Pendlerpauschale gehört aber sowas von abgeschafft

Nico —  11.09.2008

Derzeit mein Lieblingsaufregethema ist sicherlich die Pendlerpauschale, dabei insbesondere dieses hirnlose Wahlkampfgesülze der CSU in Bayern, so z.B. Volle Pendlerpauschale muss kommen:

Als „lebensfremd“ und „falsch“ bezeichnete Herrmann die Einstellung Kochs und Steinbrücks. Beide lägen „schon grundsätzlich falsch, weil die Pendlerpauschale keine Steuersubvention ist“, ergänzte Huber. Es würden mit ihr nur die „notwendigen Ausgaben der Arbeitnehmer für die Fahrt zur Arbeit berücksichtigt“.

Ja, was für ein Quatsch. Wieso bitte gibt es Geld zurück, wenn man zur Arbeit fährt und dann auch noch in Summe mehr Geld je weiter man fährt? Was ist die Begründung dafür, ausser „das war schon immer so, früher!“ oder „wir müssen jetzt dringend Wahlgeschenke verteilen!“?

Pendlerpauschale und Eigenheimzulage haben jahrzehntelang dafür gesorgt, dass der Individualverkehr gefördert wurde und die Zersiedelung der Landschaft vorangetrieben wurde. Die Abschaffung dieser Subventionen war mehr als nur überfällig.

Die Argumentation der CSU ist sowas von fadenscheinig und dämlich, wie geschaffen für einen Wahlkampf. Wer sich aufgrund der gestiegenen Energiepreise, ein Phänomen, das auch nicht total plötzlich über Nacht herauskristallisiert hat, die Fahrten zum Arbeitsplatz nicht mehr leisten kann, sollte mal über seine Budgetkalkulation nachdenken. Es ist doch absurd zu glauben, dass der Staat dafür zuständig sein muß, die Fahrten zur Arbeit zu sponsern. Wir können nicht immer vom schlankeren Steuersystem faseln, uns über die umständliche Steuererklärung aufregen und dann an diesem Anachronismus festhalten, der noch dazu extrem unfair ist. Als Großstadtbewohner, der damit auch einige Nachteile in Kauf nimmt, wie z.B. hohe Mieten, gesalzene Eintrittspreise oder ähnlches, fange ich ja auch nicht an, eine Urbanitätspauschale zu fordern.

Und es ist mir ziemlich egal, wieviel der Staat gerade durch irgendwelche Steuern einnimmt, wir sollten nicht dazu zurückkehren, das Geld für die Fahrt zur Arbeit herauszurotzen. Die Fahrt zur Arbeit ist eine Privatangelegenheit, ebenso wie die Finanzierung dieser Fahrten. Alles andere ist absurd. Also CSU-Politik.

48 responses to Pendlerpauschale gehört aber sowas von abgeschafft

  1. Du bist SPD!
    Man kann gerne die Bezugsbedingungen diskutieren, aber die Abschaffung ist ein sehr unsoziales Vorhaben, SPD halt.
    Ich kann nicht einerseits den Arbeitslosen zu einem Job over the hlls and far away nötigen und dann meinen, dass er die Kosten selber trägt, wobei es eher keine Seltenheit sein dürfte, dass der Fahrkostenaufwand den Job zu einem Minusgeschäft macht.
    Beispiel gefällig? Ich habe einen Job angetreten, dessen nettoverdienst 200 DM über dem Arbeitslosengeld lag, Fahrtkosten zum Einstellungszeitpunkt 250DM. Wenns umd die Vorstadtmalocher geht, ja geh, von mir aus, schaut halt, dass es Regeln gibt, aber die Abschaffung, naja.. aSPD.

  2. ja, ich bin SPD, manchmal auch Currywurst und Bier, aber das nur am
    Rande, bzw. Imbiß. Und auch wenn ich verstehen kann, dass es im
    Einzefall unschön sein kann, wenn man zu weit fahren muss, dann ist
    die Pendlerpauschale immer noch a) ungerecht und b) nicht die Lösung
    gegen hohe Energiekosten.

