Wahl fällt aus: Machtwechsel gescheitert schreibt der HR und berichtet, dass die Abgeordneten Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts heute ihren Austritt aus der SPD-Fraktion erklären. Damit hätte Andrea Ypsilanti morgen keine Mehrheit und Roland Koch bliebe im Amt.
Jetzt mal völlig außer Acht lassend, ob man eine Tolerierung für sinnvoll erachtet, oder sich an das Wahlversprechen bzgl. der sog. Linken hätte halten sollen, bzw. es niemals hätte geben sollen: Wenn man in einem demokratischen Entscheidungsfindungsprozeß nicht zu der Seite gehört, die für ihre Meinung eine Mehrheit zusammenbekommt, dann hat man diese Mehrheit zu akzeptieren. Oder man zieht rechtzeitig die Konsequenzen. Aber die Art und Weise, wie Jürgen Walter noch den Koalitionsvertrag mit den Grünen mitverhandelt hat, um dann auf dem Landesparteitag zu sagen, dass er den Vertrag nun doch ablehne, um dann zwei Tage später den Austritt aus der SPD-Fraktion zu erklären, das ist sowas von hintervotzig und führt dazu, dass die Wähler in Hessen sich jetzt erst recht verarscht vorkommen.
Die Wahl in Hessen, und die Entscheidung, eine Abwahl Kochs durch eine Tolerierung von rot-grün durch die sog. Linke zu versuchen, diese Entscheidung ist nicht erst gestern gefallen. Wenn man keine eigene innerparteiliche Mehrheit für einen anderen Kurs zustande bekommen kann, dann hat man eben Pech gehabt, so funktioniert Demokratie. Sicherlich ist es doof, wenn man Wirtschaftsminister werden wollte und das nun doch nicht klappt, aber ein derartiges Nachtreten kurz vor der entscheidenen Wahl ist unmöglich.
Ich fordere ein sofortiges Partei-Ausschlußverfahren für Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Silke Tesch und Carmen Everts sowie einen Rücktritt des gesamten Landesvorstandes der SPD in Hessen, damit in die Neuwahlen mit neuem Personal und hoffentlich frischeren Köpfen gegangen werden kann. Mit diesem Rumgehampel hat sich die hessische SPD kräftig lächerlich gemacht und in Hinblick auf 2009 kann es sich die SPD nicht leisten, hier noch mehr Wähler zu verlieren.
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