11. September 2008

Pendlerpauschale gehört aber sowas von abgeschafft

Derzeit mein Lieblingsaufregethema ist sicherlich die Pendlerpauschale, dabei insbesondere dieses hirnlose Wahlkampfgesülze der CSU in Bayern, so z.B. Volle Pendlerpauschale muss kommen:

Als “lebensfremd” und “falsch” bezeichnete Herrmann die Einstellung Kochs und Steinbrücks. Beide lägen “schon grundsätzlich falsch, weil die Pendlerpauschale keine Steuersubvention ist”, ergänzte Huber. Es würden mit ihr nur die “notwendigen Ausgaben der Arbeitnehmer für die Fahrt zur Arbeit berücksichtigt”.

Ja, was für ein Quatsch. Wieso bitte gibt es Geld zurück, wenn man zur Arbeit fährt und dann auch noch in Summe mehr Geld je weiter man fährt? Was ist die Begründung dafür, ausser “das war schon immer so, früher!” oder “wir müssen jetzt dringend Wahlgeschenke verteilen!”?

Pendlerpauschale und Eigenheimzulage haben jahrzehntelang dafür gesorgt, dass der Individualverkehr gefördert wurde und die Zersiedelung der Landschaft vorangetrieben wurde. Die Abschaffung dieser Subventionen war mehr als nur überfällig.

Die Argumentation der CSU ist sowas von fadenscheinig und dämlich, wie geschaffen für einen Wahlkampf. Wer sich aufgrund der gestiegenen Energiepreise, ein Phänomen, das auch nicht total plötzlich über Nacht herauskristallisiert hat, die Fahrten zum Arbeitsplatz nicht mehr leisten kann, sollte mal über seine Budgetkalkulation nachdenken. Es ist doch absurd zu glauben, dass der Staat dafür zuständig sein muß, die Fahrten zur Arbeit zu sponsern. Wir können nicht immer vom schlankeren Steuersystem faseln, uns über die umständliche Steuererklärung aufregen und dann an diesem Anachronismus festhalten, der noch dazu extrem unfair ist. Als Großstadtbewohner, der damit auch einige Nachteile in Kauf nimmt, wie z.B. hohe Mieten, gesalzene Eintrittspreise oder ähnlches, fange ich ja auch nicht an, eine Urbanitätspauschale zu fordern.

Und es ist mir ziemlich egal, wieviel der Staat gerade durch irgendwelche Steuern einnimmt, wir sollten nicht dazu zurückkehren, das Geld für die Fahrt zur Arbeit herauszurotzen. Die Fahrt zur Arbeit ist eine Privatangelegenheit, ebenso wie die Finanzierung dieser Fahrten. Alles andere ist absurd. Also CSU-Politik.

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also mal ganz einfach.

die pendlerpauschale hat nichts mit dem auto-fahren zu tun. ich bekomm die acuh wenn ich mit dem fahrrad oder der bahn oder gar zu fuu00c3u009f zur arbeit komme.
und da spart man im endeffekt sogar mehr als mit dem auto.

und auu00c3u009ferdem. der staat bekommt geld von mir, weil ich arbeiten gehe. dann kann man ja wohl erwarten, dass ich den weg den ich auf meine kosten zuru00c3u00bccklege wenigstens teilweise vom staat irgendwie anerkannt bekomme.

Du verdienst nur keine 30 Cent pro Km, sondern Du kannst Dir 15 Cent pro gefahrenen Km von deinem Einkommen abziehen, bevor die Einkommensteuer berechnet wird. Das ist ein grou00c3u009fer Unterschied, und ob es sich bei Dir u00c3u00bcberhaupt steuermindernd auswirken wu00c3u00bcrde ist auch nicht sicher.

okay, lass mich das mal anders ausdru00c3u00bccken. es ist mir egal, auf welche art und weise den leuten fu00c3u00bcrs pendeln geld zugeschoben wird. ich halte es einfach fu00c3u00bcr ein seltsames ansinnen, zu sagen, dass man vom staat auf welche weise auch immer geld dafu00c3u00bcr bekommen will, dass man den weg zur arbeit zuru00c3u00bccklegt.