  3. Armer Nico, musst in der Großstadt wohnen ;-) Ich wär dafür, die Pendlerpauschale abzuschaffen, dafür aber eine wie-weit-ich-vom-nächsten-Starbucks-entfernt-wohne-Vergünstigung einzuführen.
    Im Ernst, so wie Du das Stadtleben darstellst, wundert es mich, dass Du nicht schon längst „auf's Land“ gezogen bist.
    Nur weil ein Bayer sich die Pendlerpauschale als Wahlkampfthema schnappt, muss sie nicht per se schlecht sein.

  4. Armer Nico, musst in der Großstadt wohnen ;-) Ich wär dafür, die Pendlerpauschale abzuschaffen, dafür aber eine wie-weit-ich-vom-nächsten-Starbucks-entfernt-wohne-Vergünstigung einzuführen.
    Im Ernst, so wie Du das Stadtleben darstellst, wundert es mich, dass Du nicht schon längst „auf's Land“ gezogen bist.
    Nur weil ein Bayer sich die Pendlerpauschale als Wahlkampfthema schnappt, muss sie nicht per se schlecht sein.

  5. die pendlerpauschale war auch schon vorher unsinnig, aber was huber da
    treibt wird dadurch auch nicht besser.

  6. Kommentiert via twitter: http://twitter.com/papascott/statuses/918625926 „here in germany you can deduct commuting mileage from your taxes. a subsidy to use gasoline, isn't that a great energy policy! #not“

  7. Hier werden ja wohl Äpfel mit Birnen verglichen was?

    Zieh mal aufs Land. Sieh zu wie du zur Arbeit kommst. Sieh zu wie deine Kinder in den Kiga oder in die Schule kommen. Und schau mal, wie dein Kühlschrank voll wird.

    Als Städter hat man wohl andere Sorgen, als den Weg zur Arbeit. Wer aber das urbane Leben dem ländlichen vorzieht tut dies ja wohl auch mehr oder minder bewusst. Der Vorteile wegen(!)

  8. ja, das hat alles vor und nachteile. kosten für wohnraum sind
    günstiger aufm land, dafür sind eben die mobilitätskosten höher.

  9. Sind das deine Argumente? die Pauschale ist ungerecht? (Für wen konkret?) Die Pauschale ist nicht die Lösung für hohe Energiekosten? Da wird einem vieles klar.
    1. Die Pauschale war zu keinem Zeitpunkt ein Lösungsansatz für hohe Energiekosten, sondern wurde immer als Werbungskosten geltend gemacht. Im Gegenteil, die Pauschale ist mit steigenden Energiekosten sogar gesunken. Das ist also schonmal Mumpitz.
    2. Dem Arbeitnehmer werden immer größere Aufwände abverlangt um einen Job anzunehmen, weil der Staat nicht in der Lage ist, ihm einen adäquaten Job zu verschaffen. Der Job liegt aber gar nicht im Interesse des Arbeitnehmers, sondern seine Exisstenzsicherung, die mittels Job bewerkstelligt wird. Somit ist es oftmals ein Rechenexempel und ein bisschen Einstellungssache, ob man einen Job annimmt oder nicht. Dabei wurden speziell in de SOZIALdemokratischen Regierungsjahren, die Vorzeichen immer weiter zu ungunsten des ohnehin schlecht gestellten Arbeitnehmers verschlechtert. Eine komplette(!) Abschaffung der Pendlerpauschale ist somit für mich nur ein weiteres Element auf dem Weg zur Versklavung des Prekariats, womit sich die SPD um ein A vor ihrem Namen redlich bemüht.
    3. Erkläre mir bitte, die Ungerechtigkeit einer pendlerpauschale, die als Werbungskosten abgesetzt wird, wenn jeder Unternehmer im Gegenzug Firmenfahrzeuge absetzen kann, wobei Firmenfahrzeuge nur ein kleines von vielen möglichen Beispielen ist.

    Insgesamt, sollte sich die SPD was schämen, sie trägt ihren Namen mittlerweile sehr zu Unrecht, sie ist heute der FDP oder CDU viel näher, als ihren politischen Wurzeln.

