Archives For November 2008

Auf wikipedia.de steht gerade folgender Text:

Mit einstweiliger Verfügung des Landgerichts Lübeck vom 13. November 2008, erwirkt durch Lutz Heilmann, MdB (Die Linke), wird es dem Wikimedia Deutschland e.V. untersagt, “die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten”, solange “unter der Internet-Adresse de.wikipedia.org” bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Bis auf Weiteres muss das Angebot auf wikipedia.de in seiner bisherigen Form daher eingestellt werden. Der Wikimedia Deutschland e.V. wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.

Irgendwas scheint Herrn Lutz Heilmann, MdB (sog. Linke) an diesem Artikel über Lutz Heilmann nicht zu passen. Die Stasi-Vergangenheit steht allerdings auch anderswo, nun aber sorgt er durch sein komplett unsinniges rechtliches Vorgehen dafür, dass ganz Deutschland mitbekommt, dass Lutz Heilmann beim MfS beschäftigt war und zudem keine Ahnung hat, wie das Internet funktioniert. Eine Verhinderung der Weiterleitung von wikipedia.de auf de.wikipedia.org zu erwirken, hilft nun mal absolut gar nicht, zeigt nur, wie Merkbefreit dieser Bundestagsabgeordneter ist.

Schlimm ist auch, dass ein deutsches Gericht derartigen Unsinn nicht gleich mit großem Gelächter abweist. Andererseits kann ich nicht glauben, dass das Auffinden von Informationen über Lutz Heilmann, MdB durch diese Aktion schwieriger geworden ist.

Unter dem eher wenig aussagekräftigen Motto Social Media – Interaktion im Internet findet am Montag, den 17.11. um 19:30 Uhr im Kaisersaal des Hamburger Rathauses eine Podiumsdiskussion statt. Die SPD-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft lädt zu dieser Veranstaltung ein, die sicherlich vor dem Hintergrund des amerikanischen Wahlkampfes und dem bereits grassierenden Wahlkampf 2009 eine gewisse Aktualität hat.

Diskutieren werden Katharina Borchert(Chefredakteurin DerWesten.de und Mitglied der Geschäftsleitung der WAZ-Gruppe), Michael Neumann (Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion), Stefan Engels (Vorsitzender des Arbeitskreis Medien der SPD Hamburg) und ich.

Über zahlreiches Erscheinen würde ich mich freuen, zitiere aber für das Organisatorische gerne aus dem Einladungstext, den ich online gefunden habe:

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten für die Organisation der Veranstaltung um
Anmeldung per Fax (siehe Rückseite) an 040 – 428 31 24 35 oder per E-Mail an info@spd-fraktion-hamburg.de.

Der Hinweis auf die Rückseite für das Fax sieht irgendwie nach 20. Jahrhundert aus, was aber das Thema der Diskussion nicht weniger relevant erscheinen lassen dürfte.

Nachtrag: neu, jetzt auch in Farbe und als Qype-Event: Fraktion im Dialog: Social Media – Interaktion im Internet, Hamburg

Resort Schwielowsee

Heute war ich im Resort Schwielowsee – dort wo vor zwei Monaten Kurt Beck durch die Hintertür den Veranstaltungsort verlassen hat, nachdem er als Parteivorsitzender der SPD seinen Rücktritt erklärte.

Wenn man ein wenig rumguckt, findet man eine kleine Bildergalerie: Bildergalerie im Resort Schwielowsee 1

Bildergalerie im Resort Schwielowsee 2

Ich hatte heute bei meinem Termin auch vor allem die Hintertür im Blick, da war aber alles ruhig.

so kann das kommen.

Frei nach dem Motto “dieses bunte Videozeugs muss sich doch irgendwie monetarisieren lassen!” wurde jetzt Keystream SmartAd auf den Markt gespült. Anstatt auf sog. Pre-Roll oder Post-Roll Werbung zu setzen, soll nun ein ganz toller innovativer Ansatz gewählt werden.

Da, wo Platz ist, wird jetzt eine Werbefläche ins Video gepackt. Viel Landschaft, wenig handelnde Personen – jetzt gibt es endlich genug Platz für Werbung.

Ich freue mich ja immer über innovative Ansätze, aber dem möglichen Kunden die Werbung nur so ins Gesicht zu drücken, dass es schmerzt, das wird sicherlich nicht zu einem gesunden Dialog führen, oder gar zu einer gesteigerten positiven Wahrnehmung
der Marke geschweige denn einem Abverkauf. Derartige Werbeformen nerven so sehr, dass sie negativ auf den Werbetreibenden und den Publisher wirken.

Mal sehen, wer die anstehende zweite Runde bei Keystream mitgeht. Wenn das deren Core-Product ist, dürfte die Finanzierungsrunde hoffentlich schwerfällig sein. Keystream jedenfalls hat den Paradigmenwechsel in der Werbung nicht im Ansatz verstanden und versucht mit Methoden der Vergangenheit Aufmerksamkeit für die Werbetreibenden zu generieren. Das wird nicht funktionieren.

[ via: Keystream Unveils SmartAd, Wants To Turn Watching Videos Into A Painful Experience ]