19. Januar 2009

Blog des Tages: Stützen der Gesellschaft

Darüber spricht man nicht. ist der erste Eintrag des Blogs Stützen der Gesellschaft, über das jeder heute schreiben wird, allein schon, weil Don Alphonso alias Rainer Meyer, oder umgekehrt, bei der FAZ bloggen wird. Im Klappentext heisst es:

Willkommen im Blog der besseren Gesellschaft oder dem, was heute davon übrig ist, in der finanziellen Sorglosigkeit und beim Klassenkampf von oben gegen Neureiche und andere Zumutungen, beim Niedergang von Religion und Stand, bei den Müttern aller Buffetschlachten und ihren Töchtern mit Ehekrisen, über die man nicht redet, wenn mehr als 10 Freundinnen zuhören, fahren Sie mit beim leicht illegalen Geldtransport in die Schweiz und zum Speckkauf nach Meran, seien Sie Gast beim großbürgerlichen Wertekanon und profitieren Sie von dessen Kleingedruckten, setzen Sie sich gefälligst gerade hin, bewundern Sie die Tischdecke und die Bücher, genießen Sie Tee und tantenmordende Torten von Goldrandgeschirr aus erfolgreichen Erbkriegen, und bemühen Sie im Gespräch nur angemessene Dünkel. Erkunden Sie eine Welt, in der die Stützen der Gesellschaft selbst Stützen brauchen, vom Kindermädchen über den Vermögensverwalter bis zum letzten, einsamen Schnaufer am Rollator in der Seniorenresidenz.

Ich vermute mal, daß sich die Aufregung bald legen wird und viele Leser Gefallen an den literarisch-gehaltenen Ausführungen über die sog. bessere Gesellschaft finden werden. Obzwar ich Rainer privat als Gesprächspartner schätze, kann ich mit seinem eher aussschweifend formulierenden Blogstil nicht so viel anfangen, auch weil mir die Polarisierung oft zu sehr über die Stränge schlägt. Manchmal kann so ein Blog-Artikel allerdings auch recht belebend wirken.

Mal sehen, wie sich das Blog Stützen der Gesellschaft so entwickeln wird, wenn Rainer nur ansatzweise das umsetzt, was er an der Blogbar seit Jahren fordert, dann muß das Blog ja ziemlich durch die Decke gehen.

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Die unter 140 Zeichen Version:

Themen mit weniger als 140 sind mir egal.

ich mag es, wenn ich mich beim Lesen nicht berieseln lassen kann, ich mag es, wenn Texte ambivalent und doppelbu00c3u00b6dig sind, wenn man den Autor suchen muss und sich selbst findet. Die generation Twitter kommt nicht mit? Tja.

Was das Konzept angeht: Ich denke da weniger an die Lummas dieser Welt, sondern an den Bereich zwischen den Lummas und den FAZ-Lesern . ich habe den Eindruck, dass es in dieser Gruppe funktionieren kann, weil es dort ein Interesse an einer Definition und Deutung von Bu00c3u00bcrgerlichkeit gibt, gerade weil der Begriff der Bu00c3u00bcrgertums gerade atomisiert wird, ohne dass man daru00c3u00bcber reden wu00c3u00bcrde. Da setzt das Blog an.

Und die meisten werden gar nichts sagen und verlinken und einfach nur auf ein MC-Winkel-Zoomer-Ende warten, um mir dann eins reinzuwu00c3u00bcrgen. Wenn das keine Motivation ist.

es kann sogar in der Tat bei der FAZ funktionieren, es soll ja auch Leute geben, die das Feuilleton lesen. Ich gehu00c3u00b6re eher selten dazu, aber das ist eben alles Geschmackssache.

Ja, Alfonso sollte mal versuchen, das Gleiche uns in 140 Zeichen zu sagen, ich ku00c3u00b6nnte dann wahrscheinlich eher folgen :-)
Oliver

ich kann auch nur kurze texte lesen. daher finde ich twitter ja so gut :)

Oh, ich glaube FAZ und Blog geht gar nicht. Ausserdem sind die Eintru00c3u00a4ge viel zu lang, da kann ich mich am Ende des Artikels gar nicht mehr an den Anfang erinnern...worum ging es nochmals genau bei Deinem Blogeintrag hier? :-)
Oliver

der don alphonso projiziert seine welt auf alle und alles, immer schu00c3u00b6n in die selbe kerbe. sowas habe ich gerade gestern auf WDR bei poetry-slam von einem 18-ju00c3u00a4hrigen berliner gehu00c3u00b6rt. die studivz's werden ihn dafu00c3u00bcr lieben..