  10. Nein Nico, das sehe ich ganz anders, und zwar jenseits allen Wahlkampfgetöses.
    Unabhängig von allen Argumenten wer wo profitiert und welche Bundesländer diese oder jene Lösung präferieren. Aus rein steuerlicher Sicht stellt es sich so dar:

    Steuern sollen auf das Einkommen gezahlt werden. Einkommen ist der Verdienst abzüglich der notwendigen Ausgaben, im Steuerdeutsch „Werbungskosten“ genannt.
    Werbungskosten sind alle Ausgaben die zur Erzielung, Vermehrung und Sicherung der Einnahmen nötig sind.
    Die notwendigen Kosten für den Weg zur Arbeit sollten deswegen, wie alle anderen Werbungskosten auch, von der Steuer abziehbar sein.
    Die Pendlerpauschale war früher je nach Verkehrsmittel gestaffelt. Die Pauschale dient der Vereinfachung, es soll verhindert werden, das jeder Steuerpflichtige ein Fahrtenbuch führen muss um die Kosten exakt zu ermitteln.

    Allenfalls könnte man sich über die Höhe der Pauschale unterhalten.

    Im übrigen könnte die Nichtanrechnung auch zu einer nicht verfassungsgemäßen Besteuerung führen. Nach der Rechtsprechung der Bundesverfassungsgericht darf das Existenzminimum nicht durch Einkommensteuer belastet werden.

    Durch die notwendigen Kosten für die Fahrt zur Arbeit kann ein Steuerpflichtiger, dessen Lohn knapp über dem Existenzminimum liegt mit seinen Einkünften unter das Existenzminimum rutschen. Bei Nichtanrechnung der Pendlerkosten würde er dann faktisch trotzdem Einkommensteuer zahlen müssen.

    Ich bin sicher, das Bundesverfassungsgericht wird die jetzige Regelung verwerfen.

  11. oh, die steuerliche Komponente interessiert mich null. Ich finde es
    einfach unsinnig, dass der Staat dafür aufkommen soll, die Fahrten zur
    Arbeit zu bezahlen.

  12. Das sollte man differenzierter sehen:
    Ja, die Aufregung der CSU ist fadenscheinig und durch den Wahlkampf in Bayern bedingt, immerhin haben sie die Pauschale mit abgeschafft. Hier geht es um Wählerstimmen, nicht um die Menschen.

    Ja, es sind Kosten, die entstehen, um seiner Arbeit nachzugehen um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn man die Pendlerpauschale streicht, muß man konsequenterweise auch die Absetzbarkeit bzw. Unterstützung von Fachzeitschriften, Berufskleidung und Weiterbildungsmassnahmen abschaffen. Sowie die Gleichstellung von Arbeitnehmern, Selbstständigen und, ja auch, Abgeordneten sicherstellen. Wenn es Privatvergnügen ist, wo ich hinziehe und der Staat das nicht unterstützt, warum kann der Selbstständige seinen Dienstwagen in voller Höhe als Betriebsausgabe absetzen? Warum kann er auf Kosten aller Steuerzahler Geschäftsessen absetzen? Geschäfte kann man auch im Konferenzraum machen. Warum zahlen alle Steuerzahler die Miete für die Anwaltskanzlei mit Blick auf die Aussenalster oder das teure Loft in Berlin-Mitte mit, die selbstverständlich in voller Höhe als Betriebsausgabe zählt?

    Wenn ich zum „die Arbeit beginnt am Werkstor“ ziehen soll, was mache ich, wenn die Ehefrau am anderen Ende der Stadt oder in einer anderen Stadt arbeitet. Ist es Privatvergnügen, alle zwei Jahre dem Job hinterherzuziehen, weil der Arbeitgeber gewechselt hat oder der Betriebsstandort neu ist? Der Spruch „zieh doch in die Stadt“ passt nicht mehr, man sehe sich nur die Gewerbegebiete/Büroparks weit ausserhalb der Städte an.

