03. Januar 2009

Wird 2009 das Jahr der Fachblogs?

Zwar ruft Robert das Jahr der Fachblogs aus, und dann muß das ja eigentlich auch eintreten, aber ich habe da irgendwie so meine Zweifel. Sicherlich haben sich die deutschen Blogosphären in den letzten 5 Jahren durchaus gewandelt, aber es gibt immer noch etliche limitierende Faktoren, die dafür sorgen werden, daß Fachblogs es sehr schwer haben werden.

1. Finanzierung: Google Adsense ist nicht nur wegen des Dollarkurses nicht die attraktivste Möglichkeit, sein Blog zu vermarkten. Adnation kommt auch nicht wirklich vom Fleck, hat aber mal die ein oder andere Kampagne, die dann manchmal auch hier zu bewundern ist. Man muß also schon massiv PageImpressions bolzen, will man mit Werbe-Vermarktung Geld verdienen. Fachblogs werden aber eher in einer Nische positioniert sein, also dürfte das ein Problem werden. Bleibt das Sponsoring, was von Thema zu Thema sicherlich unterschiedlich gut funktioniert. Man kann natürlich auch auf eine externe Finanzierungsquelle verzichten und das Fachblog betreiben, um ordentliches Selbstmarketing zu betreiben, aber das funktioniert auch nicht bei jedem Thema. Blog-Netzwerke wie Blogwerk sind leider immer noch die Ausnahme, die es den Autoren ermöglichen, sich weitesgehend auf die Inhalte zu konzentrieren.

2. Inhalte: Wer die Anfänge von Creative Weblogging mit den nur zaghaft umgeschriebenen PR-Meldungen erinnert, der weiß, was das größte Problem der sog. Fachblogs ist. Ordentliche Inhalte. Die kosten in aller Regel viel Zeit, jedenfalls auf diesem Fachblog hier. Die Zeit hat man nicht immer, wenn man nebenbei bloggt. Dann sind die Inhalte mager und die Leser bleiben aus. Es gibt sicherlich auch immer ein paar Ausnahmen, aber genuine Inhalte werden das Grundproblem von Fachblogs sein. Einfach nur bei amerikanischen Blogs abzuschreiben wird nicht gehen. Recherche wäre so eine Sache, die Fachblogs wirklich relevant machen könnte.

3. Themen: Das dürfte bei den Fachblogs ein nicht unwesentlicher Faktor sein. Findet man ein Thema, für das es auch genügend Leser gibt? Oder will man einfach ein Thema beackern, das schon von etlichen Blogs täglich durchgekaut wird (Autos, Apple, Gadgets, etc.)? Beissen sich dann der Anspruch, das Thema und die mögliche Größe der Leserschaft?

4. Frequenz: Muss ein gutes Fachblog täglich einen Artikel publizieren? 2? 5? oder reicht es einmal die Woche mit einem guten Artikel herauszukommen? Die Frequenz hat durchaus Auswirkungen auf die Zugriffszahlen, aber kann man dabei die Qualität halten? Das Gegenteil kann auch eintreten, also daß man einfach nicht genügend Artikel in seinem Fachblog publiziert bekommt und zu viel auslassen muß, weil der Tag eben auch nur 24 Stunden hat.

5. Leserschaft: Sind Blogger die primäre Leserschaft, oder bekommt man es hin, eine größere Zielgruppe zu erreichen? Kann man dann die Leserschaft auch einbeziehen ähnlich wie bei Blogs, also mit Kommentaren oder Votings? Die meisten Blogs werden nachwievor als Blog stigmatisiert und nicht als “anständiges” journalistisches Medium.

Dennoch wird es sicherlich einige neue gute Fachblogs geben, aber ich bin skeptisch, ob es für ein Jahr der Fachblogs ausreichen wird. Themen gäbe es meiner Meinung nach genug, allein schon weil in 2009 etliche Wahlen stattfinden, die Gesellschaft und Wirtschaft vor immensen Herausforderungen stehen, und und und.

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Grundsu00c3u00a4tzlich bin ich fu00c3u00bcr die Zukunft sehr optimistisch, ich denke, dass Fachblogs eine gute Zukunft haben. Wie viele Blogger einen nennenswerten Beitrag zum Lebensunterhalt mit dem Bloggen (im Gegensatz zu durch Bloggen, wenn das Blog als ein Promotion- / PR-Tool wirkt) verdienen ku00c3u00b6nnen, ist eine andere Sache. Da ist der Weg noch weit.

Die Rahmenbedingungen mu00c3u00bcssen dazu noch eine ganze Weile stetig besser werden, doch der Trend ist da.

