StudiVZ: das letzte Aufgebot

Facebook vervierfacht Nutzerzahl in Deutschland – zeitlich sehr gut passend zu dieser Meldung wird herausgefunden, daß Markus Berger-de León neuer StudiVZ-Chef werden soll.

Die VZ hatten in den letzten Jahren massiv Wachstum zu verzeichnen, aber jetzt ist der Lack ab. Keinerlei Innovationen, kaum Vermarktungserlöse und Hickhack im Management – da sieht StudiVZ im Jahre 2009 ziemlich blaß aus. Facebook entfaltet weltweit eine ziemliche Sogwirkung, jetzt auch in Deutschland. Auf der anderen Seite wächst auch wer-kennt-wen.de weiterhin stark, was deutlich zu Lasten von MeinVZ gehen wird.

Holtzbrinck hat den geeigneten Zeitpunkt zum Verkauf von StudiVZ verpasst, das habe ich ja schon mal gesagt, nun werden die Marktanteile bei den Studenten kontinuierlich zurückgehen. Stellt man Facebook und StudiVZ nebeneinander, dann sieht man auch, warum. StudiVZ ist auf der Stelle stehen geblieben, während sich Facebook weiterentwickelt hat. Es wurden Jahre verschenkt, nun wird mit einem neuen Manager an der Spitze versucht, das Blatt noch einmal zu wenden. Too little, too late.

11 Antworten auf „StudiVZ: das letzte Aufgebot“

  1. @Nico: Es sind nicht einmal die fancy Features & die bessere Technik unter der Haube, die interessieren in der Zielgruppe weniger als eine einfache Bedienbarkeit und Erreichbarkeit.

    Ende 2007 stand StudiVZ gar nicht schlecht da. Silly me, aber ich dachte damals tatsächlich, dass sie verstanden hätten. Im Angesicht des Facebook-Starts in Deutschland hätte man sich auf die damals noch intakte Userbase konzentrieren müssen.

    Hat man aber nicht, man hat idiotische AGBs durchgeprügelt und damit den Anfang vom Ende eingeläutet. Das Resultat: Restvertrauen auch noch weg, Profile wurden zugenagelt, statt Networking trieben immer mehr User Schabernack mit ihren Dritt- und Viertaccounts.

    Die „Netzwerker“ sind in den letzten Monaten meiner Beobachtung nach zu Xing und Facebook abgewandert. Ich kenne hier im Institut kaum noch jemanden, der eines der VZs ernsthaft nutzt.

  2. Ich habe, als StudiVZ verkauft war und massiv Leute einstellte, mit einem guten Freund geredet, der dort gerade in die Entwicklung eingestiegen war. Das muss auch die Zeit gewesen sein, als Facebook seine API einführte und ich zu ihm meinte, dass diese API wohl ein Problem für SVZ sein könne. Nein, sagte er, Studivz hätte so viel traffic mit den Bildern, das sei total super, man wolle mehr Fotofunktionen einbauen weil darin läge die Zukunft. Facebook mache ihnen keine Angst, so die Ansage des Managements. Sieht man nun, was die davon haben.

  3. Alleine dieses:
    Auf die Anfrage, ob sein Portal bei behördlichen Verweisen auf eingestellte Fotos von Cannabis-Konsumenten „Klarnamen zu den Profilen und allen Kommentaren“ an Staatsanwaltschaften weiterleiten würde, meinte Riecke wörtlich:

    „Gott sei Dank dürfen wir bei Ermittlungsersuchen solche Daten nun herausgeben. Nutzungsdaten speichern wir bei allen Nutzern, die uns das erlaubt haben durch ihre Einwilligung.“
    (aus: http://www.heise.de/newsticker/meldung/104159)
    ist für mich Grund genug, nie ein StudiVZ-Profil anzulegen…
    Heute einmal den falschen „Freund“ gehabt, morgen schon im Bau… naja wenns ganz dumm läuft. Oder zumindest ne Menge Stress am Hacken. Dazu kommen diverse andere Designschwächen (z.B. sind Nachrichten nicht wie bei Facebook direkt per email lesbar, sondern nur nach dem Einloggen…), da warte ich doch lieber, bis alle bei Facebook sind.

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