    Was ist mit Pendlern, die in der Stadt wohnen, aber in einer anderen Stadt arbeiten? Soll man Augsburg entvölkern, weil viele nach München pendeln? Wo sollen die überhaupt alle wohnen? Was ist mit dem Ruhrgebiet, wo es normal ist, in Duisburg zu wohnen und in Bochum zu arbeiten oder von Dortmund nach Essen zu pendeln?

    Für mich kann ich sagen: Unsere Familie kostet die Kürzung/Abschaffung der Pauschale etwa 2000 Euro im Jahr. Ob ich mir das leisten kann? Ja, ich muss nicht hungern deswegen. Aber trotzdem merken es die Handwerker, Bekleidungsgeschäfte, Sportvereine, Kinobetreiber, Restaurants, Buchhändler, Autohersteller, … . Denn die 2000 Euro kann ich nicht mehr ausgeben. Um sie wieder ausgeben zu können, muss ich etwa 4000 Euro mehr Lohn bekommen. Von meinen fehlenden 2000 Euro wird niemand Pleite gehen. Aber es betrifft Millionen von Menschen und Familien, die weniger Geld ausgeben können.

    Also Bitte: Schafft die Pendlerpauschale ab. Dann fordert aber nicht immer mehr Flexibilität von den Arbeitnehmern, behandelt endlich Arbeitnehmer, Selbstständige und Freiberufler gleich und senkt die Steuern spürbar. Für alle, nicht nur an den extremen Rändern oben und unten. Und jammert nicht weiter, dass die „Konsumbereitschaft sinkt“, „die Konsumenten weiter Kaufzurückhaltung üben“ oder sich das „Konsumklima weiter verschlechtert“. Jeder Euro, den mir der Staat nimmt, muss ich doppelt dazuverdienen um ihn einmal wieder ausgeben zu können.

  13. Ich denke der Ansatz von Thomas geht den richtigen Weg :

    Nicht die Pendlerpauschale belastet den Buerger, sondern die allgemeine Steuerlast. Die Pauschale ist jedoch ein einfacher Weg um Waehlerstimmen zu sammeln. Klar haette ich auch gerne 30 cent fuer jeden Kilometer, aber warum soll Autofahren eigentlich belohnt werden ?

    Fakt ist : Den Betrag, den Pendler mehr an Benzin ausgeben, sparen Sie bei Wohnkosten und Wohnklima mit Sicherheit auch wieder ein. Dann bitte lieber eine allgemeine Entlastung hinsichtlich Besteuerung Benzin, Besteuerung Arbeitsleistung oder um wirklich mal den Buerger zu entlasten vielleicht auch die Idee dass Beamte ebenfalls in die Renten und Sozialkassen den vollen Betrag einzahlen.

    Mit dem Geld koennte man dann den Sprit sogar kostenlos verteilen

  14. Schön. Mit der gleichen Rotzigkeit werden ja auch immer mal wieder von der SPD verfassungswidrige Gesetze mitbeschlossen. Hier kann man wunderbar sehen, was für eine Haltung dahintersteckt.

  15. >oh, die steuerliche Komponente interessiert mich null.
    Hört sich sehr nach „Ich hab Ahnung, aber eine Meinung“ an

    Der Staat bezahlt keine Fahrten zur Arbeit. Er beteiligt sich auch nicht dran. Die Frage ist, ob man auf seine Fahrtkosten auch noch Steuern zahlen muß.

  16. >Klar haette ich auch gerne 30 cent fuer jeden Kilometer

    Bekommst du nicht, die bekommt keiner. D.h. die bekommen Shell und Aral.

  17. Michael Aulhorn 13.09.2008 at 18:39

    „oh, die steuerliche Komponente interessiert mich null. Ich finde es
    einfach unsinnig, dass der Staat dafür aufkommen soll, die Fahrten zur
    Arbeit zu bezahlen“

    Aber genau darum geht es!!! Der Staat bezahlt die Fahrten nicht, sondern verhindert bzw. (leider nur) mindert er mit der Pendlerpauschale, das dein Lohn, in dem Falle der Teil den du dafür aufbringst, um wieder Geld zu verdienen, ein wenig von der Steuer entlastet wird – ahnlich wie bei den Werbungskosten. Finde das nur gerecht – völlig egal, welche Partei dahinter steckt. Ich bin auch kein Fan von CDU/CSU.