Sofern Themen und Konkurrenzsituation es erlauben sollte allein der SUMA-Traffic schon weit mehr "normale" Leser bringen als Blogger. Bestimmte Themen mu00c3u00b6gen besonders Blogger anziehen, doch letztlich wird ein Fachblog mit seinen kompetenten Artikeln seine Leser erreichen, ohne, dass es dabei eine Rolle spielt, ob jemand selbst bloggt oder nicht.

War die Frage, ob ein Blog ein anstu00c3u00a4ndiges journalistisches Medium ist, auu00c3u009ferhalb der Blogosphu00c3u00a4re und ein paar Journalisten, die ihren Teil zur Diskussion beigetragen haben, denn je ein Thema?

Im Zuge der weiteren Professionalisierung von Fachblogs wird sich das Thema in absehbarer Zeit weitgehend erledigt haben.

Die niedrigen Werbepreise im Onlinebereich stellen ein allgemeines Problem dar. Da sitzen Blogger und Journalisten bei Onlinemedien in einem Boot. Da Onlinewerbung noch lange wachsen wird, gibt es hier noch grou00c3u009fe Chancen, selbst wenn sich hier nichts bessert.

Sicher kann man den "Fachblogs" nicht per se eine goldene Zukunft voraussagen, es kommt stark auf das Fach an. Beispiel: ein vertikales Blog zum Thema Navigationsgeru00c3u00a4te wie http://navigogo.debraucht keine 3000 Visits am Tag, um den Betreiber zu ernu00c3u00a4hren. Die Konversion in die Affiliate-Links ist recht hoch. Grund: Besucher kommen schon mit einer starken Kaufintention auf die Seite. Wenn sie finden, wonach sie suchen, wird auch geklickt und dann gekauft. TKP-Modell nicht notwendig. Und noch besser - hier stimmt das Google-Mantra: produce good content, success will follow...

Anders bei Fachblogs, die sich mit nicht unmittelbar in Konsum konvertierenden Themen befassen wie Promis, Reisen, Politik, etc. Hier mu00c3u00bcssen mit hoher Postingfrequenz u00c3u00bcber einen langen Zeitraum deutlich hu00c3u00b6here PIs erzeugt werden, um wirtschaftlich zu sein.

Es ist also durchaus mu00c3u00b6glich, mit einem Themenblog seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das Thema machts...

Zitat:
Anders bei Fachblogs, die sich mit nicht unmittelbar in Konsum konvertierenden Themen befassen wie Promis, Reisen, Politik, etc. Hier mu00c3u00bcssen mit hoher Postingfrequenz u00c3u00bcber einen langen Zeitraum deutlich hu00c3u00b6here PIs erzeugt werden, um wirtschaftlich zu sein.

Blogs & hohe PIs passen fu00c3u00bcr mich nicht zueinander. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man durch eine hohe Postingfrequenz die Zahl der Visits erhu00c3u00b6ht. Die PIs hingegen bleiben auf dem gleichen Level. Das Problem ist, dass User, welche u00c3u00bcber SUMAs auf einen Blog kommen, nicht sonderlich "klickaktiv" sind. Wenn hier jeder User 2-3 PIs generiert, dann wu00c3u00a4re das schon fantastisch. Daher sollte man auf seinem Blog eher mit Elementen arbeiten, die PIs generieren (Fotostrecken, integrierte Community, Forum...).

Aber sicherlich hu00c3u00a4ngt das auch von dem Thema des Fachblogs ab...

Imho erzeugen Fachblogs schlichtweg zu wenig PIs um fu00c3u00bcr die typischen Vermarktungswege lukrativ zu sein. Daher mu00c3u00bcssen entweder alternative Finanzierungsmodelle her (Premium Content, Donation...) oder man muss dafu00c3u00bcr sorgen, dass der Faktor Visits/PIs weiterhin steigt. Bei Sevenmac habe ich die PIs um 600% durch ein integriertes Social Network erhu00c3u00b6ht. Somit hat sich Sevenmac (was ja sogesehen auch primu00c3u00a4r ein Fachblog ist) fu00c3u00bcr eine TKP Vermarktung qualifiziert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass fu00c3u00bcr eine gute Gewichtung bei Google die "Post-Frequenz" enorm wichtig ist. Sevenmac publiziert jeden Tag zwischen 5 und 15 Artikel. Das macht sich nach zwei Monaten gewaltig im Google-Ranking bemerkbar. Aber generell ist das Thema "Fachblogs" sehr interessant :)