Ja, wenn man die Kommentierung als Diskussion ansieht. Denn Du hast Deine Ansicht, und weitere Argumente interessieren Dich nicht. Das kann man so machen, aber insofern eru00c3u00bcbrigt sich auch jeder weitere Austausch derselben.
Du schriebst: "die steuerliche Komponente interessiert mich null". Ist das arrogant, ignorant oder konsequent? Jedenfalls eru00c3u00bcbrigt sich nach meiner Ansicht jede weitere inhaltliche Bemerkung.

Ich fahre tu00c3u00a4glich mit dem Bus aus umwelttechnischen und geldtechnischen Gru00c3u00bcnden zur Arbeit. Wird die Pendlerpauschale wieder eingefu00c3u00bchrt, werde ich wieder Auto fahren. 30 Cent pro Km verdienen ist schu00c3u00b6ner als 40 u00e2u0082u00ac im Monat fu00c3u00bcr ein Busticket zu zahlen.
Ist dies das Ziel des Staates?
Pendlerpauschale ist ungerecht und umweltschu00c3u00a4digend und muss abgeschafft werden!

also wenn du kommentierst und ich nicht deine meinung annehme, dann ist die kommentarfunktion nutzlos?

Deine klare Ansage lu00c3u00a4sst nur einen Schluss zu: Die Diskussion ist unerwu00c3u00bcnscht, die Kommentarfunkton unter diesem Eintrag nutzlos.

nun ja, die pendlerpauschale gehu00c3u00b6rt abgeschafft. das macht dann auch die berechnung noch einfacher. :)

So Nico,
das Bundesverfassungsgericht hat die Regelung zur Kilometerpauschale wie von mir vorhergesagt gekippt. Der Staat bezahlt immer noch keine u00c3u0096lmultis und die Pendler bekommen die Fahrten auch nicht bezahlt. Es wird nur das eingehalten, was richtig ist: Ein jeder wird nach seiner Leistungsfu00c3u00a4higkeit, seinem Einkommen besteuert. Niemand bekommt hu00c3u00b6here Steuern aufgebrummt, weil er sich zur Arbeit bewegen muss.
Jetzt ku00c3u00b6nnen wir ja mal daru00c3u00bcber Diskutieren, wie hoch eine Kilometerpauschale sein soll. Sie sollte in Zukunft als das angesehen werden, was sie fru00c3u00bcher war: Eine Vereinfachungsregelung zur Berechnung tatsu00c3u00a4chlich anfallender (notwendiger) Ausgaben zum Zwecke der Einnahmeerzielung.

Ich seh bei den Sozis auch nicht unumstritten (ausser das die CDU schuld ist)

http://www.spd-mannheim.de/index.php?nr=13084&m...

Die Pendlerpauschale ist eine asoziale Zersiedlungs- und Luftverpestungssubvention. Da ku00c3u00b6nnten die Stu00c3u00a4dter genauso gut eine "Hu00c3u00b6hereMiete"-Pauschale und eine CO2-Vermeidungspauschale fu00c3u00bcr das Fahrradfahren fordern.
Warum nicht die Steuersumme der Pauschale nehmen und gleichmu00c3u00a4u00c3u009fig auf alle verteilen? dann kann jeder frei entscheiden, ob er weiter in der Stadt oder auf dem land wohnen will und ob er mit dem auto oder dem fahhrad ins office fu00c3u00a4hrt!!!