  18. ich freue mich ja echt über diese diskussion, aber irgendwie hat mir
    noch niemand erklären können, warum diese subvention sinnvoll sein
    soll. es wird der individualverkehr gefördert, nicht das
    energiesparen. und es wird mir auch durch gepöbel nicht klar, wieso
    diese subvention gerecht sein sollte. der weg zur arbeit ist nicht
    sache des staates, wieso auch sollte dies subventioniert werden?

  19. Kleiner Neo-Liberaler, was? Ich kenne noch andere Steuergeschenke und Subventionen, die auf dem Prüfstand gehören würden.

    Dann darfst du dich jedoch nicht wundern, wenn es mit der SPD den Bach runtergeht. (Wenn du bist SPD!). Das ist genau die Umverteilungspolitik, die die Bürger zu der Linke treibt. Während gehobene Angestellte und Freiberufler sich den Dienstwagen zu ganz okayen Bedingungen vom Staat anerkennen lassen, soll der Job-Mob die berufsbedingte Mobilität selber tragen.

  20. Interessant sind eher die Vorstellung die hier hier geaussert werden.

    Die Pendlerpauschale ist keine Subvention, denn der Staat gibt nicht, er nimmt. Er nimmt (so die Theorie) aber nur von dem, was ich nach hause trage. Und das, was ich bei Aral lasse, gehört nicht dazu.

    Und genau so wie die Arbeit, Sache des Staates ist, weil er sich einen Teil des Verdienstes einstreicht, ist auch die Fahrt zur Arbeit und alles was ich machen muß, um diese Arbeit machen zu können, Sache des Staates (das nennt sich Werbungskosten).

  21. toll, dann spalte eben haare. ich bleibe dabei, dass es eine
    subvention ist, die abgeschafft gehört.

  22. Also erst einmal fördert die Pendlerpauschale nicht per se den Individualverkehr. Sie fördert die Kosten auf dem Weg zur Arbeit. Unabhängig vom Verkehrsmittel was vom oft gemeinten Auto sich auch unterscheiden kann. Das gilt nämlich auch für den ÖPNV, Motorräder, Fahrräder oder sogar per pedes usw.
    Insofern ist es meiner Meinung nach falsch zu behaupten, dass davon nur die spritfressenden Autos unterstützt werden.

    Mit der Pendler- bzw. genauer Entfernungspauschale sollen Aufwendungen abgegolten werden, die zwangsläufig anfallen um Einkommen zu erzielen. Und das sind nun mal auch Fahrtkosten.

    Auch wenn es sicherlich nicht so gedacht war – gerade in Großstädten konnte die alte Entfernungspauschale auch eine Art ökologischen Steuerungseffekt entwickeln. Ich kenne Leute in Berlin die ihr Auto sogar abgeschafft haben. Das geht natürlich nur in Städten die ein gutes ÖPNV-Netz haben. Spontan würden mir da nur Berlin, Hamburg und München einfallen…

  23. Dann definier doch bitte mal subvention, bevor wir ueber Sinn und Unsinn des Nettoprinzips diskutieren. Im zweifel ist alles was du oder dein arbeitgeber von der steuer absetzen kannst.

  24. Das ist Pauschal-Ansatz, der ja durchaus sinnvoll ist. Man spart sich den Belegwust und den Nachweis, wie man denn nun zur Arbeit gekommen ist. Und erhoeht den Anreiz auf guenstigere Verkehrsmittel umzusteigen (das geht dann in Richtung Subvention). Die Streichung der Pauschale, bzw. der Absetzbarkeit von Fahrtkosten allerdings auch.

    Solang der VRR aber 2 Stunden braucht, um mich zur Arbeit zu bringen, geht es ohne Auto nicht.

