Obama, Biden und das Ende der Grassroots-Dramaturgie

Nico —  23.08.2008

Nun ist die Entscheidung wohl gefallen, jedenfalls berichtet die New York Times Obama Chooses Biden as Running Mate – NYTimes.com:

Senator Barack Obama has chosen Senator Joseph R. Biden Jr. of Delaware to be his running-mate, turning to a leading authority on foreign policy and a longtime Washington hand to fill out the Democratic ticket, people told of the decision said.

Joe Biden ist sicherlich eine Authorität in Washington, D.C., der insbesondere durch seine aussenpolitische Kompetenz einen Bereich abdeckt, bei dem man Obama wenig Erfahrung zuschreibt, insofern ist die Entscheidung durchaus nachvollziehbar.

Man kann aber auch sehen, dass alten Muster im Wahlkampf zurückgekehrt sind und die große Ankündigung der Obama-Kampagne, dass die Unterstützer sofort als Allererste erfahren würden doch nur eine Ankündigung blieb, da ein paar Insider nun doch nach dem alten Muster die Presse informiert haben. Ich könnte mir denken, dass mit der Entscheidung für Joe Biden jetzt auch das Politik-Establishment in Washington, D.C. wieder für eine andere Dramaturgie im Wahlkampf sorgen wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht alle Verantwortlichen mit der Art und Weise wie Obama seine Kampagne aufgezogen hat zufrieden sind.

Marc Ambinder hat eine gute Einschätzung der Gründe für die Auswahl Bidens und seine Vermutungen seitens der McCain-Kampagne im Bereich Negative-Campaigning beim Atlantic Monthly gebloggt.