In seinem Beitrag Mensch vs. Maschine und die Unfollower-Party schreibt Sascha Lobo über die stetig zunehmende Zahl von Followern beim Twitter-Account @Spiegel_EIL :
Natürlich sagt die Anzahl der Follower über nichts etwas aus außer über die Anzahl der Follower. Und vielleicht noch über die Frisur. Bemerkenswert aber, dass eine Maschine in einem so persönlichen Medium wie Twitter derart reüssiert (das gilt auch für @cnnbrk, den seit einigen Tagen meistverfolgten Account der Welt). Wenn es eine gut gemachte Twitterredaktion wie @hazde oder @derwesten wäre – aber gegen einen unpersönlichen, ungepflegten RSS-Feed? Ohne die Überzeugung redaktioneller Notwendigkeit aus bloßer Mitmachability ins Netz geblasen?
Als Konsequenz ruft Sascha zum Unfollowen von @Spiegel_EIL auf. Das kann er gerne machen, aber ehrlich gesagt ist es gewohnt anmassend, anderen Leuten vorschreiben zu wollen, wie sie Twitter nutzen sollten.
Twitter ist Kommunikation auf 140 Zeichen, wie man diese 140 Zeichen nutzt, kann sich jeder selber überlegen. Eben so kann man sich überlegen, ob man jemandem folgen will oder nicht.
Es liegt natürlich auf der Hand, daß ein automatisch generierter Tweet, der einfach aus einem RSS-Feed besteht, nicht ansatzweise so toll ist wie ein händisch erstellter Tweet. Lobo hat recht, der Spiegel ist böse. Oder?
Wer viele RSS-Feeds abonniert, der kennt das Problem, daß man irgendwann nicht mehr hinterherkommt mit dem Lesen der Feeds und daß man oftmals feststellt, dass nicht alle Inhalte wirklich relevant sind. Dennoch füllen sie die Leseliste. Ein getwitterter RSS-Feed hat einen entscheidenen Vorteil für den Follower: die Tweets versenden sich quasi. Wenn ich den Tweet mitbekomme, habe ich einen Informationsvorsprung, wenn nicht, dann ist es auch egal. Also je länger ich darüber nachdenke, desto sinnvoller finde ich @Spiegel_EIL und desto nerviger finde ich diese ewige Twitterdeutungsmafia, die meint vorschreiben zu müssen, wie was wann und wo man zu twittern hat.
Es gibt immer mindestens zwei Leute bei Twitter, den Follower und denjenigen, der die 140 Zeichen twittert. Einen Followerzwang gibt es nicht und insofern sollte man es doch den Leuten selbst überlassen, wie sie Twitter nutzen.
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