Jimdo feiert 2. Geburtstag und 500.000 Pages

jimdo_entwicklungVon all den Startups, deren Produkte ich irgendwie nicht nutze, ist mir Jimdo eine der sympathischsten und liebsten Firmen. Heute ist die Firma zwei Jahre alt geworden und hat noch dazu die Marke von 500.000 Jimdo-Pages erreicht, was ich durchaus beachtlich finde.

Kennengelernt habe ich die Jimdo-Gründer Matze, Spring und Fridel vor 1 1/2, als wir im Rahmen einer Veranstaltung im CCH über eine mögliche Finanzierung für Jimdo geredet haben. Das war eher eines der unüblicheren Gespräche, aber eben auch um so netter. Das mit der Finanzierung hat dann nicht geklappt, vor allem auch, weil mir die Phantasie fehlte, was auch an meiner Erfahrung mit Blogg.de gelegen hat. Die Jungs arbeiten sehr hart, feiern allerdings noch härter und haben in den letzten zwei Jahren eine ziemlich spannende Firma auf die Beine gestellt, die mit ihrem Produkt international vertreten ist.
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Stat.us



Mit diesem Scribble begann Twitter. In der LA Times ist ein durchaus lesenswertes Interview über die Entstehungsgeschichte von Twitter – Twitter creator Jack Dorsey illuminates the site’s founding document:

Then when did the service’s name morph from “Status/Stat.us” to “twittr” to Twitter?

The working name was just “Status” for a while. It actually didn’t have a name. We were trying to name it, and mobile was a big aspect of the product early on … We liked the SMS aspect, and how you could update from anywhere and receive from anywhere.

We wanted to capture that in the name — we wanted to capture that feeling: the physical sensation that you’re buzzing your friend’s pocket. It’s like buzzing all over the world. So we did a bunch of name-storming, and we came up with the word “twitch,” because the phone kind of vibrates when it moves. But “twitch” is not a good product name because it doesn’t bring up the right imagery. So we looked in the dictionary for words around it, and we came across the word “twitter,” and it was just perfect. The definition was “a short burst of inconsequential information,” and “chirps from birds.” And that’s exactly what the product was.

The whole bird thing: bird chirps sound meaningless to us, but meaning is applied by other birds. The same is true of Twitter: a lot of messages can be seen as completely useless and meaningless, but it’s entirely dependent on the recipient. So we just fell in love with the word. It was like, “Oh, this is it.” We can use it as a verb, as a noun, it fits with so many other words. If you get too many messages you’re “twitterpated” — the name was just perfect.

But you needed that short code -– in order to operate SMS you need the short code to operate with this cellular administration. So we were trying to get “twttr” — because we could just take out the vowels and get the 5-digit code. But unfortunately Teen People had that code -– it was ‘txttp’ [Text TP]. So we just decided to get an easy-to-remember short code [40404], and put the vowels back in.

So Twitter was it, and it’s been a big part of our success. Naming something and getting the branding right is really important.

So war das damals, und schwupps ist aus Twitter ein Dienst mit 900% Wachstum im letzten Jahr geworden.

Vanity Fair – gestorben wird immer

156_156_0_1234393200_vf_de_08_2009_coverHorror-Nachricht von Condé Nast: “Vanity Fair” wird eingestellt. titelt kress.de, aber ehrlich gesagt, abgesehen natürlich von den Einzelschicksalen der Mitarbeiter, kann ich nicht sehen, was daran Horror ist.

Vanity Fair in den USA ist eine dicke Zeitschrift, mit vielen tollen, langen Artikeln, aber die deutsche Vanity Fair habe ich immer als belanglosen Hochglanz-Artikel wahrgenommen. Eine nette Zeitschrift für das Wartezimmer mit schönen Bildern, aber es kann doch niemand ernsthaft behaupten, daß Deutschland jetzt um ein wichtiges Printprodukt ärmer ist, oder? Sicherlich, Vanity Fair hat sich irgendeine tolle Zielgruppe ausgeguckt und versucht, für diese urbanen Leistungsträger eine geeignete Publikation zu schaffen, dabei allerdings völlig ignoriert, daß gerade diese Zeilgruppe ihr Informationsbedürfnis schon recht ordentlich online gestillt bekommt.

