Nun aber geht es rund mit Twitter, denn SPIEGEL ONLINE zwitschert Ihnen Nachrichten – sensationell:
SPIEGEL ONLINE liefert die Artikel im Halbstundentakt über den Dienst twitterfeed.com auf die einzelnen twitter-Seiten aus. Es kann dadurch zu leichten zeitlichen Verzögerungen kommen.
Wow. Also anstatt einen verstümmelten RSS-Feed zu bekommen, kann ich mir jetzt noch knappere Hinweise zu SPON-Artikeln per Twitter zukommen lassen, allerdings mit zeitlichem Verzug. Das ist ja irre. Darauf habe ich auch schon ewig gewartet.
Ich empfehle da lieber Redaktionen, die verstehen, dass Twitter mehr ist als nur ein Kanal zur Absonderung von Links zu Artikeln, sondern auch ein Diskurs-Angebot mitbringt. Als Beispiel, wie man es machen kann, verweise ich gerne auf @taz_online, eine Zeitung, die ich nie lese, aber die richtig gut twittern und mich dann doch zum lesen animieren.
Aber jetzt kann SPON wenigstens behaupten, dass sie das umfangreichste Twitter-Angebot aller Online-Publikationen haben und das sie total auf der Höhe der technischen Innovationen sind. War auch bestimmt total aufwändig, die paar RSS-Feeds mit ein paar Twitter-Accounts zu verknüpfen. Entweder sie wissen es nicht besser, können es nicht besser oder wollten mal eben kurz gucken, wie leicht sich die Leser mit irgendeiner unsinnigen Lösung veräppeln lassen. Später kann man dann sagen: “ach, dieses Twitter, das ist irgendwie überbewertet, wir hatten kaum Reaktionen auf unsere Tweets.”
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