos reinen Tisch gemacht und begnu00c3u00bcge mich seitdem mit einem (! -ich weiss, wie untechnisch von mir) Nutzerkonto eben dort, wo die meisten meiner Kontakte sich befinden.

Und wenn man stu00c3u00a4ndig ohnehin nur auf dieselben Leute verlinkt, bzw. sie auf seine Kontaktseiten setzt, wie ich das von vielen meiner Bekannten kenne, ergibt sich die Frage: wie oft muss man diesen selben Leuten noch mitteilen, wer man ist und was man gerade macht? Gibts da nicht irgendwann einen u00c3u009cbersu00c3u00a4ttigungsfaktor?

Ich spiel mal den advocatus dingsbums: Was an Plurk, Kwippy und identi.ca und anderen interessant ist, ist, dass sie bestimmte Aspekte, wohin es mit den Themen Presence etc. gehen ku00c3u00b6nnte, aufgreifen.
Bestimmte Ansichten von FF z.B., also die Wochansicht z.B. haben durchaus einen schu00c3u00b6nen 'Digest'-Effekt; der spielt das bei der von dir angesprochenen Zeitfrage ne Rolle.
Identi.ca deutet an, dass Presence so etwas werden ku00c3u00b6nnte wie E-Mail, dass es egal ist, WO du deine Updates hinwirfst und WO deine Kontakte sind.
Ansonsten denke ich eher, ass sich bestimmte Gruppen bestimmte Dienste aussuchen, so wie die einen bei neu.de sind, andere bei elite Partner, die Dritten bei XING, so werden sich eben manche bei Twitter finden und andere anderswo. (Ich hatte ku00c3u00bcrzlich mal u00c3u00bcber nen indischen SMS/Presence-Dienst geschrieben, bei dem MEHR User sind als bei Twitter.)
Kwippy ist, wenn ich recht verstehe, massiv stu00c3u00a4rker auf IM-User orientiert und ku00c3u00b6nnte sich deswegen in der Ecke eine Klientel zusammensammeln.
Leute dafu00c3u00bcr gibt es ohnline wohl genug.
Und irgendwann gibt es dann lLeute, die Meta-Clients schreiben, damit wir bequem an alles drankommen ;) Also:
1 Fenster/Sidebar fu00c3u00bcr Twitter, FF, Kwippy, indenti.ca, Facwebookstatus, XINGzeile etc.

Evenuell geht ja Snowl in deise Riochtung (muss es aber noch testen ;) )

naja, wenn man es mal genau nimmt, dann ist twitter ja auch nur eines dieser tools, mit dem es mal genau so angefangen hat, insofern bist du (und ich ja auch) ja auch teil dieses geraffels, nur das twitter eben schon diese wichtigkeit erreicht hat (siehe deine aussage zur wechselwilligkeit) und daher eben als standard wahrgenommen wird - aber irgendjemand muss plurk doch benutzen, oder mal benutzt haben, hypes finden doch nicht ohne user statt?!

"Was mu00c3u00bcsste passieren, damit du, lieber Leser, dauerhaft Twitter den Ru00c3u00bccken kehrst und zuku00c3u00bcnftig nur noch kwippy o.u00c3u00a4. nutzt?"

Einfache Frage, einfache Antwort: Twitter mu00c3u00bcsste den Dienst einstellen ;-)

" Auch eine letzt Frage sei noch erlaubt: Ist das meine persu00c3u00b6nliche Einzelmeinung oder geht das noch jemandem so?"

Nein. Das frage ich mich schon lu00c3u00a4nger bei dem ganzen Web 2.0 Geraffel. Man kann auch u00c3u00bcberinformiert und u00c3u00bcbervernetzt sein. Irgendwo im Netz gibt es auch schon einen Artikel dazu ( http://www.readwriteweb.com/archives/real_peopl... ).

Noch ein Tool und NOCH ein Tool, das im Prinzip die gleiche Funktionalitu00c3u00a4t abbildet.. naja, ich glaube das gibt es bei jedem Trend.

ich mu00c3u00b6chte euch beiden danke, nu00c3u00a4mlich dafu00c3u00bcr, dass eure kommentare mir peru00c3u00b6nlich sichtbar machen, dass die schweigende first-mover-masse das schon u00c3u00a4hnlich sieht und vor allem bei twitter ziemlich angekommen ist. der zweite grund ist, ich weiu00c3u009f jetzt, dass ich bei kwippy und plurk wirklich nichts u00c3u00bcbersehen habe, was den wahnsinnigen vorteil ausmacht, aber ich wu00c3u00bcrde trotzdem noch gern einen u00c3u00bcberzeugten nutzer eines der beiden dienste zu wort kommen lassen wollen, meldungen?

Witzig - du sprichst mir da wirklich aus der Seele. Fu00c3u00bcr Plurk hab ich etwa 5 Minuten verwendet. Bei kwippy hab ich nicht mal die Einladung genutzt, weil ich schon auf der Seite gesehen habe, dass es nichts Neues ist, was irgendwelche weitreichenden Vorteile hu00c3u00a4tte.
Nebenbei ist das Hauptu00c3u00bcbel tatsu00c3u00a4chlich der Aufwand alle Freunde mitzuziehen und das wird sicherlich nicht funktionieren also auch nicht den Aufwand wert sich darum zu bemu00c3u00bchen. Wenn tatsu00c3u00a4chlich mal ein paar mehr Leutchen auf einen Dienst aufspringen wie es teilweise bei friendfeed der Fall ist, dann mag das noch angehen. Dabei hat friendfeed ja sogar eine crossposting Mu00c3u00b6glichkeit, so dass man damit sogar twittern kann.
Es erinnert mich ein wenig daran, dass es fast unmu00c3u00b6glich ist einen Programmierer an einen neuen Editor heranzufu00c3u00bchren. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Es sieht also tatsu00c3u00a4chlich so aus, als ob Twitter schon gewonnen hu00c3u00a4tte und die machen bzw. machten ja nun wirklich ziemlich viel um ihre Benutzer abzuschrecken. Aber das scheint nicht zu funktionieren. Selbst die in D gestarteten Klone hatten ja nicht wirklich eine Chance ob wohl sowas wie frazr ja sehr fru00c3u00bch dran war, aber dann doch nicht die Publizitu00c3u00a4t erreicht hat, wie es twitter schon mehrfach auf Konferenzen gelang.
Die reingesteckte Zeit ist wohl das Hauptargument dafu00c3u00bcr bei einem Dienst zu bleiben und den auszubauen.Das ist bei twitter noch erheblich extremer als bei den ganzen Blogging-Plattformen, die man viel schneller mal wechselt, weil die Beziehungen nicht so intensiv waren bzw. sind, wie es bei Twitter erscheint.

Ich sehe das genauso wie Du. Ich bin gerade neu bei Twitter und es ist wirklich zeitraubend und man sollte Leben um das erlebte zu bloggen und nicht bloggen um zu leben. Daher ist Twitter gerade aufregend, aber mein Drang viel zu erleben (in der wirklich Welt) ist dann zum Glu00c3u00bcck gru00c3u00b6u00c3u009fer !! *lol* Irgendwann reicht es auch mal mit Netzwerken ;-)
u00c3u009cbrigens musste ich bei Deiner Beschreibung lachen. Es ist wirklich so. Man meldet sich neu an und sucht erstmal wie ein Eichhu00c3u00b6rnchen seine Leute zurecht *lol*

Jetzt wo du es schreibst wird mir der Quatsch deutlich *lol*