Es gibt einige amerikanische Zeitschriften, die ich auch gerne in Deutschland hätte, aber dann bitte sehr eng am Original und nicht so wie im Fall der Vanity Fair. Nach Park Avenue war für mich klar, daß auch Vanity Fair nicht wirklich eine Chance in Deutschland haben würde. Derzeit ist wenig für die Ewigkeit, insbesondere im Print-Bereich, das sollte allen beteiligten schon seit einigen Tagen klar sein.

Facebook Terms of Service wurden gezuckerberged

So wurde man heute morgen bei Facebook begrüsst:
fbtosupdate_180209
Man kennt das ja. Privacy-Settings, Apps, Beacon, jedes Mal handelt Facebook erst und rudert dann nach einigem Protest zurück. So auch dieses Mal und nun gibt es wieder die alten Terms of Service:

Many of us at Facebook spent most of today discussing how best to move forward. One approach would have been to quickly amend the new terms with new language to clarify our positions further. Another approach was simply to revert to our old terms while we begin working on our next version. As we thought through this, we reached out to respected organizations to get their input.

Going forward, we’ve decided to take a new approach towards developing our terms. We concluded that returning to our previous terms was the right thing for now. As I said yesterday, we think that a lot of the language in our terms is overly formal and protective so we don’t plan to leave it there for long.

Facebook wird jetzt sicherlich einige Zeit verstreichen lassen und dann erneut versuchen, praktikable Terms of Service zu veröffentlichen, die wahrscheinlich deutlich machen werden, daß User mit shared Items natürlich auch immer ein Stück weit aus der Hand geben, was mit diesem Informationshappen passieren wird.

Je mehr wir unsere Inhalte online mit Freunden und Bekannten teilen, desto komplizierter werden künftig die Nutzungsbedingungen für Plattformen sein. Das sollte allen Beteiligten klar sein und es wird keinen Königsweg geben, der alle zufrieden stellt, sondern das Grundverständnis für die Online-Aktivitäten in Social Networks muß sich erst noch in der Breite entwickeln. Facebook hat jetzt eine Gruppe eingerichtet zum Thema Facebook Bill of Rights and Responsibilities, in der munter diskutiert werden soll.

Privatsphäre ist auch nicht das, was es mal war

Die allgemeine Vorstellung von Privatsphäre wird gerade aus den verschiedensten Ecken herausgefordert. Traditionell wurde Privatsphäre mit den eigenen vier Wänden gleichgesetzt, aber auch mit einem Mobilitätsbegriff, der davon ausging, daß man sich frei und ungehindert bewegen können muß, ohne daß eine Instanz darüber informiert wird. Ich kann mich noch dunkel an die Debatten zur Volkszählung erinnern, aber auch an die Diskussion um die Einführung von Kartenzahlungen an Ticket-Automaten und den möglicherweise daraus resultierenden Bewegungsprofilen der Kunden.

2009 ist das Jahr, in die Veränderungen der letzten 10 Jahre allen deutlich werden. Der Staat auf der einen Seite verlangt mit der Vorratsdatenspeicherung Zugriff auf unsere Verbindungsdaten und will mit einem Bundestrojaner dafür sorgen, daß Festplatten-Inhalte entfernter Rechner ausgelesen werden können, der Nutzer auf der anderen Seite gibt freiwillig, oder gezwungenermaßen, weil er einen Dienst nutzen will, umfangreiche Informationen über sich selber preis, von den GPS-Koordinaten, Bankverbindungen, ladungsfähiger Adresse, bishin zu persönlichen Vorlieben, sexueller Neigungen und seinem nahezu kompletten Bekanntenkreis im jeweiligen Kontext eines sozialen Netzwerkes. Huch.
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