@mobinauten danke dir.hoffe doch sehr, dass unser emag funktionieren wird. wir werden alle durchs bloggen reich ;) http://tinyurl.com/85e29a

wenn man nicht gerade ein thema beackert, fu00c3u00bcr das sich der blogger an sich interessiert, ist es sehr schwert eine vernu00c3u00bcnftige leserschaft zu etablieren. fu00c3u00bcr nachwachsende rohstoffe interessieren sich blogger offensichtlich null. wer berfstu00c3u00a4tig ist, der wird es schwer haben einen vernu00c3u00bcnftigen rhythmus zu langfristig halten. alles was da u00c3u00bcber 100u00e2u0082u00ac/monat geht, darf man sicher als erfolg werten. man darf sich zudem glu00c3u00bccklich schu00c3u00a4tzen, wenn man sich ein thema gesucht hat, wo einem die leser auch inhalte zuschanzen.

www.mobile-zeitgeist.deist wohl ein ganz gut funktionierender Fachblog. Als neues Finanzierungsmodell wird hier jetzt zusu00c3u00a4tzlich ein entsprechendes Special-Magazin (eMagazin als PDF) heraus gegeben. Auch eine Mu00c3u00b6glichkeit der Finanzierung, mal schauen, ob das funkt...

Es fu00c3u00a4llt schwer, das zuzugeben, aber mu00c3u00b6glicherweise hat Basic Recht, wenn auch in einer anderen Art, als er selbst glaubt. Fu00c3u00bcr Fachblogs im Sinne von Nischenblogs wird auch 2009 nicht das Jahr des grou00c3u009fen Durchbruchs; als jahrelanger Nischenblogger sehe ich keinen Grund, weshalb das ausgerechnet jetzt anders werden soll.

Dennoch wird es eine Veru00c3u00a4nderung der deutschen Bloglandschaft geben - hin zur Professionalisierung im Sinne der Machart, nicht des Geldverdienens. Ich denke, wir werden - mu00c3u00b6glicherweise auch durch die Verlagerung weniger aufwendiger Formen auf andere Plattformen wie Twitter oder Tumblelogs - einen Qualitu00c3u00a4tssprung bei den inzwischen schon traditionellen Weblogs sehen. Blogs werden u00c3u00bcber die chronologische Liste von Eintru00c3u00a4gen hinauswachsen, mu00c3u00b6glicherweise in Richtung einer community wie der hier installierten Livecommunity, mu00c3u00b6glicherweise auch in Richtung einer Magazinisierung, wie ich sie gerade auf meinem eigenen Weblog ausprobiere.

Wird in jedem Fall ein spannendes Jahr, das.

sicher, es gibt immer Ausnahmen und ich habe ja nie behauptet, da es
gn007alich unmg006c0069ch sein wird.

zu 1. Finanzierung: Seh ich persu00c3u00b6nlich nicht so sehr als Problem an. Die meisten gehen es nur nicht richtig an. netbooknews.de zeigt wie man da erfolgreich vorgehen kann. AdSense ist sicherlich nicht die ultimative Lu00c3u00b6sung. Je nach Thema bieten sich Affiliate Marketing und Selbstvermarktung an ... Ein Thema u00c3u00bcber das man sich in jedem Fall auch selbst einige Gedanken machen muss, um entsprechende Ergebnisse einfahren zu ku00c3u00b6nnen.
zu 2. Inhalte: Ich weis nicht, warum du mit Creative Weblogging ein denkbar schlechtes Beispiel wu00c3u00a4hlst. Kann ich als Blog(netzwerk) bis heute nicht so wirklich ernst nehmen. Ordentliche Inhalte kosten natu00c3u00bcrlich Zeit und setzen entsprechendes Wissen voraus, aber deshalb sprechen wir ja auch von "Fachblogs".
zu 3. Themen: Es gibt mehr als genug Themen, mit denen sich gutes Geld verdienen lu00c3u00a4sst. Wer aber wirklich erfolgreich werden will, braucht ein Thema mit dem man Geld verdienen kann und auf das man auch "jeden Tag immer wieder richtig Bock" hat.
zu 4. Frequenz: Ist aus meiner Sicht nicht so wichtig, es sollte regelmu00c3u00a4ssig und verlu00c3u00a4sslich geschrieben werden. Ein Beitrag pro Tag wu00c3u00a4re aber vermutlich schon nicht schlecht um ein gewisses Mau00c3u009f an Inhalten zu bieten. Das halte ich durchaus fu00c3u00bcr zeitlich machbar ...
zu 5. Leserschaft: Warum sollten Blogger die primu00c3u00a4re Leserschaft sein? Bloggende Leser sind nett, weil es die Chance erhu00c3u00b6ht von diesen durch einen Link im eigenem Blog mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber letztlich ist jeder Leser fu00c3u00bcr den Erfolg wichtig. Und je nach Themengebiet kann es natu00c3u00bcrlich auch enorm wichtig sein, viele Leser oder zumindest Besucher zu erreichen. Weshalb fu00c3u00bcr viele Blogs gute Suchmaschinenpositionen ein wichtiger Faktor fu00c3u00bcr gute Einnahmen sein du00c3u00bcrften. Demgegenu00c3u00bcber ist es natu00c3u00bcrlich auch interessant neben der Masse auch bestimmte Gruppen unter seinen Lesern zu haben, mu00c3u00b6gen es "Entscheider", "Multiplikatoren", "Blogger" oder was auch immer sein.