Naja, also bezu00c3u00bcglich Pendlerpauschale bin ich anderer Meinung. Ich bin zwar aus u00c3u0096sterreich, jedoch auch bei uns gibts diese Pauschale. Es ist ehrlich gesagt eh nicht viel, was man da in Wirklichkeit rausbekommt, nur haben es manche Menschen echt schwer, wenn sie total weit vom Arbeitsplatz wegwohnen und jeden Tag einfach fast ne Stunde zum Arbeitsplatz fahren mu00c3u00bcssen. Bei den Spritpreisen ist es fu00c3u00bcr ne 4-ku00c3u00b6pfige Familie, wo nur der Vater arbeiten geht und auch nur "normal" verdient teilweise echt schwer, sich nochw as zu ersparen und sich einen normalen Lebensstandard zu leisten. Es ist ja nicht so, dass der Staat die Pendler u00c3u00bcbermu00c3u00a4u00c3u009fig mit Geld beschenkt, in gewisser Hinsicht ist es eh nur ein Tropfen auf den heiu00c3u009fen Stein. Und da bin ich eher der Meinung, dass dieses Geld unseren Bu00c3u00bcrgern zusteht, die weit vom Arbeitsplatz wegwohnen, anstatt es irgendwelchen Zuwanderern zu geben, die erstens nicht arbeiten und sich nicht in unser System integrierern. Sowas nenn ich ne Frechheit, denn diese Leute leben von unseren Steuern und das seh ich nicht ein fu00c3u00bcr solche Leute arbeiten zu gehen. Die sollen sich selbst ne Arbeit suchen, nur weil sies arbeiten gehen nicht freut, ist das noch lang kein Grund vom Staat zu leben. Und da is die Pendlerpauschale nix dagegen was solche Wirtschaftsflu00c3u00bcchtlinge bekommen. Also bitte hu00c3u00b6ren wir auf mit solch einem Schmarrn, dass die Pendlerpauschale abgeschafft gehu00c3u00b6rt. Fangen wir lieber mal an zu reden, was Zuwanderer vom Staat an Geld bekommen. Dann ku00c3u00b6nnma weiterreden.

Ich. 3x die Woche 90 km einfache Strecke.

Es ist ja mehr der Mangel an Argumentation, der u00c3u00bcber "ich bleibe dabei *stampf auf den Boden*, dass es eine subvention ist" nicht hinausgeht. Oder gibt es die nur fu00c3u00bcr Leute, die morgens weniger als 10 km fahren muessen?

Ich. 70km einfache Strecke.

mal hand hoch, wer von Euch, die sich hier u00c3u00bcber meine Argumentation
aufregen, pendelt tu00c3u00a4glich nennenswert zur Arbeit?

Nochmal: Der Staat kommt fu00c3u00bcr gar nichts auf, die Kosten zur Arbeit tru00c3u00a4gt der Arbeitnehmer. Er muss diese nur nicht versteuern! Stichwort Werbungskosten, auch das kann dir Wikipedia oder das nu00c3u00a4chste Lexikon genauer erklu00c3u00a4ren.

Wikipedia weiu00c3u009f, was man unter "Subvention" versteht. Oder das Lexikon im Regal. Die Pendlerpauschale ist jedenfalls keine, und wer das nicht begriffen hat sollte sich zu solchen Themen nicht u00c3u00a4uu00c3u009fern.

aber die zu begruendende ausnahme.

und fuer die abkehr vom nettoprinzip ist "wir brauchen das geld" sicher ehrlich, aber nicht ausreichend.

guck, dann sind wir das 5. land.

Wikipedia sagt, das Fahrtkosten zur Arbeit nur in vier der 27 EU-Staaten grundsu00c3u00a4tzlich nicht steuerlich abziehbar sind.

erstaunlich finde ich, dass andere lu00c3u00a4nder keine pendlerpauschale haben
und dort auch die arbeitnehmer zur arbeit kommen. ist es nicht einfach
so, dass niemand ungern auf etwas verzichten will, was er aus
irgendwelchen gru00c3u00bcnden mal bekommen hat, ob das jetzt sinnvoll ist oder
nicht?

Das ist Pauschal-Ansatz, der ja durchaus sinnvoll ist. Man spart sich den Belegwust und den Nachweis, wie man denn nun zur Arbeit gekommen ist. Und erhoeht den Anreiz auf guenstigere Verkehrsmittel umzusteigen (das geht dann in Richtung Subvention). Die Streichung der Pauschale, bzw. der Absetzbarkeit von Fahrtkosten allerdings auch.

