CSU: Epic Fail.

Nico —  28.09.2008

Heute abend wird Angela Merkel ziemlich blass vor dem Fernseher gesessen haben. Die letzte Bastion der Union, der Stimmenbringer für die Union im Bund, ist geschleift. Zwar hat die SPD in Bayern so viele Prozentpunkte, wie die CSU verloren hat, was einerseits recht üppig ist, andererseits für eine Volkspartei ein Armutszeugnis darstellt. Aber die CSU mit ihrem Anspruch, die Partei Bayerns zu sein, hat einen historischen Denkzettel verpasst bekommen.

Die Auswirkungen diese politischen Erdbebens heute werden vor allem in Berlin zu spüren sein. Die CSU muss jetzt zeigen, dass sie trotz allem immer noch eine wichtige politische Kraft darstellen will, die ihre Eigenständigkeit verdient. Gleichzeitig fährt sie nicht mehr die Ergebnisse ein, die alle, vor allem die Kanzlerin, von ihr erwartet. Das wird kein Spass werden für Frau Merkel, wird sie jetzt in ihrer Drei-Parteien-Koalition von zwei Seiten in die Zange genommen.

Guckt man sich das Bayern-Debakel der CSU mal näher an, vor allem die Hauptakteure, dann stellt man eine ziemlcihe Ähnlichkeit mit der Bundes-CDU fest. Es gibt kaum noch politische Schwergewichte bei der Union, wie man bei einem Blick auf das Kabinett auch sehr gut feststellen kann. Die Minister Steinmeier, Steinbrück und Scholz sind die Aktivposten, von der Union spielt niemand eine Rolle. Die Fokussierung auf die Kanzlerin hat bislang die Personalarmut der Union kaschiert, aber mit dem CSU-Debakel wird jetzt klar, wie schlecht es um die Union steht.

Das bürgerliche Lager steht vor großen Umwälzungen, die CSU hat gerade den Anfang gemacht, aber die Union wird noch lange auf den 28. September zurückblicken, als das Unheil zum ersten Mal richtig deutlich wurde.