  25. erstaunlich finde ich, dass andere länder keine pendlerpauschale haben
    und dort auch die arbeitnehmer zur arbeit kommen. ist es nicht einfach
    so, dass niemand ungern auf etwas verzichten will, was er aus
    irgendwelchen gründen mal bekommen hat, ob das jetzt sinnvoll ist oder
    nicht?

  26. Wikipedia sagt, das Fahrtkosten zur Arbeit nur in vier der 27 EU-Staaten grundsätzlich nicht steuerlich abziehbar sind.

  27. guck, dann sind wir das 5. land.

  28. aber die zu begruendende ausnahme.

    und fuer die abkehr vom nettoprinzip ist „wir brauchen das geld“ sicher ehrlich, aber nicht ausreichend.

  29. Wikipedia weiß, was man unter „Subvention“ versteht. Oder das Lexikon im Regal. Die Pendlerpauschale ist jedenfalls keine, und wer das nicht begriffen hat sollte sich zu solchen Themen nicht äußern.

  30. Nochmal: Der Staat kommt für gar nichts auf, die Kosten zur Arbeit trägt der Arbeitnehmer. Er muss diese nur nicht versteuern! Stichwort Werbungskosten, auch das kann dir Wikipedia oder das nächste Lexikon genauer erklären.

  31. mal hand hoch, wer von Euch, die sich hier über meine Argumentation
    aufregen, pendelt täglich nennenswert zur Arbeit?

  32. Ich. 70km einfache Strecke.

  33. Es ist ja mehr der Mangel an Argumentation, der über „ich bleibe dabei *stampf auf den Boden*, dass es eine subvention ist“ nicht hinausgeht. Oder gibt es die nur für Leute, die morgens weniger als 10 km fahren muessen?

  34. Ich. 3x die Woche 90 km einfache Strecke.

  35. Naja, also bezüglich Pendlerpauschale bin ich anderer Meinung. Ich bin zwar aus Österreich, jedoch auch bei uns gibts diese Pauschale. Es ist ehrlich gesagt eh nicht viel, was man da in Wirklichkeit rausbekommt, nur haben es manche Menschen echt schwer, wenn sie total weit vom Arbeitsplatz wegwohnen und jeden Tag einfach fast ne Stunde zum Arbeitsplatz fahren müssen. Bei den Spritpreisen ist es für ne 4-köpfige Familie, wo nur der Vater arbeiten geht und auch nur „normal“ verdient teilweise echt schwer, sich nochw as zu ersparen und sich einen normalen Lebensstandard zu leisten. Es ist ja nicht so, dass der Staat die Pendler übermäßig mit Geld beschenkt, in gewisser Hinsicht ist es eh nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und da bin ich eher der Meinung, dass dieses Geld unseren Bürgern zusteht, die weit vom Arbeitsplatz wegwohnen, anstatt es irgendwelchen Zuwanderern zu geben, die erstens nicht arbeiten und sich nicht in unser System integrierern. Sowas nenn ich ne Frechheit, denn diese Leute leben von unseren Steuern und das seh ich nicht ein für solche Leute arbeiten zu gehen. Die sollen sich selbst ne Arbeit suchen, nur weil sies arbeiten gehen nicht freut, ist das noch lang kein Grund vom Staat zu leben. Und da is die Pendlerpauschale nix dagegen was solche Wirtschaftsflüchtlinge bekommen. Also bitte hören wir auf mit solch einem Schmarrn, dass die Pendlerpauschale abgeschafft gehört. Fangen wir lieber mal an zu reden, was Zuwanderer vom Staat an Geld bekommen. Dann könnma weiterreden.

  36. Die Pendlerpauschale ist eine asoziale Zersiedlungs- und Luftverpestungssubvention. Da könnten die Städter genauso gut eine „HöhereMiete“-Pauschale und eine CO2-Vermeidungspauschale für das Fahrradfahren fordern.
    Warum nicht die Steuersumme der Pauschale nehmen und gleichmäßig auf alle verteilen? dann kann jeder frei entscheiden, ob er weiter in der Stadt oder auf dem land wohnen will und ob er mit dem auto oder dem fahhrad ins office fährt!!!