Solang der VRR aber 2 Stunden braucht, um mich zur Arbeit zu bringen, geht es ohne Auto nicht.

Dann definier doch bitte mal subvention, bevor wir ueber Sinn und Unsinn des Nettoprinzips diskutieren. Im zweifel ist alles was du oder dein arbeitgeber von der steuer absetzen kannst.

Also erst einmal fu00c3u00b6rdert die Pendlerpauschale nicht per se den Individualverkehr. Sie fu00c3u00b6rdert die Kosten auf dem Weg zur Arbeit. Unabhu00c3u00a4ngig vom Verkehrsmittel was vom oft gemeinten Auto sich auch unterscheiden kann. Das gilt nu00c3u00a4mlich auch fu00c3u00bcr den u00c3u0096PNV, Motorru00c3u00a4der, Fahrru00c3u00a4der oder sogar per pedes usw.
Insofern ist es meiner Meinung nach falsch zu behaupten, dass davon nur die spritfressenden Autos unterstu00c3u00bctzt werden.

Mit der Pendler- bzw. genauer Entfernungspauschale sollen Aufwendungen abgegolten werden, die zwangslu00c3u00a4ufig anfallen um Einkommen zu erzielen. Und das sind nun mal auch Fahrtkosten.

Auch wenn es sicherlich nicht so gedacht war - gerade in Grou00c3u009fstu00c3u00a4dten konnte die alte Entfernungspauschale auch eine Art u00c3u00b6kologischen Steuerungseffekt entwickeln. Ich kenne Leute in Berlin die ihr Auto sogar abgeschafft haben. Das geht natu00c3u00bcrlich nur in Stu00c3u00a4dten die ein gutes u00c3u0096PNV-Netz haben. Spontan wu00c3u00bcrden mir da nur Berlin, Hamburg und Mu00c3u00bcnchen einfallen...

toll, dann spalte eben haare. ich bleibe dabei, dass es eine
subvention ist, die abgeschafft gehu00c3u00b6rt.

Interessant sind eher die Vorstellung die hier hier geaussert werden.

Die Pendlerpauschale ist keine Subvention, denn der Staat gibt nicht, er nimmt. Er nimmt (so die Theorie) aber nur von dem, was ich nach hause trage. Und das, was ich bei Aral lasse, gehu00c3u00b6rt nicht dazu.

Und genau so wie die Arbeit, Sache des Staates ist, weil er sich einen Teil des Verdienstes einstreicht, ist auch die Fahrt zur Arbeit und alles was ich machen muu00c3u009f, um diese Arbeit machen zu ku00c3u00b6nnen, Sache des Staates (das nennt sich Werbungskosten).

Kleiner Neo-Liberaler, was? Ich kenne noch andere Steuergeschenke und Subventionen, die auf dem Pru00c3u00bcfstand gehu00c3u00b6ren wu00c3u00bcrden.

Dann darfst du dich jedoch nicht wundern, wenn es mit der SPD den Bach runtergeht. (Wenn du bist SPD!). Das ist genau die Umverteilungspolitik, die die Bu00c3u00bcrger zu der Linke treibt. Wu00c3u00a4hrend gehobene Angestellte und Freiberufler sich den Dienstwagen zu ganz okayen Bedingungen vom Staat anerkennen lassen, soll der Job-Mob die berufsbedingte Mobilitu00c3u00a4t selber tragen.

ich freue mich ja echt u00c3u00bcber diese diskussion, aber irgendwie hat mir
noch niemand erklu00c3u00a4ren ku00c3u00b6nnen, warum diese subvention sinnvoll sein
soll. es wird der individualverkehr gefu00c3u00b6rdert, nicht das
energiesparen. und es wird mir auch durch gepu00c3u00b6bel nicht klar, wieso
diese subvention gerecht sein sollte. der weg zur arbeit ist nicht
sache des staates, wieso auch sollte dies subventioniert werden?