Der Vorteil eines "Fachbloggers" ist, dass in vielen Themengebieten kein Journalist mit seiner "Qualitu00c3u00a4t" mithalten kann, weil der Blogger in diesem Fall u00c3u00bcber das fachliche Wissen und die Erfahrung verfu00c3u00bcgt. Ich wu00c3u00bcrde 2009 nicht fu00c3u00bcr das Jahr der Fachblogs halten, aber ich denke ein Trend hin zu Fachblogs wird sich einfach weiter langsam fortsetzen. Es gibt einfach eine Vielzahl von Themengebieten, die bisher fu00c3u00bcr Verlage uninteressant waren, hinzu kommt dann noch Themengebieten in denen Fachblogs den etablierten Anbietern qualitativ den Rang ablaufen werden. Durchaus mu00c3u00b6glich dass sich dann letztlich vermehrt Fachblogs hin in Richtung einer neuer Mischung aus Fachmagazin und Fachblog entwickeln.

Vorab kurz zum Verstu00c3u00a4ndnis:

sprechen wir hier von den Fachblogs (= Nischenblogs), die soweit aus der Nische herausgekommen sind, dass sie den/die Autoren ernu00c3u00a4hren?

Ein Fachblog im o.g. Sinne zu etablieren, ist ein Full-Time-Job! So eben mal nebenbei - das wird nicht funktionieren. Und ein gutes Fachblog fu00c3u00a4llt auch nicht einfach so vom Himmel; das ist harte Arbeit. Wie bei jeder Firmengru00c3u00bcndung muss der Blogger in der Lage sein, eine Durststrecke zu u00c3u00bcberstehen - und diese kann gut und gerne 1-1,5 Jahre andauern, d.h. Ausdauer und Hartnu00c3u00a4ckigkeit sind gefragt!

Anders sehe ich das bei sog. Corporate Blogs - Blogs, die ein bestehendes und etabliertes Geschu00c3u00a4ftsmodell unterstu00c3u00bctzen; hier ist die Zielsetzung eine andere und die Kosten sind Gemeinkosten, i.d.R. Werbungskosten. Corporate Blogs ku00c3u00b6nnen sich schon ab dem ersten Artikel rechnen, nu00c3u00a4mlich dann, wenn Leser zu Kunden werden und die - indirekt - beworbenen Produkte und Dienstleistungen des Bloggers kaufen.

Dabei ku00c3u00b6nnen die neuen Kunden zufu00c3u00a4llig auf den Artikel stou00c3u009fen (z.B. via Google), oder auch von anderen Lesern auf den Artikel aufmerksam gemacht werden (z.B. via Twitter oder E-Mail).

Vielleicht wird 2009 ja das Jahr der 'Corporate Blogs' ... (nebenbei: gut gefu00c3u00bchrte Corporate Blogs ku00c3u00b6nnen spu00c3u00a4ter auch zu Fachblogs mutieren :))))

Und gut gefu00c3u00bchrte Fachblogs haben m.E. eine sehr gute Chance im Markt; aber gerade bei Fachblogs gilt auch das geflu00c3u00bcgelte Wort: "Fakten, Fakten, Fakten! ... und immer an die Leser denken!"

Auch die Posting-Frequenz ist entscheidend: ein Fachblog muss mehrmals tu00c3u00a4glich aktualisiert werden; bei einem Corporate Blog genu00c3u00bcgen je nach Zielsetzung auch sporadische Veru00c3u00b6ffentlichungen ...

Und in einem Punkt hat Robert mit Sicherheit Recht: weit u00c3u00bcber 90% der Leser sind keine Blogger. Diesen Lesern ist es auch vu00c3u00b6llig egal, ob ein einzelner Blogger, ein Blog-Netzwerk oder ein Verlag hinter dem Angebot steht. Er will sehr gut informiert werden; und die in Kleinbloggersdorf so beliebten 'Niffteleien' und 'Sautreiben' sind dem Fachblogleser auch eher schnuppe ... (*derdiedasblog* ist da ein gutes Beispiel :))))

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