  37. Ich seh bei den Sozis auch nicht unumstritten (ausser das die CDU schuld ist)

    http://www.spd-mannheim.de/index.php?nr=13084&m

  38. So Nico,
    das Bundesverfassungsgericht hat die Regelung zur Kilometerpauschale wie von mir vorhergesagt gekippt. Der Staat bezahlt immer noch keine Ölmultis und die Pendler bekommen die Fahrten auch nicht bezahlt. Es wird nur das eingehalten, was richtig ist: Ein jeder wird nach seiner Leistungsfähigkeit, seinem Einkommen besteuert. Niemand bekommt höhere Steuern aufgebrummt, weil er sich zur Arbeit bewegen muss.
    Jetzt können wir ja mal darüber Diskutieren, wie hoch eine Kilometerpauschale sein soll. Sie sollte in Zukunft als das angesehen werden, was sie früher war: Eine Vereinfachungsregelung zur Berechnung tatsächlich anfallender (notwendiger) Ausgaben zum Zwecke der Einnahmeerzielung.

    • nun ja, die pendlerpauschale gehört abgeschafft. das macht dann auch die berechnung noch einfacher. :)

  39. Deine klare Ansage lässt nur einen Schluss zu: Die Diskussion ist unerwünscht, die Kommentarfunkton unter diesem Eintrag nutzlos.

    • also wenn du kommentierst und ich nicht deine meinung annehme, dann ist die kommentarfunktion nutzlos?

      • Ja, wenn man die Kommentierung als Diskussion ansieht. Denn Du hast Deine Ansicht, und weitere Argumente interessieren Dich nicht. Das kann man so machen, aber insofern erübrigt sich auch jeder weitere Austausch derselben.
        Du schriebst: "die steuerliche Komponente interessiert mich null". Ist das arrogant, ignorant oder konsequent? Jedenfalls erübrigt sich nach meiner Ansicht jede weitere inhaltliche Bemerkung.

        • okay, lass mich das mal anders ausdrücken. es ist mir egal, auf welche art und weise den leuten fürs pendeln geld zugeschoben wird. ich halte es einfach für ein seltsames ansinnen, zu sagen, dass man vom staat auf welche weise auch immer geld dafür bekommen will, dass man den weg zur arbeit zurücklegt.

  40. Ich fahre täglich mit dem Bus aus umwelttechnischen und geldtechnischen Gründen zur Arbeit. Wird die Pendlerpauschale wieder eingeführt, werde ich wieder Auto fahren. 30 Cent pro Km verdienen ist schöner als 40 € im Monat für ein Busticket zu zahlen.
    Ist dies das Ziel des Staates?
    Pendlerpauschale ist ungerecht und umweltschädigend und muss abgeschafft werden!

    • Du verdienst nur keine 30 Cent pro Km, sondern Du kannst Dir 15 Cent pro gefahrenen Km von deinem Einkommen abziehen, bevor die Einkommensteuer berechnet wird. Das ist ein großer Unterschied, und ob es sich bei Dir überhaupt steuermindernd auswirken würde ist auch nicht sicher.

  41. also mal ganz einfach.

    die pendlerpauschale hat nichts mit dem auto-fahren zu tun. ich bekomm die acuh wenn ich mit dem fahrrad oder der bahn oder gar zu fuß zur arbeit komme.
    und da spart man im endeffekt sogar mehr als mit dem auto.

    und außerdem. der staat bekommt geld von mir, weil ich arbeiten gehe. dann kann man ja wohl erwarten, dass ich den weg den ich auf meine kosten zurücklege wenigstens teilweise vom staat irgendwie anerkannt bekomme.

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  1. Pendlerpauschale jetzt endlich abschaffen! - 9.12.2008

    […] Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden und Pendler hoffen auf kräftige Nachzahlungen, aber das ist echt das falsche Signal. Die Pendlerpauschale muß jetzt gestrichen werden, es kann nicht angehen, dass wir weiterhin die Fahrten zur Arbeit finanziell unterstützen. Ich habe da auch schon mal drauf hingewiesen… […]