"oh, die steuerliche Komponente interessiert mich null. Ich finde es
einfach unsinnig, dass der Staat dafu00c3u0083u00c2u00bcr aufkommen soll, die Fahrten zur
Arbeit zu bezahlen"

Aber genau darum geht es!!! Der Staat bezahlt die Fahrten nicht, sondern verhindert bzw. (leider nur) mindert er mit der Pendlerpauschale, das dein Lohn, in dem Falle der Teil den du dafu00c3u00bcr aufbringst, um wieder Geld zu verdienen, ein wenig von der Steuer entlastet wird - ahnlich wie bei den Werbungskosten. Finde das nur gerecht - vu00c3u00b6llig egal, welche Partei dahinter steckt. Ich bin auch kein Fan von CDU/CSU.

>Klar haette ich auch gerne 30 cent fuer jeden Kilometer

Bekommst du nicht, die bekommt keiner. D.h. die bekommen Shell und Aral.

>oh, die steuerliche Komponente interessiert mich null.
Hu00c3u00b6rt sich sehr nach "Ich hab Ahnung, aber eine Meinung" an

Der Staat bezahlt keine Fahrten zur Arbeit. Er beteiligt sich auch nicht dran. Die Frage ist, ob man auf seine Fahrtkosten auch noch Steuern zahlen muu00c3u009f.

Schu00c3u00b6n. Mit der gleichen Rotzigkeit werden ja auch immer mal wieder von der SPD verfassungswidrige Gesetze mitbeschlossen. Hier kann man wunderbar sehen, was fu00c3u00bcr eine Haltung dahintersteckt.

Ich denke der Ansatz von Thomas geht den richtigen Weg :

Nicht die Pendlerpauschale belastet den Buerger, sondern die allgemeine Steuerlast. Die Pauschale ist jedoch ein einfacher Weg um Waehlerstimmen zu sammeln. Klar haette ich auch gerne 30 cent fuer jeden Kilometer, aber warum soll Autofahren eigentlich belohnt werden ?

Fakt ist : Den Betrag, den Pendler mehr an Benzin ausgeben, sparen Sie bei Wohnkosten und Wohnklima mit Sicherheit auch wieder ein. Dann bitte lieber eine allgemeine Entlastung hinsichtlich Besteuerung Benzin, Besteuerung Arbeitsleistung oder um wirklich mal den Buerger zu entlasten vielleicht auch die Idee dass Beamte ebenfalls in die Renten und Sozialkassen den vollen Betrag einzahlen.

Mit dem Geld koennte man dann den Sprit sogar kostenlos verteilen

Das sollte man differenzierter sehen:
Ja, die Aufregung der CSU ist fadenscheinig und durch den Wahlkampf in Bayern bedingt, immerhin haben sie die Pauschale mit abgeschafft. Hier geht es um Wu00c3u00a4hlerstimmen, nicht um die Menschen.

Ja, es sind Kosten, die entstehen, um seiner Arbeit nachzugehen um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn man die Pendlerpauschale streicht, muu00c3u009f man konsequenterweise auch die Absetzbarkeit bzw. Unterstu00c3u00bctzung von Fachzeitschriften, Berufskleidung und Weiterbildungsmassnahmen abschaffen. Sowie die Gleichstellung von Arbeitnehmern, Selbststu00c3u00a4ndigen und, ja auch, Abgeordneten sicherstellen. Wenn es Privatvergnu00c3u00bcgen ist, wo ich hinziehe und der Staat das nicht unterstu00c3u00bctzt, warum kann der Selbststu00c3u00a4ndige seinen Dienstwagen in voller Hu00c3u00b6he als Betriebsausgabe absetzen? Warum kann er auf Kosten aller Steuerzahler Geschu00c3u00a4ftsessen absetzen? Geschu00c3u00a4fte kann man auch im Konferenzraum machen. Warum zahlen alle Steuerzahler die Miete fu00c3u00bcr die Anwaltskanzlei mit Blick auf die Aussenalster oder das teure Loft in Berlin-Mitte mit, die selbstverstu00c3u00a4ndlich in voller Hu00c3u00b6he als Betriebsausgabe zu00c3u00a4hlt?

