Teilverstaatlichung der Commerzbank

Nico —  9.01.2009

Wir alle sind nun also zu 25% plus einer Aktie Eigner der Commerzbank, damit wird eine alte Forderung aus den 70er Jahren erfüllt und der Staat greift aktiv in die Wirtschaft ein, um sich eine Einflußsphäre zu sichern. Für Olaf Scholz und andere muß das ein Flashback in die 70er sein, als sie noch zum Stamokap-Flügel der Jusos gehörten, aber daß bei allem Lob und Kritik für Teilverstaatlichung sogar von der FDP eine positive Stellungnahme kommt, wirft ein setsames Licht auf die Westerwelle-Partei:

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle unterstützte die Bundesregierung. Der Aktienkauf sei „rein marktwirtschaftlich“. Der Steuerzahler gebe Geld und wolle nicht, „dass es versenkt wird“. Deshalb bekomme er ein Aktienpaket. Wenn sich die Wirtschaft erholt habe, sei es die Aufgabe des Staates, sich vielleicht sogar mit Gewinn wieder von diesen Beteiligungen zu trennen.

Ich dachte immer, die Kernidee der FDP bestünde darin, daß der Staat den Markt in Ruhe lassen soll und daß sich alles von selber regelt, wenn der Markt nur agieren kann. Und nun sowas? Ein Schelm, wer hier an puren Opportunismus denkt.

Viel mehr treibt mich jetzt aber die Frage um, wo wir als nächstes Einsteigen. Opel? ProSiebenSat1?

9 responses to Teilverstaatlichung der Commerzbank

  1. Kleine Korrektur: 25% der Aktien + 1 Aktie, nicht 25,1%

  2. Ich finde es auch amüsant: man hat das Gefühl, die Regierung bestünde nur aus Jusos. :D

  3. Au ja, ProSiebenSat1 wird öffentlich-rechtlich. ;-)

  4. Ein stetiges auf und ab in der Wirtschaft. Früher wurden Staatsbetriebe wie Post und Co privatisiert. Heute kauft man ihre Aktien und geht damit voll ins Risiko noch mehr Geld zu verlieren und damit Steuergelder zu verschwenden/verbrennen.

    Und: Wann bekomme ich meine Dividende? :-)

  5. Da sieht man wieder, was für ein Dinosaurier Mehdorn inzwischen ist: alle wollen in Papa Staats starke Arme. Nur unsre Bahn soll verbörst werden.

    Aber im Ernst. Sieht doch nach einer Win-Win-Situation aus: entweder, die Finanzwelt beruhigt sich igendwann mal wieder. Dann steigt erst der Commerzbank-Kurs und dann Peer S. aus und macht für uns Bürger ein paar Extra-EUR. Oder alles geht den Bach runter. Dann ist auf die paar Milliarden auch gepfiffen. Merke: vor knapp 80 Jahren kostete schon ein trocken Brötchen rund Dreitausendphantastillionen Reichsmark und Fuffzig.

    Verstaatlicht werden sollten auf jeden Fall Basic Thinking und alle Tweets von @nico. Lummaland als quasistaatliche Entität entzieht sich dieser Massnahme, kann aber leicht mal auf der Surgical Strike-Shortlist des Pentagon landen.

  6. Man kann nie so dumm Denken wie es kommt, wird Schröder denken. Wäre ich mal beim Stamopkap geblieben, dann hätte ich heute recht.
    ;-)
    Nun bin ich aber eben ein hartz IV Fozzie, tja Schröder, erst denken dann regieren.

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  1. Commerzbank kaufen - Qbi's Weblog - 9.01.2009

    […] Millionen Aktien (Also 6 Euro pro Aktie) bezahlt und der Rest ist eine stille Einlage. Laut eines Blogeintrages von Nico Lumma redet Guido Westerwelle davon, den Anteil irgendwann (vielleicht mit Gewinn) zu verkaufen. Ich […]

  2. Höhe der Zahlen spielen in der Krise keine Rolle mehr | Dummer weiser Deutscher - 16.01.2009

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