Wenn ich zum "die Arbeit beginnt am Werkstor" ziehen soll, was mache ich, wenn die Ehefrau am anderen Ende der Stadt oder in einer anderen Stadt arbeitet. Ist es Privatvergnu00c3u00bcgen, alle zwei Jahre dem Job hinterherzuziehen, weil der Arbeitgeber gewechselt hat oder der Betriebsstandort neu ist? Der Spruch "zieh doch in die Stadt" passt nicht mehr, man sehe sich nur die Gewerbegebiete/Bu00c3u00bcroparks weit ausserhalb der Stu00c3u00a4dte an.

Was ist mit Pendlern, die in der Stadt wohnen, aber in einer anderen Stadt arbeiten? Soll man Augsburg entvu00c3u00b6lkern, weil viele nach Mu00c3u00bcnchen pendeln? Wo sollen die u00c3u00bcberhaupt alle wohnen? Was ist mit dem Ruhrgebiet, wo es normal ist, in Duisburg zu wohnen und in Bochum zu arbeiten oder von Dortmund nach Essen zu pendeln?

Fu00c3u00bcr mich kann ich sagen: Unsere Familie kostet die Ku00c3u00bcrzung/Abschaffung der Pauschale etwa 2000 Euro im Jahr. Ob ich mir das leisten kann? Ja, ich muss nicht hungern deswegen. Aber trotzdem merken es die Handwerker, Bekleidungsgeschu00c3u00a4fte, Sportvereine, Kinobetreiber, Restaurants, Buchhu00c3u00a4ndler, Autohersteller, ... . Denn die 2000 Euro kann ich nicht mehr ausgeben. Um sie wieder ausgeben zu ku00c3u00b6nnen, muss ich etwa 4000 Euro mehr Lohn bekommen. Von meinen fehlenden 2000 Euro wird niemand Pleite gehen. Aber es betrifft Millionen von Menschen und Familien, die weniger Geld ausgeben ku00c3u00b6nnen.

Also Bitte: Schafft die Pendlerpauschale ab. Dann fordert aber nicht immer mehr Flexibilitu00c3u00a4t von den Arbeitnehmern, behandelt endlich Arbeitnehmer, Selbststu00c3u00a4ndige und Freiberufler gleich und senkt die Steuern spu00c3u00bcrbar. Fu00c3u00bcr alle, nicht nur an den extremen Ru00c3u00a4ndern oben und unten. Und jammert nicht weiter, dass die "Konsumbereitschaft sinkt", "die Konsumenten weiter Kaufzuru00c3u00bcckhaltung u00c3u00bcben" oder sich das "Konsumklima weiter verschlechtert". Jeder Euro, den mir der Staat nimmt, muss ich doppelt dazuverdienen um ihn einmal wieder ausgeben zu ku00c3u00b6nnen.

oh, die steuerliche Komponente interessiert mich null. Ich finde es
einfach unsinnig, dass der Staat dafu00c3u00bcr aufkommen soll, die Fahrten zur
Arbeit zu bezahlen.

Nein Nico, das sehe ich ganz anders, und zwar jenseits allen Wahlkampfgetu00c3u00b6ses.
Unabhu00c3u00a4ngig von allen Argumenten wer wo profitiert und welche Bundeslu00c3u00a4nder diese oder jene Lu00c3u00b6sung pru00c3u00a4ferieren. Aus rein steuerlicher Sicht stellt es sich so dar:

Steuern sollen auf das Einkommen gezahlt werden. Einkommen ist der Verdienst abzu00c3u00bcglich der notwendigen Ausgaben, im Steuerdeutsch "Werbungskosten" genannt.
Werbungskosten sind alle Ausgaben die zur Erzielung, Vermehrung und Sicherung der Einnahmen nu00c3u00b6tig sind.
Die notwendigen Kosten fu00c3u00bcr den Weg zur Arbeit sollten deswegen, wie alle anderen Werbungskosten auch, von der Steuer abziehbar sein.
Die Pendlerpauschale war fru00c3u00bcher je nach Verkehrsmittel gestaffelt. Die Pauschale dient der Vereinfachung, es soll verhindert werden, das jeder Steuerpflichtige ein Fahrtenbuch fu00c3u00bchren muss um die Kosten exakt zu ermitteln.

Allenfalls ku00c3u00b6nnte man sich u00c3u00bcber die Hu00c3u00b6he der Pauschale unterhalten.

Im u00c3u00bcbrigen ku00c3u00b6nnte die Nichtanrechnung auch zu einer nicht verfassungsgemu00c3u00a4u00c3u009fen Besteuerung fu00c3u00bchren. Nach der Rechtsprechung der Bundesverfassungsgericht darf das Existenzminimum nicht durch Einkommensteuer belastet werden.

Durch die notwendigen Kosten fu00c3u00bcr die Fahrt zur Arbeit kann ein Steuerpflichtiger, dessen Lohn knapp u00c3u00bcber dem Existenzminimum liegt mit seinen Einku00c3u00bcnften unter das Existenzminimum rutschen. Bei Nichtanrechnung der Pendlerkosten wu00c3u00bcrde er dann faktisch trotzdem Einkommensteuer zahlen mu00c3u00bcssen.

Ich bin sicher, das Bundesverfassungsgericht wird die jetzige Regelung verwerfen.

Sind das deine Argumente? die Pauschale ist ungerecht? (Fu00c3u00bcr wen konkret?) Die Pauschale ist nicht die Lu00c3u00b6sung fu00c3u00bcr hohe Energiekosten? Da wird einem vieles klar.
1. Die Pauschale war zu keinem Zeitpunkt ein Lu00c3u00b6sungsansatz fu00c3u00bcr hohe Energiekosten, sondern wurde immer als Werbungskosten geltend gemacht. Im Gegenteil, die Pauschale ist mit steigenden Energiekosten sogar gesunken. Das ist also schonmal Mumpitz.
2. Dem Arbeitnehmer werden immer gru00c3u00b6u00c3u009fere Aufwu00c3u00a4nde abverlangt um einen Job anzunehmen, weil der Staat nicht in der Lage ist, ihm einen adu00c3u00a4quaten Job zu verschaffen. Der Job liegt aber gar nicht im Interesse des Arbeitnehmers, sondern seine Exisstenzsicherung, die mittels Job bewerkstelligt wird. Somit ist es oftmals ein Rechenexempel und ein bisschen Einstellungssache, ob man einen Job annimmt oder nicht. Dabei wurden speziell in de SOZIALdemokratischen Regierungsjahren, die Vorzeichen immer weiter zu ungunsten des ohnehin schlecht gestellten Arbeitnehmers verschlechtert. Eine komplette(!) Abschaffung der Pendlerpauschale ist somit fu00c3u00bcr mich nur ein weiteres Element auf dem Weg zur Versklavung des Prekariats, womit sich die SPD um ein A vor ihrem Namen redlich bemu00c3u00bcht.
3. Erklu00c3u00a4re mir bitte, die Ungerechtigkeit einer pendlerpauschale, die als Werbungskosten abgesetzt wird, wenn jeder Unternehmer im Gegenzug Firmenfahrzeuge absetzen kann, wobei Firmenfahrzeuge nur ein kleines von vielen mu00c3u00b6glichen Beispielen ist.

Insgesamt, sollte sich die SPD was schu00c3u00a4men, sie tru00c3u00a4gt ihren Namen mittlerweile sehr zu Unrecht, sie ist heute der FDP oder CDU viel nu00c3u00a4her, als ihren politischen Wurzeln.

ja, das hat alles vor und nachteile. kosten fu00c3u00bcr wohnraum sind
gu00c3u00bcnstiger aufm land, dafu00c3u00bcr sind eben die mobilitu00c3u00a4tskosten hu00c3u00b6her.

Hier werden ja wohl u00c3u0084pfel mit Birnen verglichen was?

Zieh mal aufs Land. Sieh zu wie du zur Arbeit kommst. Sieh zu wie deine Kinder in den Kiga oder in die Schule kommen. Und schau mal, wie dein Ku00c3u00bchlschrank voll wird.

Als Stu00c3u00a4dter hat man wohl andere Sorgen, als den Weg zur Arbeit. Wer aber das urbane Leben dem lu00c3u00a4ndlichen vorzieht tut dies ja wohl auch mehr oder minder bewusst. Der Vorteile wegen(!)

Kommentiert via twitter: http://twitter.com/papascott/statuses/918625926 "here in germany you can deduct commuting mileage from your taxes. a subsidy to use gasoline, isn't that a great energy policy! #not"

die pendlerpauschale war auch schon vorher unsinnig, aber was huber da
treibt wird dadurch auch nicht besser.

Armer Nico, musst in der Grou00c3u009fstadt wohnen ;-) Ich wu00c3u00a4r dafu00c3u00bcr, die Pendlerpauschale abzuschaffen, dafu00c3u00bcr aber eine wie-weit-ich-vom-nu00c3u00a4chsten-Starbucks-entfernt-wohne-Vergu00c3u00bcnstigung einzufu00c3u00bchren.
Im Ernst, so wie Du das Stadtleben darstellst, wundert es mich, dass Du nicht schon lu00c3u00a4ngst "auf's Land" gezogen bist.
Nur weil ein Bayer sich die Pendlerpauschale als Wahlkampfthema schnappt, muss sie nicht per se schlecht sein.

Armer Nico, musst in der Grou00c3u009fstadt wohnen ;-) Ich wu00c3u00a4r dafu00c3u00bcr, die Pendlerpauschale abzuschaffen, dafu00c3u00bcr aber eine wie-weit-ich-vom-nu00c3u00a4chsten-Starbucks-entfernt-wohne-Vergu00c3u00bcnstigung einzufu00c3u00bchren.
Im Ernst, so wie Du das Stadtleben darstellst, wundert es mich, dass Du nicht schon lu00c3u00a4ngst "auf's Land" gezogen bist.
Nur weil ein Bayer sich die Pendlerpauschale als Wahlkampfthema schnappt, muss sie nicht per se schlecht sein.

ja, ich bin SPD, manchmal auch Currywurst und Bier, aber das nur am
Rande, bzw. Imbiu00c3u009f. Und auch wenn ich verstehen kann, dass es im
Einzefall unschu00c3u00b6n sein kann, wenn man zu weit fahren muss, dann ist
die Pendlerpauschale immer noch a) ungerecht und b) nicht die Lu00c3u00b6sung
gegen hohe Energiekosten.

Du bist SPD!
Man kann gerne die Bezugsbedingungen diskutieren, aber die Abschaffung ist ein sehr unsoziales Vorhaben, SPD halt.
Ich kann nicht einerseits den Arbeitslosen zu einem Job over the hlls and far away nu00c3u00b6tigen und dann meinen, dass er die Kosten selber tru00c3u00a4gt, wobei es eher keine Seltenheit sein du00c3u00bcrfte, dass der Fahrkostenaufwand den Job zu einem Minusgeschu00c3u00a4ft macht.
Beispiel gefu00c3u00a4llig? Ich habe einen Job angetreten, dessen nettoverdienst 200 DM u00c3u00bcber dem Arbeitslosengeld lag, Fahrtkosten zum Einstellungszeitpunkt 250DM. Wenns umd die Vorstadtmalocher geht, ja geh, von mir aus, schaut halt, dass es Regeln gibt, aber die Abschaffung, naja.. aSPD.

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  1. [...] Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden und Pendler hoffen auf kräftige Nachzahlungen, aber das ist echt das falsche Signal. Die Pendlerpauschale muß jetzt gestrichen werden, es kann nicht angehen, dass wir weiterhin die Fahrten zur Arbeit finanziell unterstützen. Ich habe da auch schon mal drauf hingewiesen… [...]